Oster-AllerlEi

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04. April 2013, 11:04 Uhr

Zuerst einmal: Happy Ostern! Ich finde das kann man am Ostersamstag schon mal wünschen. Wir stecken ja eigentlich bereits mittendrin im Sylter Osterwochenende. Ich bin zumindest bester Stimmung. Heute Abend gehts zu Tinnumer Freunden zum lecker Spargel-Essen (wir hatten wetterbedingt kurz überlegt, doch noch mal Grünkohl zu machen!!) und danach selbstverständlich hinein ins Sylter Nachtleben. Zu Ostern ist schließlich schwer was los auf der Insel. Dieses Jahr gibt es offenkundig niemanden aus meinem Bekanntenkreis, der nicht dort ist. Von einer Flensburger Freundin bekam ich eine Mail mit dem Betreff "Ostern on the island?", selbst an der Kasse im Kieler Supermarkt, an der Tanke, im Café und sogar beim Spaziergang im Wald unseres Ortsteils hieß es: "Bis Ostern! Wir sehen uns doch auf Sylt ?!" Kiel wird über die Feiertage demnach wie leer gefegt sein.

Und da kommen wir auch schon zu meinem derzeitigen Problem, das da lautet: das Osterfest hat (unglücklicherweise) nur vier Tage. Was die Verabredungswünsche angeht, müsste das Fest für mich allerdings ca. 19 Tage lang sein. Deswegen gilt: heute Abend werde ich mit Carsten einen Zug durch die Gemeinde machen. Er muss mit, ob er will oder nicht. Es gilt schließlich mehrere Fliegen (sprich Freunde vom Festland) mit einer Klappe zu schlagen. Da kann man sich auch gut mal aufteilen. Das verspricht ein absolut kommunikatives und hoffentlich lustiges Osterfest zu werden. Zum Glück, denn ich habe sehr, sehr traurige Kindheitserinnerungen an Ostern.

Ich muss ca. 10 Jahre alt gewesen sein, da war ich mit meinen Eltern zum obligatorischen Spaziergang am Ostersonntag (ich habe ihn gehasst!) in Schilksee bei Kiel. Mein Ostergeschenk war selbstverständlich mit on tour: Ein Monchichi. Ich hatte ihn mir bereits soooo lange gewünscht. Ostern ging mein Traum in Erfüllung. Der braune Monchichi (das Mädchen mit der rosa Schleife) klemmte versteckt hinter der Wohnzimmerheizung. Ich habe "mein Baby" selbstverständlich sofort gefunden. Was für ein unkluges Versteck. Nicht auszudenken, wenn meine Eltern dort stattdessen die Nougat-Eier versteckt hätten. Ich war allerdings nur genau zwei Stunden Monchichi-Mama, denn ich habe ihn direkt am Anfang des Spaziergangs auf einer Mauer liegen lassen. So ein Erlebnis sitzt tief.

Aber das ist lange her. Heute gibts keine Geschenke und keine Schokoeier (um meiner Schokoladen-Sucht vorzubeugen) mehr. Nur noch echte Eier. Ich korrigiere: nur noch echte Sylter-Eier. Entweder vom Hof Hansen bzw von Eier-Petersen oder von meiner privaten Morsumer Eierfrau. Nach all den Schlagzeilen über Eier aus schlimmster Hühnerhaltung möchte ich hier einmal festhalten: seien wir froh, dass wir auf Sylt so tolle frische Eier bekommen. An Ostern gibts bei uns jeden Tag mindestens eins zum Frühstück. Carsten behauptet schon, dass ich mit Vorsatz seinen Cholesterinwert in die Höhe treiben will. Koche ich jedoch morgens keins, meckert er ebenfalls: "Bekomme ich heute kein Ei"? Wie man´s macht...

Fest steht: Ich freue mich bombastisch auf Ostern - aufs Ausschlafen, auf mein Frühstück mit Sylter-Eiern, auf Strandspaziergänge, auf meine Freunde vom Festland, aufs Spargelessen. Ich freue mich sogar auf Autofahrten anstelle von Radtouren über die Insel. Da wird nämlich der neue Pony Club Kampen Vol 5 Sampler, der diese Woche erschienen ist, aufgedreht und lauthals mitgesungen (3 CDs mit 60 Tracks für unter 20 Euro!). Sie merken, ich lasse mir meine Ostertage nicht vermiesen - schon gar nicht von kaltem Wind und Temperaturen unter 5 Grad. Wie gesagt: Happy Ostern!

Jeden Sonnabend beschreibt Miriam Köthe exklusiv für die Sylter Rundschau, was ihr auf Sylt so auffällt und gefällt. Die Kieler Journalistin besucht mit ihrem Mann, dem R.SH-Morningman Carsten Köthe, in jeder freien Minute die Insel.

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