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Biike auf Sylt : Pelz ist Panne: Zehn Tipps für Biike-Neulinge

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wer am Wochenende das Fest der Friesen mitfeiern möchte, ohne als Biike-Laie aufzufallen, sollte diese Regeln beherzigen.

Wenn jedes Jahr am 21. Februar von Hörnum bis List die Biikefeuer brennen, werden schon lange keine Sylter Seefahrer mehr verabschiedet oder die Unbillen des Winters vertrieben. Der als Nationalfest der Friesen titulierte Tag ist heute vor allem das geselligste Fest der Insel, das nicht nur Sylter aus aller Welt zurück auf die Insel führt, sondern auch immer mehr Insel-Liebhaber anlockt. Für alle, denen die Biike-Gepflogenheiten nicht so vertraut sind, hier die zehn wichtigsten Tipps:

1. Laufen statt fahren: Auf keinen Fall versuchen, mit Auto zur Biike zu fahren. Erstens gibt es in der Nähe der Biikeplätze nur selten Parkplätze, zweitens sind die meisten Zufahrten gesperrt und drittens ist es viel geselliger, sich dem jeweiligen Fackelzug anzuschließen.

2. Pelz ist Panne: Egal, wie kalt der Wind bläst, wer heute Abend seinen Nerz oder die Luxus-Daunenjacke spazieren trägt, sollte vorher prüfen, ob seine Versicherung auch für Brandlöcher und Wachsflecken aufkommt. Ansonsten gilt in Kleidungsfragen: je älter umso besser – hinterher riecht alles tagelang nach Räucherschinken. Wer sich jetzt noch Gedanken übers Schuhwerk macht, ist selber Schuld.

3. Fackel-Fehler: Wer seine Fackel auf dem Weg zur Biike in den Wind hält, wird mit einer nicht auskommen, weil sie ruckzuck runter brennt. In der anderen, dem Wind abgewandten Hand, hält sie zehnmal so lange.

4. Der beste Standort: Am Biikeplatz immer dahin gehen, wo es am vollsten ist. Es hat einen guten Grund, warum die Menschen dort und nicht auf der anderen Seite stehen. Spätestens wenn die Biike brennt und qualmt, werden auch Sie es merken.

5. Heiße Getränke gibt es nicht bei jeder Biike. Und wenn, ist der Stand oft dicht umlagert. Also am besten eine gut gefüllte Thermoskanne mitnehmen. Der echte Friese trinkt natürlich Teepunsch (Tee mit Köm), Glühwein und Lumumba werden auch toleriert. Wer mehr Becher mitnimmt, als er selber braucht, wird schnell Freundschaften schließen.

6. Tolle Fotos erfordern eine tolle Kamera. Eine brennende Biike ist wie ein schöner Sonnenuntergang: Nix für Miniknipsen mit Automatikblitz. Also lieber Porträtfotos mit Punsch und rosigen Pausbacken machen und auf der eigenen Facebookseite posten – das weckt Neid.

7. Zuhören und Mitsingen: Die Biike ist ein geselliges Ereignis, bei der man allerdings an den entscheidenden Stellen das Geplauder einstellen sollte. Auch wenn man die friesische Biike-Rede (wie die meisten Sylter) nicht versteht, sollte man andächtig lauschen und danach das Sylter Lied lautstark mitsingen.

8. Feuer frei: Für das Anzünden der Biike gilt das Kommando „Tjen di Biiki ön!“ Wer in erster Reihe steht sollte aufpassen, weil plötzlich von überall die Fackeln Richtung Biike-Haufen fliegen.

9. Nicht zu empfehlen: Wer sich nicht als ignoranter Biike-Laie outen will, sollte sich einige Berkungen verkneifen. Die Frage, „Was soll denn die Vogelscheuche auf dem Haufen?“ ist ebenso unangebracht wie „Letztes Jahr waren wir in Glücksburg bei der Biike“. Für den Versuch der Ostsee-Anlieger, die Biike zu kopieren, haben Nordfriesen nur Hohn und Spott übrig. Das gilt übrigens auch für dekadente Sylt-Eroberer, die statt der Thermoskanne die Champagnerflasche kreisen lassen.

10. Der Tag danach: Schmerztabletten und Tee helfen am besten gegen die Nachwirkungen von zu viel Punsch und Grünkohl. Die Klamotten lüften am besten bei einem Strandspaziergang am Petritag.

Und wenn Sie Ihr Wissen rund um Biike testen möchten, hier geht es zum Biike-Quiz.

 

 

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erstellt am 19.Feb.2016 | 16:30 Uhr

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