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Surf-Worldcup auf Sylt : Olympia ist zu langweilig

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 29.Sep.2013 | 09:18 Uhr

Olympia ist ihm zu langweilig. Auch der Heilige Gral muss erstmal warten. Bevor sich Surf-Wunderkind Philip Köster wieder ganz dem gefährlichen Traum aller Wellenreiter widmen kann, hat der zweimalige Weltmeister einen Job zu erledigen. Bei der Jubiläumsausgabe des größten Windsurf-Events der Welt auf Sylt, will der 19-Jährige seine Ausnahmestellung bestätigen. Und einen großen Schritt zum WM-Hattrick machen. „Der Weltcup auf Sylt bedeutet mir sehr viel. Es sind super viele Zuschauer da und ich will dort natürlich gewinnen“, sagte Köster vor dem Beginn des 30. Sylt-Weltcups (noch bis 6. Oktober).

Für die erwarteten weit über 150 000 Fans auf der nordfriesischen Insel hat er sogar das Training für den dreifachen Vorwärts-Salto, den Triple-Loop, ausfallen lassen. „Ich wollte mich nicht vor dem Wettkampf noch verletzen, weil ich den WM-Titel unbedingt verteidigen möchte“, sagte Köster. Viel fehlt ihm allerdings nicht mehr. Zurzeit sei er schon bei 80 bis 85 Prozent. Auf Sylt müssen die Fans auf den waghalsigsten aller Sprünge, den noch nie ein Surfer auf der Welt gestanden hat, also noch einmal verzichten. Überhaupt hat Köster den Salto im Wettkampf erst einmal ausprobiert, doch nach zwei einviertel Rotationen knallte er mit voller Wucht auf das Wasser und bekam entsprechende Abzüge in der Wertung.

Robby Naish, der bei der Sylt-Premiere vor 29 Jahren gewann, ist trotzdem von einem Spektakel im deutschen Windsurf-Mekka überzeugt. „Philip und seine Konkurrenten zeigen unglaubliche Dinge“, sagte die Surf-Legende der Welt. Auch er wird wieder ein paar Tage auf der Nordseeinsel verbringen.

Weltmeister kann Köster, der die Rangliste souverän anführt, auf Sylt allerdings noch nicht werden. Weil der Dachverband der professionellen Windsurfer PWA unter der Woche Maui noch als weiteres Event in den Tourkalender aufgenommen hat, muss der Youngster wohl noch bis Dezember auf die fest eingeplante dritte WM-Trophäe warten.

Naish gilt als großer Fan von Köster. „Philip ist groß, kraftvoll und springt höher als alle anderen Jungs“, sagte Naish kürzlich, nachdem er ihn beim Training auf Maui staunend beobachtet hatte: „Er ist erst 19 und wird auf jeden Fall für lange Zeit einer der Besten der Welt sein – und das in verschiedenen Disziplinen. Da bin ich mir sicher.“ Worte, die wie ein Ritterschlag klingen und Köster stolz machen. Doch Köster, der als Sohn ausgewanderter deutscher Eltern nur 50 Meter vom Strand auf Gran Canaria aufgewachsen ist und der nach eigenem Bekunden jede Frau für die perfekte Welle stehen lassen würde, hat zurzeit keine Lust auf andere Disziplinen. „Ich werde auf jeden Fall mal Slalom ausprobieren und vielleicht mal Race. Aber im Moment habe ich einfach den meisten Spaß am Waveriding“, sagte Köster.

Einen Start bei den Olympischen Spielen, wo Wellenreiten allerdings nicht im Programm steht, schließt er deshalb aus. „Gute Voraussetzungen hätte ich sicher schon, aber ich liebe es halt, hoch zu springen“, sagte Philip Köster. Die anderen Disziplinen seien „ein bisschen langweilig“.

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