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Seehundstation Friedrichskoog : Paten für Sylter Heuler gesucht

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

14 Sylter Heuler im Aufzucht- und Quarantänebereich der Seehundstation Friedrichskoog warten noch auf einen Paten.

Sylta heißt der Patenheuler der Lister Apotheke, der am 16. Juni auf Sylt gefunden und nach Friedrichskoog in die Seehundaufzuchtstation gebracht wurde. Dort lebt die Seehunddame mittlerweile im Auswilderungsbecken und wird, wenn sie fit genug ist, wieder in die Nordsee entlassen.

„Sie hat, wie auch unser erster Patenheuler Elisa, einen Ehrenplatz bei uns“, erklärt Birgit Malich, Inhaberin der Lister Apotheke stolz. Vor drei Jahren hatten sie und ihr Team einen Aufruf in der Sylter Rundschau gelesen, in dem es um Paten für Seehundbabys ging. „Wir haben ganz spontan gesagt, das machen wir, haben unsere Kaffeekasse geplündert, von der wir eigentlich immer gemeinsam Essen gehen, und hatten dann unsere Elisa.“ Fotos und einzelne Entwicklungsschritte hatte die Seehundstation Friedrichskoog damals regelmäßig geschickt, so dass das Apothekenteam immer auf dem neusten Stand war.

„Elisa war der Auftakt unseres regelmäßigen Engagements“, erinnert sich Birgit Malich. Sie besorgte sich Infomaterial der Seehundstation, stellte eine Spendendose auf und sprach mit interessierten Kunden über Seehunde. Als Dank für die Überweisungen, hat die Lister Apotheke in diesem Jahr den Heuler Sylta von Friedrichskoog „geschenkt“ bekommen. Den Namen übrigens hat sich das Team selbst ausgesucht. Sylta war mit 9,7 Kilogramm ganze zwei Kilogramm schwerer als Elisa mit einem Eingangsgewicht von 7,6 Kilogramm. Wann Sylta wieder in der Nordsee schwimmt, stehe noch nicht fest, erklärte Tanja Rosenberger, Leiterin der Seehundstation Friedrichskoog. Sie mache sich aber gut und tummelt sich im Auswilderungsbecken zwischen anderen Heulern.

189 Seehundjunge befanden sich in diesem Jahr im Aufzucht- und Quarantänebereich der Seehundstation. Drei davon sind am Wochenende ausgewildert worden (wir berichteten). 49 Seehundjunge haben Paten. Neben der Lister Apotheke hat auch Conni Diedrichsen aus List einen Patenheuler. Sie hatte Petje selbst bei einem Strandspaziergang am Ellenbogen gefunden. Vier weitere Sylter Heuler sind mit Paten versorgt. „Weitere 14 Sylter Seehunde im Aufzuchtbereich würden sich noch über eine Patenschaft freuen“, erklärt Tanja Rosenberger. Zur Auswahl stehen noch: Erna, Elena, Jack, Daniels, Lisa-Marie, Aperol, Malibu, Amarula, Johanna, Bombur, Maggi, Svea, Rambambolin und Paige.

Patenschaften sind wichtig für die Seehundstation, weil der eingetragene, gemeinnützige Verein sich ausschließlich über Spenden- und Eintrittsgelder finanziere. „In der Heulerzeit steigt der Fischverbrauch schlagartig an, in der Hauptzeit werden teilweise über 500 Kilogramm Fisch pro Tag verfüttert. Mit den Patenschaften kann ein Bruchteil dieser Mehrkosten abgedeckt werden“, so die Stationsleiterin.

Für Birgit Malich und Conni Diedrichsen war der Ausflug in die Seehundstation vor einigen Wochen ein ganz besonderes Erlebnis. „Wir konnten zwar unsere Heuler nicht sehen, weil sie ja so wenig Menschenkontakt wie möglich haben sollen, aber wir haben tolle Einblicke hinter die Kulissen und eine private Führung bekommen“, schwärmt Birgit Malich. Der Lister Apothekerin ist es eine Herzensangelegenheit, sich für die heimischen Tiere zu engagieren. Sie findet es wichtig, über die Natur der Insel und die Tierwelt Bescheid zu wissen. „Ich glaube dann hat man eine ganz andere Wertschätzung gegenüber seiner Heimat.“

 


Petje, der am 11. Juni mit 9,4 Kilogramm gefunden wurde, wiegt mittlerweile 16,1 Kilogramm. Sylta, die am 16. Juni nach Friedrichskoog mit 9,7 Kilogramm kam, wiegt inzwischen 15,3 Kilogramm.

 

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erstellt am 12.Aug.2014 | 05:42 Uhr

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