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Bahnverkehr nach Sylt : „Nicht auf Einzelaspekte fokussieren“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Güterverkehr, Marschbahn, Syltshuttle: Sylts Bürgervorsteher fordert, Bahnfragen in ihrer Gesamtheit in Angriff zu nehmen.

„Mit großer Spannung, ja man kann schon sagen, mit einer gewissen Anspannung – aber auch mit großen Erwartungen“ verfolgt Peter Schnittgard die immer neuen Meldungen aus jüngster Zeit zum Bahnverkehr, der die Insel mit dem Festland verbindet. Dabei geht es dem Bürgervorsteher der Gemeinde Sylt nicht nur darum , einzelne Teilbereiche wie die aktuell anstehende Neuvergabe der Marschbahn zwischen Hamburg und Westerland zu betrachten. Sondern um den „verantwortungsvollen Blick auf das Ganze“, wie er sagt.

Noch stärker als bisher gelte es jetzt, dass sich die Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Tourismusbranche zum Wohl der Insel ins Spiel bringen, damit die Sylter Forderungen nicht nur angehört, sondern auch umgesetzt werden. „Sowohl die Grundversorgung als auch unsere hohe Lebensqualität müssen nachhaltig gewährleistet sein“, fordert Schnittgard. „Die Schiene ist und bleibt die Lebensader der Insel.“

Bereits 2012 habe der Wirtschafts- und Verkehrsausschuss der Gemeinde angesichts der bevorstehenden Neuausschreibung der Marschbahn einen 13-Punkte-Katalog mit Mindestforderungen aufgestellt. Dazu gehören eine Fahrzeitverringerung auf zweieinhalb Stunden oder weniger zwischen Hamburg und Westerland, der Einsatz von Sprinterzügen, die mindestens einmal morgens und abends hin und zurück fahren sowie eine durchgehende Taktzeit von 30 Minuten, aber auch eine Absenkung der Lärmemissionen durch das verwendete Zugmaterial. Ein Feedback, was genau davon alles in die Ausschreibungskriterien der zuständigen Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS) aufgenommen wurde, habe die Gemeinde jedoch nicht erhalten. „Es bleibt also spannend: nicht nur die Entscheidung, wer bis 2025 den Zuschlag bekommt“, sagt Peter Schnittgard, „sondern auch, welche unserer Forderungen künftig erfüllt werden.“

So wichtig Entscheidungen zur Verbesserung im Personenbahnverkehr jedoch seien – Schnittgard verweist dabei insbesondere auf den demografischen Wandel: „Immer mehr ältere Gäste reisen ja mit dem Zug an“ – die Festlandsanbindung Sylts könne und dürfe nur im Gesamtzusammenhang betrachtet werden: „Wir dürfen uns nicht nur auf Einzelaspekte fokussieren, sondern müssen vor allem strategisch denken“, erklärt der Bürgervorsteher. Ein wesentlicher Aspekt, der bisher kaum im Fokus der Öffentlichkeit stehe, sei die Versorgung der Insel durch Güterzüge. „Dreimal in der Woche werden beispielsweise Baumaterialien, Heizöl und Kraftstoffe mit der Bahn zu den Ladestraßen im Tinnumer Gewerbegebiet und am Westerländer Bahnhof transportiert“, so Schnittgard. Betreiber ist die CFL cargo Deutschland GmbH, die nach der Einstellung durch die Deutsche Bahn den Güterverkehr wiederbelebt hat. Zwischen dem Unternehmen und seinen Gewerbekunden laufen derzeit ebenfalls Verhandlungen über neue Kalkulationen und Dispositionen.

„Einer dieser Waggons transportiert so viel wie zwei bis drei große Lkw“, sagt Schnittgard. Falls es nicht gelänge, den Güterbahnverkehr vom Festland langfristig sicher zu stellen, würde das zu einer Rückverlagerung von der Schiene auf die Straße führen. „Damit sind wir schon beim Autozug, der auch zur Gesamtproblematik gehört“, so der Bürgervorsteher. „Experten rechnen mit 20 bis 30 zusätzlichen Lastern, die in diesem Fall mit dem Syltshuttle transportiert werden müssen – und dann auch den Verkehr auf den Sylter Straßen zusätzlich belasten.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 21.Okt.2014 | 06:15 Uhr

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