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Sylter Rundschau

23. August 2017 | 04:42 Uhr

Offiziersheim: „Nix für fix“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Dr. Christian Harisch erläutert seine Pläne für ein Medical Spa in List und warum dieses Projekt etwas Zeit braucht

Die Pläne für das ehemalige Offiziersheim-Gelände in List nehmen langsam Form an. Das deutete Bürgermeister Wolfgang Strenger in der Sitzung der Lister Gemeindevertretung am Donnerstagabend an. „Es hat ein erstes, sehr gutes Gespräch mit den neuen Eigentümern des Geländes stattgefunden“, sagte Strenger. Vergangenen November hatte sich eine Gruppe rund um den Tiroler Hotelier und Juristen Christian Harisch bei einem Bieterverfahren für das Gelände durchgesetzt (wir berichteten). Der Bund hat das ehemalige Militärgelände am Lister Watt verkauft.

Harisch, der auch Geschäftsführer des Lanser-Hofes am Tegernsee ist, plant unter anderem, auf dem fünf Hektar großen Gelände einen weiteren Lanserhof, ein so genanntes Medical Spa, zu eröffnen. „Das wäre eine gute Ergänzung zum Arosa-Hotel“, befand Bürgermeister Strenger und sei zudem eine sinnvolle touristische Neuerung in List. Ende diesen Monats soll ein Gespräch beim Kreis Nordfriesland stattfinden, bei dem unter anderem über den Denkmalschutz der bestehenden Gebäude gesprochen werden soll. Aufgrund der Größe des geplanten Projekts schätzt Strenger, dass bis Ende 2016 Abstimmungen und Planungen abgeschlossen sein können. Läuft alles nach Plan, könnte die Neugestaltung des O-Heim-Geländes 2018 abgeschlossen sein.

Auch Hotelier Harisch wertete das Gespräch mit der Gemeinde List gegenüber der Sylter Rundschau positiv. „So konnten wir auch horchen, welche Erwartungen in List bestehen.“ Er habe den Eindruck, die Gemeinde wünsche sich, dass sich wieder mehr junge Familien in List ansiedeln. Dabei könne er mit dem Lanser-Hof helfen – denn er rechne damit, dass 50 bis 100 Menschen in der neuen Klinik arbeiten werden und sich auf der Insel ansiedeln würden. Neben dem Lanser-Hof, für den er sich eine Klinikkonzession erhofft, möchte Harisch außerdem Ferienvermietung auf dem Gelände anbieten – „vielleicht ja in Zusammenarbeit mit einem bestehenden, angrenzenden Hotel“.

Bevor das alles losgehen kann, müssten allerdings noch einige vorbereitende Schritte eingeleitet werden. Demnächst sollen auf dem ehemaligen Militärgelände Bodenproben genommen werden, „um herauszufinden, was da eigentlich alles noch so liegt“. Und dann müssten sich seine Planer überlegen, wie sie die vorhandene Bebauung auf dem Grundstück nutzen – auch die zwei Bunker, von denen Harisch weiß. Bevor er etwas Konkretes sagen kann, muss sich erst mit dem zuständigen Denkmalschutz abgestimmt werden. Nur so viel: „Ich gehe davon aus, dass das eigentliche Offiziersheim nicht abgerissen wird. Aber ob die Mannschaftsunterkünfte so noch alle stehen bleiben müssen, ist die Frage.“ Den Lanser-Hof selbst, also die Klinik, könne er sich theoretisch in einem der Mannschaftsgebäude vorstellen – allerdings müssten dafür einige Veränderungen vorgenommen werden. „Stellen Sie sich vor, unser Lanser-Hof am Tegernsee hat 24  000 Quadratmeter und die Mannschaftsgebäude auf dem Gelände haben 800 Quadratmeter Grundfläche.“ Natürlich solle die Sylter Klinik einen deutlich kleineren Umfang als die Tiroler haben, doch beispielsweise unterirdische Therapieräume wären vonnöten. Aber erst einmal müsse man schauen, was bei den Gesprächen mit dem Kreis und der Gemeinde herauskomme. Oder, wie Harisch es formuliert: Das Projekt sei „nix für fix“. Er hofft, bis Ende diesen Sommers konkretere Pläne formulieren zu können, wie es mit dem Grundstück in Traumlage weiter geht.

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von
erstellt am 14.Mär.2015 | 05:11 Uhr

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