Unser Standpunkt : Nicht konkret, aber erkennbar

Bürgermeisterkandidaten bei Positionen eher unverbindlich, aber nicht gesichtslos

shz.de von
07. Januar 2015, 11:21 Uhr

Um es gleich zu sagen: Es war eine sehr gute Idee, die Stichwahl-Kandidaten zum Positionen-Check einzuladen. Und weil es gerade um gut geht, seien an dieser Stelle auch die Moderatoren Karl Max Hellner und Claas Erik Johannsen gelobt. Klar, präzise, fair und ohne jene Moderatoren-Eitelkeiten, die aus solchen Runden schnell eine Show werden lassen, agierten die beiden souverän und sympathisch. So weit so gut.

Doch was hat der Abend an Erkenntnissen gebracht? Welche Positionen wurden klarer? Welche Aussagen als Zusagen für die mögliche Amtsführung gegeben? Ob die eher leise und doch sehr selbstbewusst auftretende Gabriele Pauli oder der sprechfreudige und rhetorisch geschult wirkende Nikolas Häckel – beide bemühten immer wieder gern das Bild vom gemeinsamen, insularen Handeln, vom Miteinander und Füreinander und natürlich von ihrer tief empfundenen Liebe zur Insel. Das ist prima, aber wenig konkret.

Und doch ließ sich am Auftritt im Friesensaal die Mentalität der Kandidaten studieren und damit Rückschlüsse auf den jeweiligen Führungsstil ziehen. So betrachtet ist diese Erkenntnis vielleicht sogar mehr wert als alle Wahlversprechen. Denn nur wenn es in Zukunft gelingt, die vielfältigen und nicht selten widersprüchlichen Interessen auf der Insel zu einen, um eine starke Inselgemeinschaft und eine positive Außenwirkung zu erreichen, können die heutigen Probleme gelöst werden.

Für die Sylter Rathausspitze bedeutet dies, über die Fähigkeit zu verfügen, eine motivierende Führung nach innen und ein kommunikatives, überzeugendes Auftretens nach Außen aufzubringen. Denn diese Insel ist nicht irgendein Ort. Nicht zu letzt das enorme Interesse an der Veranstaltung im Friesensaal und zuvor im CCS, ja, an diesem gesamtem Wahlkampf – das es so vergleichbar in keiner anderen Stadt des Landes bisher gab – zeigt, dass die Sylter ihre Anliegen gut verwaltet und gestaltet haben wollen. Vieles ist bereits auf einem guten Weg. Deshalb muss der Wähler sehr genau schauen, wer sein Vertrauen verdient.

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