Abschied von Bürgermeisterin : Petra Reiber - Sylts Dirigentin gibt den Taktstock ab

Ein Abschied mit ordentlich Trara: Zur Begeisterung der 300 Gäste dirigierte Petra Reiber ein letztes Mal den Westerländer Musikverein.
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Ein Abschied mit ordentlich Trara: Zur Begeisterung der 300 Gäste dirigierte Petra Reiber ein letztes Mal den Westerländer Musikverein.

Vor 300 Gästen wurde Petra Reiber am Donnerstag aus dem Amt der Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt verabschiedet.

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01. Mai 2015, 11:26 Uhr

Klare Worte zum Abschied: Sie habe in der Zeitung gelesen, dass der eine oder andere Sylter auch froh sei, dass die „Ära Reiber“ nun vorbei ist, sagte die scheidende Bürgermeisterin. Und fügte bei ihrer Abschiedsrede am Donnerstagabend vor rund 300 Gästen hinzu: „Glauben Sie mir – ich bin es auch.“ Dass dies aber nicht die einzige Emotion war, die sie mit ihrem letzten Tag in diesem anspruchsvollen Amt verband, das machte Petra Reiber unmissverständlich deutlich: „Mir war lange nicht ganz wohl bei dem Gedanken an diesen Abend. Es ist schließlich eine Sache, ein Amt niederzulegen. Eine ganz andere ist es, die Menschen zu verlassen, mit denen man so viele Jahre eng zusammen gearbeitet hat.“

Diese Menschen hatten ihrer Bürgermeisterin nach fast 25 Jahren Dienstzeit einen Abend bereitet, der ihr „unvergesslich“ bleiben werde, wie sie betonte. Neben musikalischen Einlagen der verschiedensten Musikgruppen der Insel, bei der Reiber zwischenzeitlich selbst zum Taktstock griff,  verabschiedeten auch Bürgervorsteher Peter Schnittgard und der stellvertretende Bürgermeister Carsten Kerkamm ihre Bürgermeisterin. Mit ihrem „weiblichen Trainer an der Spitze“ habe sich die Gemeinde Sylt im Land „mehr als gut sehen lassen können“, sagte Schnittgard, der nicht nur die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Reiber, sondern auch ihren Kampfgeist lobte: „Du hast Dich in den 24 Jahren nie vor einer einer noch so schweren Herausforderung und vor Verantwortung gedrückt.“ Stattdessen habe die heute 57-Jährige die Auseinandersetzung zum Wohle der Gemeinde sogar manchmal gesucht. Dann folgte ein Satz, der in den Reden des Abends immer wieder auftauchte, für den auch viele Besucher Reiber ausdrücklich lobten: „Du bist eine Persönlichkeit, die sich nicht verbiegen lässt. Bravo!“

Auch ihre politischen Erfolge wurden ausdrücklich gewürdigt: „Ohne den unermüdlichen Einsatz von Petra Reiber hätte es die Fusion nicht gegeben“, sagte beispielsweise ihr Stellvertreter Carsten Kerkamm, der auch über die entstandene Freundschaft zu der gebürtigen Fränkin sprach. So eng wie in den vergangenen Jahren sei das Verhältnis allerdings nicht immer gewesen – einst hätte eines ihrer Kinder noch: „Mama, Dein Gegenspieler ist am Telefon“ gerufen, wenn er bei Reibers zu Hause anrief.

Um ihre drei nun erwachsenen Kinder, aber besonders um ihren Mann, ging es auch im persönlichen Teil der Reiberschen Abschiedsrede: Sichtlich bewegt dankte sie ihrer Familie für ihre Unterstützung und für ihre Liebe – und für das Verständnis dafür, dass der Dienst so oft Vorrang gehabt habe. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Thomas Wacker wird Reiber nun nach Sehestedt direkt an den Nord-Ostsee-Kanal ziehen. Was sie künftig genau vor hat – ob ein Studium der Islamwissenschaft oder eine Tätigkeit als Juristin – das ließ sie in ihrer Rede offen. Nachdem ihr Mann allerdings vorgeschlagen habe, sie könne doch künftig für sein kleines Unternehmen die Papierarbeit erledigen, sei ihr klar geworden, dass sie sich dringend eine neue Betätigung suchen muss, erwähnte sie mit einem Augenzwinkern.

„Suchet der Stadt Bestes“: Sie habe immer versucht, sich von diesem Bibelvers leiten zu lassen, sagte Reiber. Und sie se überzeugt davon, dass dies bei ihrem Nachfolger Nikolas Häckel genauso sein wird.

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