Syltlauf 2014 : Nordwestwind bremste Syltläufer

Kurz nach dem Start in Hörnum ist das Läuferfeld noch zusammen.
Kurz nach dem Start in Hörnum ist das Läuferfeld noch zusammen.

Beim 33. Syltlauf verlief fast alles glatt – nur der Wind machte es den Läufern schwer. Gewonnen haben Ingmar Lundström und Manuela Sporleder.

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16. März 2014, 17:51 Uhr

„Seid ihr reif für die Insel?“ Diese Frage musste Syltlauf-Organisator Franz Beilmann am Hörnumer Startpunkt gleich zweimal in die Menge rufen, bis er mit dem Ergebnis zufrieden war. Ihre Sylt-Tauglichkeit bewiesen die 710 Einzelläufer und 57 Staffeln, die das Ziel innerhalb von vier Stunden erreichten, dann auf der Strecke bei ordentlich Gegenwind. Mit sechs bis sieben Windstärken aus Nordwest hatten die Sportler zu kämpfen, bis sie nach 33,33 Kilometern endlich im Ziel an der Alten Grundschule in List einlaufen konnten.

Am schnellsten war der Mann mit der Nummer 338: Ingmar Lundström aus Gütersloh erreichte das Ziel nach zwei Stunden und elf Minuten. Er war in der Klasse der 40- bis 44-Jährigen gestartet. „Der Wind war schon etwas anderes als die Berge, die ich sonst gewöhnt bin. Aber die Landschaft war traumhaft – nur ab Kilometer 24 wurden die Beine etwas müde“, erzählt Lundström. Beim Syltlauf war der passionierte Sportler zum ersten Mal dabei. „Ich habe mir das seit zehn Jahren vorgenommen, aber dann habe ich mich immer mit ganzer Kraft auf den Hermannslauf konzentriert.“ In diesem Jahr stand der Syltlauf im Fokus und auch wenn Ingmar Lundström mit einer besseren Zeit geliebäugelt hatte: „Trotzdem bin ich mit meiner Leistung zufrieden.“

Obwohl er schon in Westerland das Feld anführte – als Erster kam der spätere Sieger nicht ins Ziel. Auf den letzten Kilometern überholte ihn noch der 21-jährige Jari Ziplys, Schlussläufer der Hurrikan-Staffel aus Uelzen. Nach zwei Stunden und neun Minuten lief er unter Jubel mit dem Staffelstab ins Ziel ein. Die Staffel aus Uelzen holte bereits zum neunten Mal den Sieg. Kein Wunder: Schließlich reisten die Läufer aus Niedersachsen mit eigenem Fanclub an, dem 100 Personen angehören.

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Zweiter bei den Männern wurde Patrick Raabe aus Ahrensburg. Er war in der Klasse der 18- bis 29-Jährigen gelaufen und erreichte die ehemalige Grundschule eine Minute später als Ingmar Lundström. Schon an der Westerländer Promenade machten Raabe und Lundström den Lauf unter sich aus – hier trennten die beiden nur 35 Sekunden. Auch Raabe war zum ersten Mal beim Syltlauf dabei. Besonders freute er sich über die Unterstützung durch die Zuschauer. „Das hat motiviert – an den Stellen, wo niemand stand, wurde es richtig hart.“

Die schnellste Frau war Manuela Sporleder aus Schnelsen. Mit einer Zeit von zwei Stunden und 23 Minuten holte sie sich ihre siebte Syltlauf-Milchkanne – und kam ihrem Ziel von zehn gewonnenen Syltläufen damit ein gutes Stück näher.

Von den Streckenrekorden waren die Zeiten der schnellsten Frau und des schnellsten Mannes allerdings weit entfernt. Die Bestzeit liegt bei den Frauen bei zwei Stunden und elf Minuten – bei den Männern bei einer Stunde und 51 Minuten. Für Organisator Beilmann ist das allerdings keine Überraschung: „Die Wetterbedinungen waren nicht zu unterschätzen. Der starke Wind von schräg vorne und der leichte Regen – das hat die Läufer einiges an Zeit gekostet.“ Insgesamt ist er aber mit dem 33. Syltlauf sehr zufrieden. „Natürlich läuft immer etwas schief – diesmal ist der Siegerkranz im Auto liegengeblieben und wir konnten ihn erst bei der Siegerehrung und nicht direkt am Ziel übergeben – aber so etwas passiert immer ...“ Schließlich hat der ausrichtende Verein TSV Tinnum 66 bei jedem Lauf eine große organisatorischen Last zu schultern – und das mit ausschließlich freiwilligen Helfern.

Am Ende hat alles gut geklappt. Einen Unfall abseits der Strecke hatte die Polizei allerdings zu vermelden: Ein Autofahrer ist einem 80-jährigen Zuschauer im Vorbeifahren über den Zeh gefahren. Der Mann kam mit Schürfwunden davon. Die Polizei sucht den Autofahrer und ermittelt wegen Unfallflucht.

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