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Sylter Rundschau

11. Dezember 2017 | 02:10 Uhr

Miris Sylt : Ordentlich was zu gucken

vom

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 08:18 Uhr

Was für großartige Mai-Wochen: gleich dreimal durch Feiertage verkürzt und an allen Wochenenden geht auf der Insel traditionell der Punk ab.

Himmelfahrt habe ich mir übrigens meinen ersten kleinen Sylt-Sonnenbrand geholt. Ich habe es doch tatsächlich geschafft, mit meiner neunjährigen Nichte Emma einen sonnigen "Frontrow"-Platz im Café zu ergattern. Und den gibt man schließlich nicht schon nach einer halben Stunde auf, bloß weil man dummerweise die Tube Sonnencreme vergessen hat. Also das Kind mit dem Rücken zur Sonne setzen, selbst die Sonnenbrille aus der Tasche pulen und dann das bunte Treiben genüsslich anschauen. "Und was machen wir jetzt hier?", fragte Emma. Was für eine Frage. "Na, gucken, wer so guckt ...und ne Cola trinken". Weiß ich, dass sie noch gar keine Cola trinken darf und Cafés langweilig findet? Also flink das Getränk umbestellen (Spezi ist nicht ganz so schlimm und in Kinderaugen ebenfalls exotisch) und ... ähm... vielleicht etwas... spielen?!

Aber was spielt man mit einem Kind im Café in der Friedrichtraße? Noch dazu ohne laut zu sein. Nach wenigen Minuten ist mir etwas absolut mega-galaktisch-spitzenmäßiges eingefallen. Ehrlich. Ich verrate es Ihnen, falls Sie dort auch mal mit einem Kind pausieren. Meine Spielidee hieß "Finde den schönsten Hund". Jeder Hund der vorbei flitzte wurde begutachtet und von uns beiden anhand eines ausgeklügelten Punktesystems bewertet. Ungefährt so: Schwarzer Mops, links, von mir gibt’s nur 6 Punke, weil er ein bisschen zu dick ist. Oder: Golden Retriever, beige, 9 Punkte wegen seines schön gepflegten Fells. Ich habe es mit dieser Spielidee auf eine Café-Sitzzeit von sage und schreibe einer Stunde geschafft. Mit einem neunjährigen Kind! Das soll mir erstmal jemand nachmachen. Unser Ergebnis nach Begutachtung und Bewertung von 12 Möpsen (immer noch der Sylter-In-Hund), 8 Jack Russell Terriern, 5 Rauhaardackeln, 3 Golden Retrievern und einem Border-Terrier - tätärätä: Platz 1 geht an einen süßen, knopfäugigen Labrador-Welpen, gefolgt von einem wunderhübsch gepunkteten, Emma bis zur Hüfte reichenden Dalmatiner. Tolles Spiel. Einziges Problem: Als Carsten uns abholte, wollten wir beide einen Hund. Sofort! Ein Eis tat’s dann aber schließlich auch.

Dieses Wochenende wird’s wieder ordentlich was zu gucken geben auf Sylt. Aber nicht nur am Strand und in den zahlreichen Locations, die sich pfingstfein gemacht haben, sondern auch auf den Straßen. Ich bin wirklich kein Autofan, aber das was an Feiertagen frisch geputzt und poliert über die Inselstraßen cruist, ist auch für mich eine wahre Freude. Vom Fiat-Mini aus den 70ern bis hin zum Bentley-Cabriolet mit flauschigen Teppichen im Fußraum. Ob nun aufgemöbelter Oldtimer oder Luxuskarosse - wenn die guten Stücke mal aus den Garagen geholt werden, dann zu Himmelfahrt und Pfingsten. Und auf Sylt. Hiermit übrigens auch allen Motorrad-Fahrern ein herzliches Willkommen auf der Insel. Noch ein kleiner Tipp aus eigener Erfahrung: Umfahren Sie die Kreuzung in Wenningstedt bloß weiträumig und planen Sie auf jeden Fall mehr Zeit ein, wenn Sie zu Feinkost Meyer wollen. Durch den Bau des Kreisels staut es sich dort wie blöd. Habe selbst mittendrin gestanden. Mit Emma. Fakt ist: Im Stau gibt’s definitiv nichts zu gucken. Und das Hunde-Spiel funktioniert hier auch nicht.

Jeden Sonnabend beschreibt Miriam Köthe exklusiv für die Sylter Rundschau, was ihr auf Sylt so auffällt und gefällt. Die Kieler Journalistin besucht mit ihrem Mann, dem R.SH-Morningman Carsten Köthe, in jeder freien Minute die Insel.

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