Mit Video : Pfingsten auf Sylt: „Der ganz normale Wahnsinn ...“

Tausende feierten am Wochenende in der Kampener Sturmhaube auf Sylt.
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Tausende feierten am Wochenende in der Kampener Sturmhaube auf Sylt.

Zu Pfingsten wurde auf Sylt kräftig gefeiert – und auch die Polizei hatte gut zu tun. Zu größeren Auseinandersetzungen kam es aber nicht. Sylt1-Chefredakteur Axel Link hat die Stimmung im Video festgehalten.

shz.de von
25. Mai 2015, 22:45 Uhr

Rund 50 Einsätze an drei Tagen, Trunkenheit am Steuer und Angriffe gegen Polizisten: Das ist die Bilanz, die die Sylter Polizei nach den Pfingsttagen auf der Insel zieht. Größere Auseinandersetzungen habe es, nach Angaben der Einsatzkräfte, am Wochenende und am Pfingtsmontag aber nicht gegeben.

„Die meisten Einsätze sind wir wegen Körperverletzung und Unfallfluchten gefahren“, sagte ein Sprecher der Polizei. Am Montag sei weniger los gewesen als am Sonnabend und Sonntag. Gefährliche Verletzungen habe es demnach nicht gegeben, auch Vandalen waren nur wenige unterwegs. Dafür hinterließen die Feierfreudigen demolierte Autos. Um ausschließlich junges Partyvolk habe es sich dabei keineswegs gehandelt. „Im Alter zwischen 21 und 50 ist alles dabei gewesen“, sagte ein Beamter, der während der Feiertage auf der Insel im Einsatz war. Tagsüber war die Polizei mit acht Mann voll besetzt. „Spezielle Vorbereitungen hatten wir aber nicht getroffen“, sagte ein Sprecher. Tendenzen nach unten oder oben, im Vergleich zum Vorjahr, kann die Polizei nicht erkennen. „Von den Vorkommnissen her hält sich das die Waage“, das sei zu Pfingsten immer so, betonte der Polizist.

„Laut unserem Securtiy-Chef ist alles friedlich geblieben. Es gab ein paar Einsätze, ein bisschen Vandalismus, einige Streitigkeiten im Alkohol und kaputte Flaschen auf den Wegen“, sagte Steffi Böhm, die Kampener Bürgemeisterin, als Fazit am Pfingstmontag. „Tja, der ganz normale Wahnsinn zu Pfingsten halt ...“ „Alle unsere Ausnüchterungszellen waren durchgehend ‚gut besucht‘“, sagte ein Sprecher der Polizei in Westerland.

Sylt1-Chefredakteur Axel Link hat die Stimmung auf der Insel im Video festgehalten:

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Teilweise schockierend war der Anblick der feiernden Leute: In Kampen torkelten zahlreiche Menschen auf dem Weg nach Hause über die Straßen, die Sirenen der Rettungswagen waren im Hintergrund zu hören. „Das ist schon krass hier, weil einige Leute sehr arrogant sind – aber es macht auch Spaß“, sagt eine Angestellte, die lieber anonym bleiben will. Rund 2600 Sylter und Gäste haben am Sonnabend und Sonntag in der Sturmhaube in Kampen gefeiert, teilte der Veranstalter mit. Allein am Freitagabend sollen bereits 500 Feierwütige das Etablissement am Rotem Kliff aufgesucht haben. Mitarbeiter sprachen von rund 1500 bis 2000 Gästen, die allein an einem Tag in und vor dem Kampener Restaurant feierten.

Die befürchtete Rückreise-Welle mit langen Staus am Autozug blieb laut Verkehrspolizei in diesem Jahr überraschend aus. An der Verladung in Westerland sei am Montag „gar nichts losgewesen“.

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