Keitum-Therme : Pas de deux der Abrissbagger am Sylter Wattenmeer

Zwei Bagger arbeiten seit Mittwoch-Morgen beim Abriss der Thermenruine am Wattenmeer. Im Hintergrund der Kampener Leuchtturm und der Yachthafen Munkmarsch

Zwei Bagger arbeiten seit Mittwoch-Morgen beim Abriss der Thermenruine am Wattenmeer. Im Hintergrund der Kampener Leuchtturm und der Yachthafen Munkmarsch

Die zweite Woche des Abbruchs der Bauruine hat begonnen: Erste Gebäude sind komplett verschwunden, Lärmbelastung hält sich in Grenzen, aber viel Stahl im Beton erschwert Arbeiten.

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22. März 2017, 22:00 Uhr

Seit genau einer Woche läuft der Abriss der Thermenruine am Keitumer Wattenmeer. Jetzt wird die Schlagzahl noch verdoppelt: Gestern früh wurde ein zusätzlicher Bagger angeliefert, der pünktlich ab acht Uhr mit seinen Arbeiten begann. Aufgabe des ersten Baggers ist es weiterhin, mit wechselnden, hydraulisch betriebenen Anbaugeräten wie einer Betonschere den Bewehrungsstahl zu durchkneifen oder mit einem überdimensionalen Meißel die glatten Wandflächen aufzureißen, erläutert Vorarbeiter Guido Brebach von der Abrissfirma Ehlert & Söhne. Bagger Nummer zwei zieht derzeit plane Flächen für vier große Abfallcontainer, in denen Metallschrott, Kunststoffteile sowie Holzmaterialien getrennt sortiert abgelegt werden.

Die „Kneifzange“ des Baggers frisst sich in den Stahlbeton.
Die „Kneifzange“ des Baggers frisst sich in den Stahlbeton.

„Anschließend kommt an den Baggerausleger ein Crasher dran“, so Brebach. „Mit dem werden alle groben Abrissteile zerbröckelt und der Stahl vom Beton getrennt.“ Die Betonreste werden dann zu Mieten, also stabilen kleinen Hügeln, kontrolliert aufgeschüttet. Darauf sollen später sogar die Bagger stehen, wenn es an den Abriss der mehrstöckigen Hauptgebäude der Thermenruine geht. „Derzeit kommen wir dort wegen der Schwimmbecken aber noch nicht überall hin“, erklärt der Abrissexperte. Für die Standsicherheit der Baumaschinen müssten diese Becken zunächst mit Abrissmaterial aufgefüllt werden. Wichtig sei es bei den Abbrucharbeiten darüber hinaus, den Beton von dem Kalksandstein zu trennen, der zum Beispiel für viele Innenwände verwendet wurde. „Das darf sich nicht vermischen, weil das Material dann nicht mehr frostsicher ist“, sagt Vorarbeiter Brebach.

Nach der ersten Woche komplett abgerissen sind bereits die ehemaligen Saunagebäude am Wattenmeer. Mittlerweile steht Am Tipkenhoog Nähe Kita auch ein Brückengestell, das vom dortigen Hydranten einen C-Schlauch zum Abrissgelände führt, mit dessen Wasser die Staubbelastung vermindert werden soll. Sehr zufrieden mit dem bisherigen Ablauf der Abrissarbeiten ist auch Marcus Kopplin – „obwohl der sehr hohe Anteil an Bewehrungsstahl die Arbeiten etwas langsamer vorangehen lässt als gedacht.“ Die Belastung der Anwohner sei verhältnismäßig gering, so der KLM-Chef, durch die Kessellage scheine der Schall tendenziell überwiegend in Richtung Watt abgetragen zu werden. Die aufgestellten Schwingungssensoren hätten bislang noch nicht ausgelöst, so dass von geringen Erschütterungsübertragungen der Abrissarbeiten auszugehen sei.

Das Sauna-Gebäude am Watt ist fast komplett abgerissen.
Das Sauna-Gebäude am Watt ist fast komplett abgerissen.
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