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Interview : Petra Reiber: "Bürger wollen den Aufbruch"

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Blumensträuße, Gratulantenbesuche und nachmittags Torte in der Teamleitersitzung... Am Tag nach ihrem Sieg genoss Petra Reiber den Triumph und bewertete das Wahlergebnis in einem Interview mit Ulrike Bergmann.

70,5 Prozent - wie geht es Ihnen am Tag danach?

Petra Reiber: Ich bin glücklich und abgearbeitet.

Sie haben viel mehr Zustimmung als jede Partei...

Das heißt nicht, dass man jetzt übermütig wird. Ganz bestimmt nicht. Ich kenne die Regeln nach der Gemeindeordnung und an die werde ich mich auch halten.Genauso, wie ich es in den letzten 18 Jahren auch getan habe.

Was mich sehr freut ist, dass jetzt frischer Wind in die Kommunalpolitik kommt. Durch die SWG. Das sind viele junge, erfrischende Bürger, die mit großem Elan und Zuversicht die Themen anpacken. Es ist ein Generationenwechsel und das Wahlergebnis zeigt, dass die Bürger diesen Aufbruch wünschen.

Können Sie das konkretisieren?

Sie wünschen mehr Sorgfalt in der Bearbeitung kommunalpolitischer Themen. Mehr Transparenz, mehr Offenheit... Außerdem stimmt, was sich Joachim Schweitzer als Bürgermeisterkandidat auf die Fahnen geschrieben hatte, dass wir mehr Politik für die Bürger von Sylt brauchen. Die Phase, in der man vor jedem Investor einen Kniefall machte, ist vorbei. Mit der großen, starken Verwaltung können wir so manches, beispielsweise Wohnungsbau, viel besser selber machen.

Stichwort mehr Offenheit und Transparenz: Im Wahlkampf haben die Parteien immer wieder betont, dass sie mehr Einfluss auf die Eigenbetriebe wie die EVS wollen. Könnte das für Sie Konsequenzen haben?

Für mich?

Bleiben Sie Aufsichtsratsvorsitzende der EVS?

Das bin ich Kraft Amtes sowieso. So steht es im Gesellschaftsvertrag. Und ich gehe davon aus, dass es so bleibt. Da lege ich auch sehr großen Wert drauf! Schließlich darf man schon den Zeitaufwand dieser Position nicht unterschätzen und nächstes Jahr geht Herr Wilfer als Geschäftsführer in den Ruhestand. Da geht es dann um Kontinuität und der Aufsichtsratsvorsitz sollte von jemandem gehalten werden, der Erfahrung hat. Gleichzeitig kann man natürlich eine noch umfassendere Informationspolitik einführen und ich würde mich freuen, wenn sich die Politik ganz schnell überlegt, was beispielsweise auf dem Betriebsgelände der EVS mit dem Brunnenfeld und dem geplanten Wohnungsbau geschehen soll.

Dazu kommt, dass die Eon, unseren Mitgesellschafter bei der EVS, die Thüga, abstoßen will und wir überlegen, mit anderen Stadtwerken, Anteile der Thüga zu kaufen.

Welche anderen großen Themen gehen Sie jetzt an?

Die Zukunft der Schulen, die Sanierung des Schulzentrums mit Fördermitteln des Konjunkturprogramms, die Entscheidung der Politik zum Verwaltungssitz im Rathaus und/oder am Bahnweg. Dazu legen wir Rechenschaft über die günstigste Lösung ab. Wir müssen die Frage des Feuerwehrstandorts klären, es kann sein, dass sich Wehren für den Katastrophenfall auf einzelne Aufgaben spezialisieren, ich möchte sofort das Thema Fun-Sporthalle aufnehmen und habe dafür auch schon ein paar Geldgeber... Es gibt viel zu tun.

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erstellt am 31.Mär.2009 | 06:44 Uhr

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