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Neuer „Nord Nord Mord“-Kommissar : Peter Heinrich Brix: „Ich könnte mich in Sylt verlieben“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Brix löst Robert Atzorn als TV-Kommissar ab. Im Interview erzählt der Flensburger von seiner ersten Begegnung mit der Insel.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2017 | 16:11 Uhr

Sylt | Das ZDF dreht momentan eine weitere Folge der Erfolgsreihe „Nord Nord Mord“ in Hamburg und auf Sylt. Neu an Bord: Peter Heinrich Brix als Hauptkommissar Carl Sievers. Der Nachfolger von Theo Clüver (Robert Atzorn) hat seine ersten Drehtage erfolgreich absolviert. Unsere Autorin hat Peter Heinrich Brix getroffen. Der staatlich geprüfte Landwirt über seine Anfänge als Schauspieler, Glück im Leben und Pech im (Sylter) Fußballspiel.

Herr Brix, Sie treten in große Fußstapfen – wie gehen Sie es an?

Die Erbschaft ist groß. „Nord Nord Mord“ ist eines der erfolgreichsten Formate. Das muss man vergessen können. Man geht schon mit Respekt an die Sache, aber positiv. Einer kommt, einer geht – so ist das im Leben. Und im Film.

Im Film geht Theo Clüver in Rente und Carl Sievers wird von Kiel nach Sylt geschickt – wie ist Ihre Rolle angelegt?

Carl Sievers ist ein ganz anderer Typ als Theo Clüver. Sylt ist ihm suspekt. Auf der Insel muss er sich erst mal zurecht finden. Die Figur ist sehr schön gezeichnet, passt gut ins Gesamtkonzept.

Das erste Zusammentreffen mit Ihren neuen Mitarbeitern Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) ist etwas frostig – wie wurde Peter Heinrich Brix in das Team aufgenommen?

Ich habe nicht das Gefühl, dass ich hier neu bin. Obwohl ich viele vorher nicht kannte. Mit Oli habe ich aber schon oft gedreht. Die Arbeitsatmosphäre ist sehr angenehm, die Produktion unglaublich professionell. Es war ein smoother Einstieg. „Nord Nord Mord“ ist ein Bonschi.

Carl Sievers ist Sylt suspekt – wie sehen Sie die Insel? Kannten Sie Sylt vor den Dreharbeiten?

Ja, ich war vor 40 Jahren das erste Mal hier. Als Fußballspieler! Ich war Abwehrspieler in der TSG Scheersberg, Bezirksliga. Damals spielten wir öfters in Tinnum. Sylt hat mich fasziniert, es ist eine unglaublich schöne Insel. Jetzt bin ich nach elf Jahren das erste Mal wieder hier. Als Drehort kann man sich nichts Schöneres vorstellen. Bei der Bebauung müssen die Sylter aber aufpassen. Da herrscht so eine Goldgräberstimmung…

Haben Sie schon ein Lieblingsrestaurant gefunden?

Nein, ich hatte bisher noch nicht viel Zeit, die Insel zu erkunden. Die Drehtage sind lang. Da macht man abends nicht mehr viel, außer sich für den nächsten Tag vorzubereiten. Dann ist Daddeldu.

Ihr Kollege Oliver Wnuk ist Ihnen da etwas voraus – er hat sich bereits in die Insel verliebt.

Das könnte mir durchaus auch passieren, wenn ich die Insel besser kennenlerne! Am Wochenende habe ich ja etwas Freizeit. Dann bin ich gerne mit dem Rad unterwegs, allein, als Ausgleich zu meinem austauschstarken Job.

Apropos Job – die Profikarriere im Fußball ist es ja nicht geworden…

Nein, die technischen Mängel waren durchaus sichtbar. Eine Schauspielkarriere war damals aber genauso weit weg. Dass ich mal als Schauspieler nach Sylt zurückkehren würde, hätte ich nie gedacht!

Sie standen das erste Mal bei einem Feuerwehrfest auf der Bühne, spielten dann sechs Jahre lang an der Niederdeutschen Bühne in Flensburg Theater. Was hat Sie so gepackt, dass Sie hauptberuflich Schauspieler werden wollten?

Schon nach meinem ersten Auftritt war ich mit dem Schauspielvirus infiziert. Nach sechs Jahren Theater musste ich mich entscheiden: Soll ich aufhören Landwirt zu sein? Oder aufhören zu spielen? Der Gedanke daran hat mich traurig gemacht. Da war einfach diese Freude am Spielen. Das ist der Ursprung von allem, die Keimzelle. Somit war die Entscheidung klar.

Wie hat denn Ihr Umfeld darauf reagiert?

Wie das oft so ist: Erst sagen sie, Du bist bekloppt. Die Skepsis war ja nicht unbegründet. Aber wenn es dann funktioniert, haben es alle gewusst.

Sie sind immer gut im Geschäft gewesen. Was braucht es dafür?

Beharrlichkeit, Besessenheit, Kontinuität, Disziplin und verständnisvolle Menschen im persönlichen Umfeld. Wenn ich drehe, bin ich in meiner eigenen Welt. Man braucht jemanden an seiner Seite, der das mit trägt. Da habe ich mit meiner Frau großes Glück gehabt. Glück ist auch, dass ich gesund bin. Es mag pathetisch klingen, aber ohne Glück würde ich heute hier nicht sitzen.

 

Der erste Film aus der ZDF-Krimireihe „Nord Nord Mord“ mit Peter Heinrich Brix trägt den Arbeitstitel „Sievers und die Frau im Zug“. Brix wird von Kiel nach Sylt versetzt und trifft dort auf seine neuen Kollegen Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk), die beide selbst gerne die Leitung der Dienststelle übernommen hätten. Ihr erster gemeinsamer Fall ist die Suche nach dem Mörder von Gunnar Schneider, ausgerechnet ein Oberkommissar der Kieler Schutzpolizei, dessen Leiche auf Sylt gefunden wird.

Die Dreharbeiten in Hamburg und auf Sylt dauern bis Mitte November, der Sendetermin steht noch nicht fest. Zuvor wird Anfang 2018 „Clüver und der Tod“ gezeigt, Atzorns Abschied aus der Reihe.

 

 

 

 

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