Wahlverliererin Gabriele Pauli : Nikolas Häckel ist Sylter Bürgermeister

Der Wahlsieger: Nikolas Häckel wird neuer Sylter Bürgermeister
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Der Wahlsieger: Nikolas Häckel wird neuer Sylter Bürgermeister

Gabriele Pauli hatte mit ihrer Kandidatur für viel Aufsehen auf Sylt gesorgt - am Ende gewann ein anderer die Wahl.

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11. Januar 2015, 10:23 Uhr

Das vorläufige Ergebnis der Bürgermeisterwahl auf Sylt steht fest: Nach der Auszählung aller neun Wahlbezirke liegt der Kronshagener Bauamtsleiter Nikolas Häckel vorn. Er erhielt 55,0 Prozent der Stimmen, seine Gegenkandidatin in der Stichwachl Gabriele Pauli 45,0 Prozent. Der Nachfolger von Amtsinhaberin Petra Reiber, die nach fast 25 Jahren nicht mehr kandidierte, tritt den Dienst dann zum 1. Mai 2015 an.

Die Wahlberechtigten konnten sich zwischen der früheren CSU-Landrätin Gabriele Pauli und dem Kronshagener Bauamtsleiter Nikolas Häckel entscheiden. Bei der Wahl am 14. Dezember hatte Pauli mit 30,6 Prozent der Stimmen knapp vor Häckel mit 27 Prozent gelegen. Damit schoben sie sich zwar weit vor die vier weiteren Kandidaten, verfehlten aber beide die notwendige absolute Mehrheit deutlich. Sie standen sich nun in der Stichwahl gegenüber.

Die Wahllokale in allen Ortsteilen öffneten am Morgen um 8 Uhr. Auf Nachfrage der Sylter Rundschau um 13 Uhr meldeten einige der insgesamt neun Wahlbezirke eine„spürbar geringere“ Beteiligung als beim ersten Wahlgang Mitte Dezember. Am Ende lag die Wahlbeteiligung bei 53 Prozent - ähnlich wie bei der Bürgermeisterwahl.

Vor allem die Kandidatur der als „Roten Rebellin“ und „Stoiber-Stürzerin“ bekannten Pauli hatte bundesweit monatelang für großes Aufsehen gesorgt. Auf die Wahlbeteiligung im Dezember hatte das jedoch wenig Einfluss: Sie lag mit 53,5 Prozent nur etwas höher als bei der letzten Bürgermeisterwahl fünf Jahre zuvor, jedoch deutlich über vergleichbaren Wahlen in anderen Kommunen des Landes Schleswig-Holstein.

Hier einige wichtige Informationen zum heutigen zweiten Wahlgang

Bei der Stichwahl zur Neubesetzung des Bürgermeisterposten sind exakt 12.756 Deutsche und EU-Bürger im Alter ab 16 Jahren mit erstem Wohnsitz in der Gemeinde Sylt wahlberechtigt. Das sind knapp 100 Personen weniger als im ersten Wahlgang: die Veränderungen erklären sich laut Auskunft des Wahlamtes durch Wegzüge aus der Gemeinde sowie durch Sterbefälle seit dem ersten Wahltermin am 14. Dezember 2014. Für die Stichwahl wurden mit 1722 Briefwahlanträgen etwas mehr bearbeitet als zur so genannten Hauptwahl: dafür seien vergangenes Jahr 1674 Briefwahlunterlagen ausgestellt worden, so die stellvertretende Wahlleiterin Nicole Möller. „Das bedeutet allerdings noch nicht, dass so viele Briefwahlstimmen auch tatsächlich wieder bei uns eintreffen.“

Gewählt werden kann auch an diesem Wahlsonntag entweder wieder persönlich von 8 bis 18 Uhr in dem auf der Wahlbenachrichtigung genannten Wahllokal am Wohnort oder in besonderen Ausnahmefällen, zum Beispiel wegen einer plötzlicher Erkrankung, auch noch per Briefwahl. Dafür können Wahlscheine am Wahlsonntag bis spätestens 15 Uhr im Wahlbüro der Inselverwaltung, Westerland, Bahnweg 20–22, beantragt werden. Die Ausgabe von Briefwahlunterlagen an eine andere Person ist grundsätzlich nur möglich, wenn eine schriftliche Vollmacht des Wahlberechtigten vorgelegt wird. Dies gilt ausdrücklich auch für Ehegatten oder andere Familienangehörige. Ein entsprechender Vordruck ist zum Beispiel auf der Rückseite der amtlichen Wahlbenachrichtigungskarte zu finden. Der ausgefüllte Stimmzettel in einem verschlossenen Umschlag muss dann bis spätestens 18 Uhr in dem auf der Karte genannten Wahllokal – jedoch in keinem anderen Wahllokal und auch nicht im Wahlbüro im Bahnweg – wieder abgegeben werden.

Wichtiger Hinweis: auch zur Stichwahl sind nur diejenigen Bürger wahlberechtigt, die seit mindestens sechs Wochen vor dem ersten Wahltermin – also spätestens seit dem 31. Oktober 2014 – mit ihrem ersten Wohnsitz in der Gemeinde Sylt gemeldet waren. Wer sich nach diesem Stichtag angemeldet hat, darf auch diesen Sonntag nicht wählen, weil es sich lediglich um eine Nachwahl der Bürgermeisterwahl insgesamt handelt. Aufgrund zahlreicher Nachfragen aus der Bevölkerung weist Nicole Möller vom Wahlamt außerdem darauf hin, dass für die Stichwahl keine neuen Wahlbenachrichtigungen versandt wurden. Die Karten, die alle Wahlberechtigten zum ersten Wahlgang erhalten haben, gelten auch für kommenden Sonntag – gleiches gelte für die Teilnahme an der Briefwahl.

Wer seine Wahlkarte nach der ersten Wahl weggeworfen hat oder sie jetzt nicht mehr findet, kann seine Stimme aber auch persönlich abgeben, wenn sie oder er einen gültigen Personalausweis oder Reisepass vorlegen kann oder auf andere Weise zweifelsfrei von den Wahlhelfern identifiziert werden kann – allerdings nur in dem, für sie oder ihn zuständigen Wahllokal. In Westerland gibt es jedoch vier und in Tinnum zwei Wahlbezirke: wer also unsicher ist, welches Wahllokal das zuständige ist, sollte am Sonntag rechtzeitig das nächstliegende aufsuchen, um gegebenenfalls im richtigen Wahllokal bis spätestens 18 Uhr seine Stimme abgeben zu können.

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