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Petra Reiber : Party-Debatte: „Es muss nicht immer Kaviar sein“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wie viel darf Petra Reibers Abschiedsfeier im kommenden Jahr kosten? Über diese Frage diskutierte der Finanzausschuss – ausgiebig

Es ist eine bald schon allgemein anerkannte Tatsache, dass die Gemeinde Sylt finanziell nicht mehr auf Rosen gebettet ist. Bei den jüngsten Sitzungen des Finanzausschusses, die sich um den Haushalt für das kommende Jahr drehten, wurde denn auch fließig der Rotstift gezückt, um unnötige Ausgaben möglichst einzudämmen. Der allererste Sparvorschlag, den Kämmerer Harro Johannsen auf eine ausführliche Liste gesetzt hatte, erhitzte allerdings auch gleich die Gemüter: Die Haushaltsstelle 0000.66600, „Repräsentationskosten“, sollte von 10 000 Euro auf 5000 Euro eingekürzt werden. Das hätten die Ausschussmitglieder wahrscheinlich auch so mitgetragen, hätte sich nicht Monika Kuhn, büroleitende Beamtin der Verwaltung, eingeschaltet: Im kommenden Jahr ende doch die Amtszeit von Petra Reiber und nach 24 Dienstjahren habe man eigentlich eine angemessene Abschiedsfeier geplant. Auch wenn diese nicht zwangsläufig 10 000 Euro kosten werde, würde sie dafür plädieren, dass die Summe theoretisch zur Verfügung stünde.

In Anwesenheit der Bürgermeisterin, die sich das Ganze recht entspannt wirkend anhörte, diskutierten CDU und SPD darüber, ob man bei der Ursprungssumme bleiben sollte oder das Partybudget um 5000, beziehungsweise 2000 Euro kürzen sollte. Gerd Nielsen (SPD) vertrat die Ansicht, eine Abschiedsfete sei zwar selbstverständlich, doch in Zeiten einer derart angespannten Haushaltslage sollte auch eine Bürgermeisterin Zeichen setzen und die Feierei nicht ausufern lassen: „Es muss ja nicht immer Kaviar sein.“ Auch als vorbildhaftes Verhalten für den künftigen Verwaltungschef sei es empfehlenswert, sich bei der Abschiedsfeier zurück zu halten. Dass die Verwaltung in der Partyplanung Bescheidenheit walten lasse, wenn das Geld genehmigt ist, glaubt Nielsen augenscheinlich nicht: „Wenn wir jetzt 10 000 Euro genehmigen, werden auch 10 000 Euro ausgegeben. Das kennt man doch.“ Da hielt Frank Zahel (CDU) dagegen: Eine Bürgermeisterin, die derartig lange im Amt gewesen sei wie Petra Reiber gehöre anständig verabschiedet. Angesichts der Tatsache, dass die Gemeinde über einen Haushalt mit einem Volumen von über 50 Millionen Euro berate, sei diese Diskussion lächerlich, befand auch Bürgervorsteher Peter Schnittgard. Das Ende der Debatte wurde von Pirat Christian Thiessen eingeläutet, der trocken befand, er habe ausgerechnet, dass man sich gerade um 83 Euro pro Reiber’sches Amtsjahr streiten würde – sollte die Debatte noch länger dauern, wäre sie wahrscheinlich teurer als die diskutierten Party-Einsparungen. Der Ausschuss einigte sich anschließend, dass das Abschiedsfest nicht mehr als 8000 Euro kosten darf.

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erstellt am 14.Nov.2014 | 05:04 Uhr

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