Neues Geld für Brandakten

In Schutt und Asche: Andrea Jahn und Carsten Kerkamm mit einer beschädigten Brandakte, die nun wie viele andere Dokumente auch restauriert wird.
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In Schutt und Asche: Andrea Jahn und Carsten Kerkamm mit einer beschädigten Brandakte, die nun wie viele andere Dokumente auch restauriert wird.

Das Sylter Archiv bekommt 43 650 Euro Fördergelder vom Kulturministerium für die Restaurierung

shz.de von
17. Juni 2014, 10:36 Uhr

Über eine kräftige Finanzspritze freut sich das Sylter Archiv: Zugunsten der Restaurierung historischer Brandakten konnte Archivleiterin Andrea Jahn beim Schleswig-Holsteinischen Ministerium für Bildung und Kultur die stolze Summe von 43 650 Euro an Fördergeldern einwerben. „Damit können wir eine ganze Reihe wichtiger Dokumente aus dem Zeitraum von 1665 bis 1919 restaurieren lassen“, freut sich Andrea Jahn.

Die Historikerin zeigte sich von der üppigen Zuwendung selbst überrascht, hatte das Bildungsministerium doch vor drei Jahren schon einmal den Geldhahn geöffnet: Seinerzeit überwiesen das Kieler Ministerium und die Berliner Koordinierungsstelle für die Erhaltung schriftlichen Kulturgutes zusammen 55 000 Euro Fördergelder an das Sylter Archiv. Jahn: „Dass wir nun zum zweiten Mal bedacht wurde, ist schon eine Besonderheit, die für sich spricht.“

Konnten dank der 55 000 Euro bereits 4 000 verrußte Dokumente durch Restaurierungswerkstätten aufgearbeitet werden, sollen nun weitere 3 500 Brandakten folgen. „Es handelt sich dabei um Unterlagen, die aus der Sylter Landvogtei stammen und unter anderem bedeutungsvoll für die Entwicklung der deutsch-dänischen Geschichte sind“, unterstreicht Andrea Jahn.

Und wie die bereits restaurierten Akten soll auch der nun aufzuarbeitende Bestand der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden: Mittels Digitalisierung können die Dokumente schon ab Ende dieses Jahres im Sylter Archiv von allen Interessenten eingesehen werden. „Dies ermöglichen großzügige private Spender ebenso wie die Gemeinde Sylt, die im Haushalt 7 000 Euro für die technische Ausstattung zur Verfügung stellt.“

Anlässlich der Fördergeld-Zuweisung überzeugte sich gestern auch Carsten Kerkamm, amtierender Bürgermeister der Gemeinde Sylt, von der geleisteten Arbeit im Sylter Archiv: „Diese Einrichtung, die für uns wie für kommende Generationen das Gedächtnis der Insel darstellt, hat mehr und mehr an Stellenwert gewonnen, wie die Besucherzahlen dokumentieren. Diese Entwicklung wie auch die Einwerbung der stattlichen Fördergelder ist dem Engagement unserer Archivleiterin zu verdanken“, lobte Kerkamm.

Andrea Jahn ihrerseits stellte in Aussicht, auch künftig um Fördergelder und Spenden zu werben: „Es gibt im Archiv noch viele gute Verwendungszwecke auf dem eingeschlagenen Weg der Modernisierung und verstärkten Öffnung für die Allgemeinheit. Von einem lebendigen Archiv profitieren Sylter und Sylt-Gäste dabei gleichermaßen, wie uns die Besucherstatistiken aufzeigen.“

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