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Kirchengemeinde St. Severin : Pastor Jörg Reimann wechselt Ende November aufs Festland

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Reimann wird zum Beginn des neuen Jahres eine Pastorenstelle in der Kleinstadt Lensahn zwischen Lübeck und Puttgarden antreten

„75 Prozent der Menschen, die eine Auszeit vom Job nehmen, kommen gestärkt in ihren Job zurück, 25 Prozent suchen eine neue Herausforderung“ sagte Pastor Jörg Reiman in der gestrigen Gemeindeversammlung, die im Anschluss an den Gottesdienst in St. Severin stattfand. „Und ich gehöre nun zu den 25 Prozent“. Während seines dreimonatigen „Sabbatical“, wie eine Berufspause neudeutsch genannt wird, hatte sich der Vater von drei Töchtern entschieden, eine Veränderung in seinem Leben herbeizuführen. Reimann, Jahrgang 1964, wird zum Beginn des neuen Jahres eine Pastorenstelle in der Kleinstadt Lensahn zwischen Lübeck und Puttgarden antreten. Nachdem seine jüngste Tochter die Schule beendet hat, sei der Wunsch größer geworden, näher bei dem Rest der Familie zu sein. Er blicke zurück auf ein schönes Stück Gemeindeleben, hob die Arbeit mit dem Chor und der Jugend hervor, erinnerte sich mit Freude an tolle Feste und Gemeindefahrten, „sogar bis nach Israel“. Seit 2002 war er zusammen mit seiner Frau Heike in der Kirchengemeinde Keitum für Tinnum als Pastor tätig, Anfang 2012 verstarb seine Frau plötzlich, fortan übertrug ihm die Gemeinde die alleinige Verantwortung für die Stelle. Am Buß- und Bettag (18. November) predigt er offiziell das letzte mal in St. Severin, am ersten Advent wird er offiziell in der Keitumer Kirche verabschiedet.

Unklar ist die Nachfolgeregelung. Laut Pastorin Zingel läuft ein Antrag auf Wiederbesetzung der Vollstelle, die Notwendigkeit sei dringend gegeben. Für den Fall, dass es ein postives Signal „von oben“ gäbe, würde die Stelle im Herbst 2016 neu besetzt werden können. Für die Überbrückungszeit werden diverse Pastoren vom Festland zur Unterstützung nach St. Severin kommen, im Januar und Februar wird Probst Knut Kammholzer aushelfen.

Eine Hiobsbotschaft gab es in Sachen Sanierung. Ursprünglich war geplant, das Innere der Kirche zu erneuern. Bis zum Jahr 2018 sollte diese Maßnahme abgeschlossen sein. Nun berichtete der Verantwortliche Björn Christiansen von neuen, unliebsamen Untermietern im Dachgebälk. Hier hat sich der „gescheckte Nagekäfer“ eingenistet, in naher Zukunft muss der Dachstuhl saniert werden. Im Moment würde aber noch keine akute Gefahr beim Betreten der Kirche bestehen. Weiterhin müsse unter anderem das Reetdach vom Pastorat erneuert, die Pastorenwohnung in Tinnum aufgefrischt und das Toilettenhäuschen hinter St. Severin renoviert werden. Für die Renovierungen werde man nicht nur die Gemeinde und den Tourismusservice um Unterstützung bitten, sondern auch „höhere Stellen“ kontaktieren. Die erforderlichen Baumaßnahmen hätten ein Volumen von rund drei Millionen Euro und würden sich über die nächsten 10 bis15 Jahre erstrecken. „Viele denken, wir schwimmen im Geld“, sagte Zingel. „Dem ist aber nicht so“. Deshalb wirbt die Kirche nun mit einer neuen Kampagne um Unterstützung: “Rettet St. Severin!“

 

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