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Wer wird Bürgermeister auf Sylt? : Nikolas Häckel: „Schon mittendrin im Wahlkampf“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sylter Nikolas Häckel freut sich schon auf den „Knochenjob“ Bürgermeister. Er findet: Das gute Lebensgefühl der Insel muss besser nach außen transportiert werden.

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erstellt am 09.Aug.2014 | 05:29 Uhr

Er will Sylts neuer Bürgermeister werden – und die Sylter Wählergemeinschaft unterstützt ihn bei diesem Vorhaben. Im Interview mit der Sylter Rundschau spricht Nikolas Häckel – gebürtiger Sylter, 40 Jahre alt, Single und momentan Bauamtsleiter von Kronshagen – über seine Qualifikationen, insulares Denken und warum er beim Rettungswagenfahren so gut runter kommen kann.

 

Glückwunsch, die SWG hat Ihnen ihre Unterstützung beim Bürgermeister-Wahlkampf zugesagt. Wann und wie startet nun Ihr Wahlkampf?

Ich bin schon mittendrin im Wahlkampf, ich habe mich beispielsweise in den vergangenen Monaten mit vielen Menschen aus Sylter Vereinen und Verbänden unterhalten. Mir geht es darum, aus den Gesprächen Wünsche mitzunehmen und mitnehmen, wo bei ihnen der Schuh drückt. Das ist für mich auch wichtig, um weiter an meiner Ausrichtung zu arbeiten.

 

Wenn Sie sagen, Sie arbeiten noch an Ihrer Ausrichtung: Bei welchen Themen steht denn schon fest, dass Sie sie im Wahlkampf verstärkt aufgreifen wollen?

Das ist zwar für Bürger nicht direkt zu erleben – aber ich möchte das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung deutlich verbessern, da gibt es zur Zeit unnötige Reibungsverluste. Danach kann man dann vertrauensvoll gemeinsam richtig durchstarten - dann wird das bessere Verhältnis im Ergebnis auch für die Bürgerinnen und Bürger bemerkbar. Ganz wichtig ist auf Sylt natürlich der Wohnungsbau, in diesem Bereich wird ja auch jetzt schon viel getan. Allerdings sollten wir uns generell um die Infrastruktur kümmern, um Angebote für Jugendliche und Ältere, um die Grundschulen ...

Außerdem stehe ich für die Haltung, dass wir stärker insular denken müssen – ich nenne jetzt als Beispiel mal die Schwimmversorgung. Die Gemeinde Sylt ist nicht der Nabel der Welt. Wir sind hier alle auf einer tollen Insel und alle Gemeinden sollten auf Augenhöhe zusammenarbeiten.

 

Was qualifiziert Sie dafür, Verwaltung und Selbstverwaltung zu „befrieden“?

„Befrieden“ würde ich nicht sagen, herrscht ja kein Krieg – eher: „harmonisieren“. Ich finde, dass ich während meiner Zeit als Bauamtsleiter in Kronshagen beispielsweise durch Anliegerversammlungen und durch große Projekte viel Erfahrung bei der Arbeit mit Bürgern gesammelt habe. Das lief bisher sehr gut, ich habe sehr viel Spaß daran gefunden, mit Menschen zu arbeiten und mich deshalb auch als Personal Coach ausbilden lassen. Ich arbeite zudem in der Krisenintervention - das sind Fähigkeiten, die mir bei meiner neuen Arbeit auf Sylt helfen werden.

 

Auf Sylt sagen die einen, man bräuchte auf jeden Fall einen Bürgermeister, der sich und die Insel auch vor Kameras gut darstellen kann. Die anderen legen lediglich Wert auf Fähigkeiten als Verwaltungschef, wollen einen, der vor allem im Hintergrund gut arbeitet. In welcher Rolle sehen Sie sich?

In beiden. Einerseits bin ich ein Arbeitstier – wir haben ja auch große Aufgaben als Verwaltung vor uns. Frau Reiber sagt, dass ist ein Knochenjob - auf diesen Knochenjob freue ich mich. Natürlich gehört es auch dazu, die Gemeinde nach außen zu repräsentieren – ich denke, ich kann beide Bereiche erfüllen. Wir müssen unsere Außendarstellung allerdings auch dahingehend ausrichten, dass sie gut für die Gemeinde ist.

 

Was meinen Sie damit?

Dass wir uns nach außen hin nicht so leidend darstellen sollen. Wir haben eine tolle Insel, wir haben hier ein gutes Lebensgefühl – ich denke, wir müssen auf Sylt auch daran arbeiten, dass wir diese Werte schätzen lernen und sie nach außen transportieren – uns auch darüber definieren, was wir hier Tolles auf der Insel haben.

 

Wir wissen von einigen SWG-Mitgliedern, dass sie sich wünschen, dass Sie Ihr ehrenamtliches Engagement ein wenig einschränken, sollten Sie Bürgermeister werden ...

Für mich ist Erholung das, was nicht beruflicher Alltag ist. Ich kann nicht couchen – da werde ich unruhig, kribbelig. Wenn ich nach Hause komme und dann Rettungsdienst fahre, ist das eine Ablenkung, die mich in gewisser Weise auch entspannt, obwohl sie natürlich auch Stressanteile hat. Und den bisschen Sport, den ich treibe, werde ich mir auch nicht nehmen. Ich möchte der bleiben, der ich bin – ich werde meine Aktivitäten im Ehrenamt sicher anders organisieren, aber nicht aufgeben.

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