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Neuer Verwaltungschef der Gemeinde Sylt : Nikolas Häckel als Bürgermeister ernannt und vereidigt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sein offizieller Amtsantritt ist am Tag der Arbeit.

„Ich schwöre, das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, die Landesverfassung und alle in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Gesetze zu wahren und meine Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen, so wahr mir Gott helfe.“ Alle Gemeindevertreter, Verwaltungsmitarbeiter und Gäste hatten sich von ihren Plätzen im Rathaussaal erhoben, als Nikolas Häckel mit diesen Worten am Donnerstag den Beamteneid als neuer Bürgermeister der Gemeinde Sylt leistete.

Seine Ernennung und Vereidigung war ein formaler Rechtsakt im Rahmen einer turnusmäßigen Gemeindevertretersitzung mit weiteren Tagesordnungspunkten wie Einwohnerfragestunde und Beratungen zu unterschiedlichen Themen. Für den 41-jährigen Sylter, der am 11. Januar die Stichwahl mit zehn Prozent Vorsprung gegen seine Konkurrentin Gabriele Pauli gewonnen hatte, war es dennoch ein besonderes Ereignis: „Natürlich war ich trotzdem aufgeregt. Ich habe deshalb vorher auch daran gearbeitet, den Amtseid ruhig und deutlich aussprechen zu können, weil ich ja weiß, dass er eine hohe Bedeutung hat“, sagte Häckel im Gespräch mit der Sylter Rundschau.

„Es war auch der Augenblick, an dem mir schlussendlich bewusst wurde, dass mein Lebensbeamtenverhältnis endet und ich mich auf eine unsichere Zukunft zu bewege. Meine jetzige Sicherheit gebe ich auf und muss dann darum werben, dass ich nach sechs Jahren wiedergewählt werde, weil ich sonst arbeitslos bin.“ Das mache den Moment bedeutsam und auch für ihn zu etwas Feierlichem, sagt der neue Sylter Verwaltungschef. Obwohl ihm das eigentlich gar nicht liegt: „Generell bin ich kein Mensch für große Anlässe. Ich bin weder der Partyhengst, noch jemand, der tragende Momente um mich herum als Person wichtig findet.“

Wichtig war ihm jedoch der freiwillige Eideszusatz „so wahr mir Gott helfe“, betont Häckel. „Ich habe den Eid ganz bewusst mit Gottes Hilfe geschworen. Denn ich bin von Herzen ein gläubiger Mensch.“ Bereits im Wahlkampf habe er den Begriff „demütig“ sehr oft benutzt – das sei auch so, wie er es empfinde: „Ich übernehme eine Aufgabe, und die übernehme ich nicht, weil ich so ein toller Typ bin, sondern die übernehme ich mit einer demütigen Haltung, um sie bestmöglich zum Wohle unserer Gemeinde zu erfüllen. So sehe ich mich und da ist für mich der Glaube ganz, ganz wichtig.“

Die Ernennungsurkunde für das neue Amt erhielt Nikolas Häckel aus den Händen des zweiten stellvertretenden Bürgermeisters Bernd Christensen (SWG). Unterzeichnet worden war das Dokument allerdings – wie in der Gemeindeordnung des Landes Schleswig-Holstein vorgeschrieben – von seiner Amtsvorgängerin. Allerdings konnte Verwaltungschefin Petra Reiber aus gesundheitlichen Gründen nicht an der letzten Gemeindevertretersitzung in ihrer Amtszeit teilnehmen, auch ihr Erster Stellvertreter Carsten Kerkamm war verhindert.

Die Vereidigung des Wahlsiegers Häckel wiederum war Sache von Bürgervorsteher Peter Schnittgard. In seiner anschließenden Rede betonte der CDU-Politiker am Donnerstagabend, dass die Leitfäden und Zielvorstellungen der Gemeinde für die nächsten sechs Jahre ab sofort auch in die Hände von Nikolas Häckel gelegt seien. „Gemeinsam mit der Selbstverwaltung und den Mitarbeitern der Verwaltung stehen Ihnen rund 400 engagierte Damen und Herren zur Seite – wer hat das schon. Wir sind sicher, bei Ihnen wird auch Zeit und Platz sein, um Bürgernähe und Verständnis zu realisieren“, sagte Schnittgard, betonte dann jedoch vor allem die gemeinsame Verantwortung.

„Wir wissen, wo uns der Schuh drückt, welche Anstrengungen auf uns warten, welche Aufgaben dringend anstehen.“ Wichtige Entscheidungen für die Zukunft müssten getroffen werden, bräuchten ein Forum und Kommunikation, so der Bürgervorsteher. „Wir wissen auch, dass es nicht immer einen Schönheitspreis dafür geben kann. Hier muss das Maß zwischen Theorie und Praxis, zwischen machbar, aufschieben oder ablehnen immer wieder demokratisch gefunden werden.“ Die Politik sei die Strategie mit großer Verantwortung, die Verwaltung die partnerschaftliche Größe in der Umsetzung. „Sie werden dafür unsere Unterstützung haben. Wir werden dazu immer wieder neu den Dialog suchen müssen“, sagte Schnittgard abschließend.

Nikolas Häckel antwortete, ab 1. Mai gehe es – trotz Feiertag – nach drei Wochen Einarbeitungsphase an der Seite von Petra Reiber endlich an die Arbeit. „Ich freue mich sehr auf den Start ins neue Amt“, sagte der zukünftige Bürgermeister, „und möchte mich schon jetzt für das große Vertrauen und das offene Verhältnis bedanken, das mir entgegengebracht wurde.

 

 

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erstellt am 18.Apr.2015 | 05:49 Uhr

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