Keitum : Ortsbeirat arbeitet das Aus fürs Kunstmuseum auf

SPD kritisiert fehlende Beratung über Bürgerbefragung und fordert Abstimmung über "veralteten" Antrag

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14. Juli 2012, 08:12 Uhr

Keitum | Ganz so leicht wollte die SPD-Fraktion dem Ortsbeirat den Ausstieg aus dem Projekt "Kunstmuseum auf dem Thermengelände" dann doch nicht machen. Mehr als zwei Monate nach der Bürgerbefragung, die mit ihrer 60-prozentigen Ablehnung zu einem abrupten Ende der weiteren Planungen durch die privaten Initiatoren geführt hatte, kramten die Sozialdemokraten jetzt ihren Antrag aus dem April hervor, der damals vom Beirat vertagt und nie wieder beraten wurde.

Angesichts des Bürgervotums vom 6. Mai bezeichnete Roland Klockenhoff (Grüne), den SPD-Antrag zur Konkretisierung der Museumspläne als "Schnee von gestern". Dem hielt Jan Junge (SPD) entgegen, dass man seiner Ansicht nach im Ortsbeirat über ein so wichtiges Thema entscheiden sollte "und nicht über die Presse". Was ihn offenbar störte, war, dass Mitglieder des Ortsbeirates unmittelbar nach der Bürgerbefragung gegenüber der Sylter Rundschau das Ergebnis als "klares Votum" kommentiert hatten. Junge: "Damit wurde ein einseitiges Bild verbreitet, statt hier im Gremium darüber zu diskutieren." Gerd Nielsen, Chef der SPD-Gemeinderatsfraktion, bemängelte, dass die Abstimmung der Bürger zu früh stattgefunden habe, da noch nicht genug belastbare Fakten auf dem Tisch gelegen hätten. "Der Ortsbeirat sollte den Mut haben, nochmal mit den Initiatoren zu reden - so wird das Ganze dem Projekt nicht gerecht."

Was Nielsen dabei allerdings nicht berücksichtigte, war, dass die Initiatoren als Voraussetzung für die Erarbeitung belastbare Fakten ein klares positives Votum der Keitumer erwartet hatten. Nachdem es dieses am 6. Mai nicht gab, erklärte Mit-Initiator Claas-Erik Johannsen - ebenfalls gegenüber der Sylter Rundschau - die Einstellung aller weiteren Planungen.

Den von der SPD erweckten Eindruck, die Keitumer hätten gar nicht richtig gewusst, worüber sie abstimmen, konterte Klockenhoff mit dem Hinweis, dass er die Abstimmung für "ein tolles Stück direkte Demokratie" durch "mündige Bürger" halte, an deren Votum er sich gebunden fühle. "Wir können doch nicht dafür sein, wenn die meisten Keitumer dagegen sind." Seit Donnerstag ist dieses Votum des Ortsbeirates nun auch protokollarisch festgehalten: Mit 7:2 Stimmen wurde der SPD-Antrag abgelehnt und das Thema Kunstmuseum endgültig ad acta gelegt.

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