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Windpark vor Sylt : Offshore-Windpark: Butendiek liefert jetzt den ersten Strom

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Butendiek, der umstrittene Windpark vor Sylt, ist in Betrieb. Jedenfalls teilweise.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2015 | 05:43 Uhr

Im Offshore-Windpark Butendiek sind die ersten Windenergieanlagen in Betrieb genommen worden und können ab sofort die ersten Kilowattstunden Strom in das öffentliche Netz einspeisen. Wer genau hinsieht, kann bei bestimmten Witterungsverhältnissen vom Weststrand der Insel etwa 20 der bisher 24 Windkrafträder sehen, die seit März 2014 32 Kilometer westlich von Sylt erbaut wurden. Bis zum Spätsommer soll die Bauphase beendet sein und insgesamt 80 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 288 Megawatt erneuerbaren Strom erzeugen, heißt es von den Betreibern.

Die Fundamente, Kabel und das Umspannwerk sind laut Christian Schnibbe, dem Sprecher der Betreibergruppe wpd, planmäßig im vergangenen Jahr errichtet worden. „Wir freuen uns sehr über das Erreichen dieses wichtigen Meilensteines“ sagt Achim Berge Olsen, Geschäftsführer von Butendiek und wpd offshore. Der Fokus sei nun auf die Installation der restlichen Anlagen und die Fertigstellung von Restarbeiten gerichtet, so Berge Olsen weiter.

2003 als Bürgerwindpark geplant, der sich aber aufgrund von Preissteigerungen, Finanzierungsproblemen und verschiedenen Querelen als nicht umsetzbar erwies, stößt das Bauvorhaben immer wieder auf Kritik. Eine Befürchtung der Insulaner war, dass aufgrund der 150 Meter hohen Windturbinen weniger Urlauber auf die Insel kommen würden und der freien Blick auf den Horizont einschränkt werde. Diese Angst versucht Unternehmenssprecher Schnibbe zu nehmen: „Aus unserer Erfahrung bisheriger Bautätigkeiten sind die visuelle Belastungen der Windkraftanlagen nur gering“, sagt er, und ergänzt, „aufgrund der Wetterverhältnisse, der Erdkrümmung und angesichts der 32 Kilometer Küstenentfernung werden die Anlagen des Offshore-Windparks landseitig ausgesprochen selten zu sehen sein.“

Neben der Angst vor einer zu deutlichen Sichtbarkeit der Windkraftanlagen befürchteten Naturschützer Auswirkungen auf das Ökosystem und die Population von Schweinswalen durch den Lärm der Bohrungen in 20 Metern Tiefe. Bei der Rammung mit einem hydraulischen Hammer, so äußerte sich der Vorstand der Anti-Butendiek-Gruppe „Gegenwind“, würde Lärm von über 160 Dezibel verursacht, der einer Artillerie-Stellung gleichkäme.

Unter anderem aus Sorge um die Schweinswale hatte auch der Naturschutzbund Nabu im April vergangenen Jahres eine sogenannte Umweltschadensgesetzklage beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht, die allerdings keine Konsequenzen hatte. Grund für die Klage waren ebenfalls Flugbeobachtungen vor der Sylter Küste, die laut Nabu belegten, dass deutlich weniger Tiere in der betroffenen Region gezählt wurden als gewöhnlich. Damt lag nach Nabu-Meinung ein Verstoß gegen geltendes Naturrecht vor.

Neben der Sorge um die Meerestiere befürchteten die Butendiek-Gegner Schäden für die Vögel, außerdem wurde mehr Transparenz von den Betreibern und den zuständigen Bundesämtern zu den Auswirkungen des Windparks auf die Meeresumwelt gefordert.

Trotz aller Kritik steht der Offshore-Windpark jetzt nach rund 15 Monaten Bauzeit kurz vor seiner Vollendung.

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