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Sylter Rundschau

19. August 2017 | 19:19 Uhr

Objektive Infos oder perfide Sabotage?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Als Reaktion auf das Bürgerbegehren zum Erhalt der Halle 28 fordern einige Parteien, Teile des Marinefliegerhorstes neu zu überplanen

Überraschende Entwicklung im Streit um die geplanten Abrisse auf dem Marinefliegerhorst: Zur Sitzung des Bauausschusses am kommenden Montag haben die Fraktionen von SWG, SPD, SSW und Bündnis 90/Die Grünen kurzfristig einen Dringlichkeitsantrag eingereicht. Für das Gebiet der Hallen 25 und 28 sowie des Vorfeldes soll jetzt doch ein Bebauungsplan aufgestellt werden, heißt es darin. Ziel des Vorstoßes der Parteien scheint es zu sein, noch vor Ablauf des Bürgerbegehrens ein Planungsverfahren auf den Weg zu bringen.

Der fraktionsübergreifende Antrag sei aber keineswegs ein „Zurückrudern“ angesichts eines mutmaßlichen Erfolgs des Bürgerbegehrens, betonte Erik Kennel auf Anfrage der Sylter Rundschau. „Uns geht es darum, die rechtliche Situation für eine, wie auch immer geartete, weitere Nutzung der Hallen sicher abzuklären“, sagte der SWG-Fraktionsvorsitzende. „Da gibt es ja offensichtlich Hoffnungen und Wünsche, aber auch falsche illusorische Erwartungen.“ Darüber hinaus gebe es juristische Konflikte zwischen dem geltenden Baurecht im Außenbereich und dem Denkmalschutz. „Und es gibt zu viele widersprüchliche Aussagen, die auf der Basis eines ‚gesunden Halbwissens‘ getätigt werden“, so Kennel. „Das Ziel unseres Antrages ist es, den Bürgern objektive Infos zu vermitteln: über die Möglichkeiten und über die Risiken eines Erhalts der Gebäude.“ Seine Wählergemeinschaft stehe allerdings nach wie vor ohne Wenn und Aber zu dem Abrissbeschluss für die Hallen.

Ausdrücklich begründet wird die Dringlichkeit mit dem laufenden Bürgerbegehren zur Rettung aller verbliebenen Bauten auf dem Fliegerhorstgelände und vor allem zu einer weiteren Nutzung der Halle 28 für den Katastrophenschutz. Alle vier Parteien haben sich wiederholt für die so genannte Null-Lösung ausgesprochen und mit ihrer Mehrheit in der Gemeindevertretung den Abriss aller Gebäude bis spätestens 2018 beschlossen. Eine besondere Dringlichkeit liege auch vor, weil die Halle 28 schon seit längerer Zeit rechtswidrig genutzt würde und deshalb ein Handeln der Gemeinde dringend erforderlich wäre, so die Begründung.

Für Lars Schmidt, einen der Initiatoren der Aktion zur Rettung der Hallen 28 und 25, ist der Dringlichkeitsantrag lediglich eine „üble formale Trickserei“, ja sogar eine „perfide Sabotage“ des Bürgerbegehrens. Dass die vier Parteien jetzt diesen Weg beschritten, sei „ein völlig unlauterer Versuch und ein Schlag ins Gesicht aller mündiger Bürger.“ Auf keinen Fall würden er und seine Mitstreiter jetzt aufgeben: „Denn die Aufstellung eines B-Plans wie jetzt gefordert reicht alleine nicht aus. Es ist ein mehrheitlicher Beschluss der Gemeindevertreter zu den Zielen unseres Bürgerbegehrens erforderlich“, so Schmidt, „und der Abriss-Beschluss muss definitiv aufgehoben werden.“ Die Aktion zum Erhalt der Hallen werde also auch nach der Bauausschuss-Sitzung weitergehen: „Wir werden noch mehr Unterschriften sammeln, um deutlich zu machen, was die Bürger wollen – und nicht, was einige Politiker wollen.“

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erstellt am 05.Feb.2016 | 05:42 Uhr

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