Debatte um Ermässigung beim Syltshuttle : „Niemand kann sich den Insulaner-Tarif erklagen“

Autoverladung des Syltshuttle In Westerland: Nicht nur Gäste, auch viele Sylter nutzen den Auozug.
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Autoverladung des Syltshuttle In Westerland: Nicht nur Gäste, auch viele Sylter nutzen den Auozug.

Die Debatte um die Ermäßigung für Insulaner beim Autozug reißt nicht ab. Nun äußert sich die Insel- und Halligkonferenz.

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23. Januar 2015, 05:59 Uhr

Sylt | Dieses Thema lässt den Insulanern keine Ruhe: Was wird aus dem Insulaner-Tarif für den Syltshuttle? Obwohl Hans Leister, CEO der amerikanischen Eisenbahngesellschaft Railroad Development Corporation (RDC), nun jüngst erklärte, er wolle die Vergünstigung für Insulaner keinesfalls abschaffen, er benötige lediglich die Sicherheit, dass diese Vergünstigung mit EU-Recht konform ist, beruhigen sich die Gemüter nicht.

Mit dem Thema Insulaner-Tarif hat sich auch Axel Meynköhn, Geschäftsführer der Wyker Dampfschiffs-Reederei, schon häufig auseinander gesetzt. Ähnlich wie beim Syltshuttle können Einheimische auf seinen Fähren günstiger fahren – dafür sei sein Unternehmen viermal verklagt worden, ohne Erfolg. Diese Klagen gegen die Vergünstigung halte er nicht nur für schädlich, sondern auch für sinnlos für den Kläger: „Niemand wird es schaffen, für sich den Insulaner-Tarif zu erklagen. Im schlimmsten Fall müssten bei Erfolg am Ende alle den Normaltarif bezahlen.“„Auch Einsprüche beim Kartellamt sind immer abgelehnt worden“, sagt Meynköhn. Die Diskussion um den Insulaner-Tarif beim Syltshuttle habe er „mit großem Befremden“ zur Kenntnis genommen, so der Geschäftsmann weiter.

Auch die Insel- und Halligkonferenz zeigt sich besorgt: Man befürchte, dass die Inseln und Halligen „abgehängt“ werden, sollte RDC die Autozugstrecke ab dem kommenden Jahr betreiben dürfen: „Die Insel- und Halligkonferenz sieht mit großer Sorge die Entwicklungen im Bereich der Trassenvergabe für den Autozugverkehr nach Sylt“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Und weiter : „Werden die Preise für die höheren Trassenentgelte, die die Firma RDC anscheinend zu zahlen bereit ist, auf die Kunden umgelegt, dann geht die Finanzierung der Bahnstrecke zu Lasten der Einheimischen und Gäste. Eine reine Betrachtung der Trassenentgelte ist zu kurz gedacht.“ . Es gebe in Hinsicht auf die Vergabe noch viele ungeklärte Fragen – „vom Einsatz der Fahrzeuge über den Bestand der IC-Anbindung nach Westerland mit Kurswagen nach Dagebüll, der Gewährleistung eines optimalen Güterverkehrs per Schiene bis zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region“. Zudem sollen aus Sicht der Mitglieder der „heutigen hohen Angebotsstandard“ beim Autozug erhalten bleiben. Die Insel- und Halligkonferenz fordert neben der Beteiligung am Vergabeverfahren einen Masterplan Westküste zur Verkehrsanbindung der Inseln und Halligen, „der in ein langfristiges, zukunftsorientiertes Gesamtkonzept für Schleswig-Holstein eingebunden ist“.

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