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Kampf um den Hindenburgdamm : Ominös oder unseriös? RDC fährt immer noch nicht

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wann RDC den Betrieb seines Autozuges zwischen Westerland und Niebüll aufnimmt, bleibt unklar. Dem Bürgermeister reißt die Geduldsschnur.

Im April wollte das Eisenbahnunternehmen RDC eigentlich den Betrieb aufnehmen, nach Ostern hätten Probefahrten auf der Strecke zwischen Niebüll und Sylt stattfinden sollen. Doch immer noch ist auf den Gleisen vom blau-weißen Bahnkonkurrenten nichts zu sehen. Woran diese erneute Verzögerung liegt, dazu äußert sich das Unternehmen auf Nachfrage unserer Zeitung nicht. Stattdessen betont RDC-Sprecherin Meike Quentin, man verstehe die ganze Aufregung nicht und behauptet: „Wir haben RDC-seitig nie einen konkreten Starttermin für den Probebetrieb genannt, insofern gibt es auch keine ‚Story‘ dazu.“ Es handele sich wohl eher um eine „künstlich von außen erzeugte Aufregung“, so die Pressesprecherin weiter.

Dafür habe man Verständnis, schiebt Quentin hinterher. Doch warum RDC immer noch nicht an den Start geht, erklärt sie nur begrenzt. Man müsse den Probebetrieb gründlich vorbereiten, weil man die ohnehin bestehenden Engpässe auf der Strecke nicht verschlimmern wolle. Das Personal müsse gründlich vorbereitet werden. Und es gäbe derzeit in den Abendstunden Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Morsum und Westerland. Abschließend äußert sich Quentin einigermaßen ominös: Es gebe „entsprechend gute Gründe, nichts übers Knie zu brechen. Sondern besonnen vorzugehen.“

Ob Insulaner und Urlauber dieses Vorgehen verstehen können, ist fraglich. Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel zumindest scheint mit seiner Geduld in Sachen RDC am Ende: Er sei über die „mangelnden verlässlichen Informationen zu der Betriebsaufnahme, den Verbindungen, den Möglichkeiten des Fahrkartenerwerbs, den Reservierungsmöglichkeiten enttäuscht und verärgert“. Gäste und Sylter seien in ihrer Reiseplanung stark verunsichert. Und weiter: „Ich verliere mehr und mehr den Glauben daran, dass es sich bei RDC um einen seriösen Anbieter und Partner unserer Feriendestination handelt.“ Auch wenn diese Bedenken mehr und mehr Sylter teilen sollten: Auf Hilfe vom Festland kann die Insel nur sehr begrenzt hoffen. So weist das Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein erneut darauf hin, in Sachen Trassenvergabe und Hindenburgdamm rechtlich schlicht keine Handhabe zu haben. „Das Land kann hier nicht eingreifen. Es kann lediglich beide Unternehmen aufrufen, sich an einen Tisch zu setzen, um eine Lösung zu finden und außerdem versuchen, künftigen Fälle vorzubeugen, indem es eine Bundesratsinitiative startet. Beides ist geschehen“, so eine Sprecherin.


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erstellt am 12.Apr.2016 | 05:55 Uhr

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