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Sturm : Orkan „Xaver“ hat Sylt fest im Griff

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

"Xaver" sorgte auf Sylt bisher für 45 Einsätze der Inselwehren und teilweise Überflutungen. Vier Menschen wurden verletzt.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2013 | 19:06 Uhr

Das Orkantief „Xaver“ traf Sylt Donnerstag mit der angekündigten Härte. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt, die Wehren der Insel fuhren bis 18 Uhr rund 45 Einsätze. Im Gegensatz zu Orkan „Christian“ vor sechs Wochen waren Insulaner und Gäste allerdings vorsichtiger – in der Asklepios-Klinik wurden gestern vier Menschen behandelt, die sich durch den Sturm verletzt hatten. Bei „Christian“ waren es über 30.

 

Der Sturm-Beginn


Gegen 9.30 Uhr am Donnerstag wurde der Wind auf Sylt stärker und hatte eine Stunde später eine Stärke von 10 Beaufort erreicht, so dass der Sylt Shuttle seinen Betrieb einstellen musste. Ab 14 Uhr stellte die Nord-Ostsee-Bahn auch den Verkehr zwischen Hamburg und Niebüll ein – nur die Verbindung zwischen Niebüll und Westerland wurde aufrecht erhalten. Windstärke 12, und damit Orkanstärke, wurde gegen Mittag auf Sylt zum ersten Mal gemessen. Die Windhöchstgeschwindigkeit betrug 137 Stundenkilometer. Der Kreis Nordfriesland rief Katastrophen-Voralarm aus und übernahm damit das Kommando über die Kontrolle der Deiche. Diese hielten dem Druck der Wassermassen aber während des Tages stand.

 


Hörnum in Gefahr


 

Der Wasserhöchststand von etwa zwei Metern über Normalwert wurde zwischen 14.30 Uhr und 17.30 Uhr erreicht. Während in Westerland das Wasser bis auf die Promenade flutete, wurde in Munkmarscher der Hafen und in List der Fähranleger und der Parkplatz am Hafen komplett überflutet. In Hörnum berichtete Hafenmeister Olaf Pforr von 8,34 Metern – also 2,50 Metern höher als normal. „Wäre das Wasser einen Meter höher gestiegen, wie ursprünglich berichtet, wäre das Wasser in den Ort gelaufen“, so Pforr.

Bis 18 Uhr mussten die Inselwehren am Donnerstag rund 45 Mal ausrücken. Dabei ging es in erster Linie um die Sicherung von Dächern. Darunter auch das Dach der Westerländer Feuerwehr, der Sylter Welle und des Hauses Metropol im Westerländer Kurzentrum. Da hier das Dach herab zu stürzen drohte, sperrte die Polizei die Andreas-Dirks-Straße nachmittags ab.

Im Laufe des Tages kamen rund 1500 Sandsäcke zum Einsatz, in der Halle 25 am Flughafengelände wurden unablässig neue Säcke gefüllt.

 


Kaum Verletzte


 

Es gab aber kaum Einsätze, bei denen Menschen gerettet werden mussten. Lediglich ein Mann mussten die Rettungskräfte mit einer ausgekugelten Schulter von der Friedrichstraße holen und drei Menschen kamen mit leichten Kopfverletzungen in die Asklepios Nordseeklinik. „Es freut mich sehr, dass kaum Menschen verletzt wurden“, erklärte Bürgermeisterin Petra Reiber, „das bedeutet, dass die Leute im Gegensatz zu anderen Stürmen in der Vergangenheit, auch wirklich zu Hause bleiben. Sie sind viel vernünftiger als noch bei Christian und Anatol.“ Ihrer Ansicht nach ist das vor allem auf die frühzeitige Warnung zurück zu führen. Bereits zwei Tage vor dem Beginn von „Xaver“ wurde in den Medien über den Sturm und seine möglichen Auswirkungen berichtet. „Die Leute hatten Zeit, Gegenstände zu sichern und sich darauf einzustellen, zu Hause zu bleiben“, so Reiber. Die Bürgermeisterin war Mitglied eines Krisenstabes, der außer ihr aus Mitarbeitern des Ordnungsamtes, dem Amtsvorsteher, den Amts- und Gemeindewehrführern sowie Vertretern von DRK und Polizei bestand.

 


Zugverkehr heute


 

Die Nord-Ostsee-Bahn meldet für den heutigen Freitag, dass ab Betriebsbeginn erneut ein Pendelverkehr zwischen Niebüll und Westerland eingerichtet wird. Weil aufgrund der Wetterbedingungen unter Umständen aber wieder die Geschwindigkeit reduziert wird, sollte mit Verspätungen gerechnet werden. Der Streckenabschnitt zwischen Niebüll und Itzehoe kann nach Auskunft der NOB bis mindestens neun Uhr nicht bedient werden. Erst danach könne man eine endgültige Entscheidung über eine mögliche Wiederaufnahme des Zugverkehrs treffen. Ein Busersatzverkehr wird eingerichtet. Es könne jedoch nicht sichergestellt werden, dass für den Ersatz jeder Zugfahrt ausreichend Bus-Kapazitäten bereitstehen. Deshalb werden die Fahrgäste gebeten, längere Fahrzeiten einzuplanen oder alternative Verkehrsmittel zu prüfen.


 


 

 

 

 

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