zur Navigation springen

List : Nordsee-College auf Sylt: Jetzt geht’s vor Gericht

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach dem gescheiterten Mediationsverfahren treffen sich Gemeinde List auf Sylt und die NCS Besitz-Gesellschaft am 23. Oktober vor Gericht. Es geht um die Frage, ob auf dem ehemaligen Kasernengelände 370 Wohnungen gebaut werden dürfen.

von
erstellt am 01.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Das Ringen um die künftige Nutzung des 17,5 Hektar großen Geländes der ehemaligen Marineversorgungsschule im Herzen von List geht in die nächste Runde. Am 23. Oktober treffen sich die Gemeinde List und die NCS Besitzgesellschaft als Eigentümerin des Geländes erstmals vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig. Das hat nun die Aufgabe, zu klären, ob nach dem Scheitern des geplanten Internats bereits vor Eröffnung (wir berichteten) nun der „Plan B“ in Kraft tritt. Und der sieht laut Vertrag zwischen Gemeinde und Eigentümerin den Bau von bis zu 370 Wohnungen auf dem Gelände vor, für den Fall, dass das Internat nach drei Jahren nicht wirtschaftlich ist.

Das Problem dabei: Das Internat, in dem eigentlich seit diesem Sommer die ersten Schüler wohnen und lernen sollten, wurde bereits im Frühsommer 2012 beerdigt, weil für die Aufnahme des Betriebes 3,2 Millionen Euro fehlten und sich kein weiterer Geldgeber fand. Da somit eine der Hauptbedingungen für den „Plan B“ nicht erfüllt war, sah sich die Gemeinde nicht in der Lage, wie von Hardenberg und seinen Partnern erwartet, einem Nachtrag zum eigentlichen Vertrag und damit dem sofortigen Wohnungsbau zuzustimmen. Das Gerichtsverfahren, das zunächst mit der mündlichen Anhörung beginnt, soll nun die definitive Klärung bringen, nachdem das von NCS angestrebte Mediationsverfahren nicht zustande kam.

„Da die Gemeinde das Mediationsverfahren abgelehnt hat, muss man eben vor Gericht gehen, um zu einer Einigung zu kommen“, sagt Philipp von Hardenberg als Geschäftsführer der Besitzgesellschaft, die bereits Ende letzten Jahres ihre Klageschrift eingereicht hatte. „Beide Seiten hatten sich darauf verständigt, dass im Falle eines Scheiterns des Internats Wohnungen entstehen sollen. Man hat im Vertrag nur nicht den Fall berücksichtigt, dass die Schule erst gar nicht den Betrieb aufnimmt“, sagt Hardenberg, der darauf gedrungen hat, dass beim Prozessauftakt auch Vertreter der Landesplanung dabei sind. Bei der Gemeinde List sieht man das etwas anders: „Wir sind der Auffassung, dass genau dieser Fall verhindert werden sollte“, sagt der 2. Stellvertretende Bürgermeister Manfred Koch, der dem Verfahren gespannt entgegen sieht. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Richter absehen können, wie komplex dieses Thema ist und wie viele Faktoren dabei eine Rolle spielen.“

Was passieren wird, wenn die Gemeinde den Prozess gewinnt, kann nach Auffassung Kochs jetzt noch niemand sagen: „Die NCS Besitzgesellschaft ist ja auch dann weiterhin Eigentümer. Man wird also darüber verhandeln müssen, wobei der Landesplanung eine ganz entscheidende Bedeutung bei der Frage zukommen wird, was möglich ist und was nicht.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen