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Haus Budersand : Nikolas Häckel: „Abrisspläne sind beschämend“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Das Hörnumer Haus Budersand soll noch im Januar abgerissen werden. Der Bürgermeister der Gemeinde Sylt sieht dies sehr kritisch

von
erstellt am 05.Jan.2016 | 18:30 Uhr

„Wie ich gerade von Bürgermeister Speth erfahren habe, wird das Haus Budersand im Januar abgerissen.“ Diese Nachricht, die angesichts der Flüchtlingsdebatte auf Sylt eine gewisse Sprengkraft beinhaltet, ließ Nikolas Häckel vergangenen Sonnabend Politikern der Gemeinde Sylt zukommen. In einer weiteren Mail wies der Bürgermeister der Gemeinde Sylt darauf hin, dass auch das für die Flüchtlingsunterbringung vorgesehene ehemalige Jugendaufbauwerk angesichts Hörnumer Planungen eventuell in drei Jahren abgerissen werden müsste.

Aber zunächst zum Haus Budersand: Das Gebäude hat Familie Ebert, die in Hörnum das Hotel Budersand betreibt, im Dezember endgültig von der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie erworben. Die Idee hinter diesem Kauf war, das Gebäude abzureißen und dort so genannte Golfhäuser zu errichten (wir berichteten). Für den Bau dieser Ferienhäuser liegt derzeit jedoch keine Genehmigung vor. Neben anderen hatte vor allem die SPD–Fraktion der Gemeinde Sylt darauf gedrängt, das Gebäude, das sich in gutem Zustand befinde, für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen.

Der Plan, das Gebäude abzureißen, bestehe aber weiterhin, bestätigte der zuständige Projektentwickler Bernd Diehle auf Nachfrage unserer Zeitung. Der genaue Zeitpunkt, wann das Gebäude verschwinden wird, steht nach Aussage von Diehle allerdings nicht fest. „Es gibt auch die Möglichkeit, dass die Gemeinde Sylt das Haus Budersand kauft“, so der Projektentwickler weiter, „allerdings halte ich die Kosten für den Kauf und einen Umbau des Gebäudes für zu hoch, um darin Flüchtlinge unterzubringen.“

Diehle sieht den Abriss des Hauses Budersand als ersten Schritt hin zur Ortsentwicklung Hörnum-Nord. Überlegungen im Inselsüden befassen sich schon länger damit, militärische Altgebäude wie das JAW–Heim oder das Fünf-Städte-Heim abzureißen, um dort unter anderem Wohnraum für Insulaner zu schaffen. Hinter diesen Plänen, für die eine Planergruppe ein Konzept erarbeitet hat, steht auch Diehle: „Die Nutzung des JAW-Heims für die Flüchtlingsunterbringung steht der Ortsentwicklung entgegen.“ Sinnvoller wäre es aus seiner Sicht, in Hörnum-Nord langfristig Dauerwohnraum zu schaffen, der auch Flüchtlingen zugute komme. Allerdings befinden sich diese Planungen derzeit in der Ideenphase. Bis dort Wohnungen für Flüchtlinge oder Sylter entstehen, ist es noch ein langer Weg.

Nikolas Häckel kritisiert die Pläne, das Haus Budersand abzureißen: „Es ist beschämend, wenn nutzbare Einheiten vernichtet werden und wir für gutes Geld neue schaffen müssen.“ SPD–Fraktionsvorsitzender Gerd Nielsen geht noch einen Schritt weiter: „Der Abriss wäre Wahnsinn, unhaltbar. Die dafür zuständigen Menschen müssen die Verantwortung übernehmen, inklusive Rolf Speth.“ Speth, Bürgermeister der Gemeinde Hörnum, war gestern für eine Stellungnahme zu diesem Thema nicht zu erreichen.

Dass dank der Abrisspläne keines der Gebäude in Hörnum-Nord mehr für die Flüchtlingsunterbringung zur Verfügung steht – dazu wird es zumindest aus Sicht der Gemeinde Sylt nicht kommen. So hält beispielsweise CDU-Fraktionschef Wolfgang Jensen an den Plänen fest, Flüchtlinge im JAW–Heim unterzubringen. Und auch Nikolas Häckel erachtet diese Option weiterhin für sinnvoll: Denn die Gemeinde könne das Gebäude in Landesbesitz ja in den kommenden Jahren erst einmal kostenlos nutzen.

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