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Neues Domizil für Feuerwehr, Probe für Krisenfall

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Vor zwölf Jahren wurden der Feuerwache-Anbau am Westerländer Rathaus und die Post in Kampen eröffnet, erstmals Ehrenkurgastkarten verliehen und die Schülerbetreuung eingeführt

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2014 | 17:51 Uhr

Wie Sylt wurde, was es ist: In unserer Serie „Zurückgeblättert!“ lässt Autor Frank Deppe anhand von gesichteten Zeitungsbänden des Sylter Archivs die jüngere Vergangenheit der Insel wieder lebendig werden.

Sylt im September 1972. Strahlende Gesichter bei den Kameraden der Westerländer Feuerwehr: Sie beziehen ein neues Domizil, einen Anbau am Rathaus. 14 Monate währte die Bauzeit, gut eine Million Mark wurden insgesamt investiert. „Die Einsatzbereitschaft der Wehr ist nun deutlich verbessert worden“, freute sich Bürgervorsteher Ernst-Wilhelm Stojan anlässlich der symbolischen Schlüsselübergabe an Wehrführer Karl-Heinz Erichsen.

Gleichzeitig mahnte Stojan weitere Verbesserungen an: so etwa eine optimierte Alarmierung oder die bevorzugte Einstellung von Feuerwehrmännern als Mitarbeiter der Sylter Gemeinden. Die Einweihungsfeier indes wurde jäh beendet: Die Blauröcke mussten zu einem Brand in der Tiefgarage eines Hochhauses ausrücken.

Auch in Kampen stand ein besonderer Neubau im Fokus: An der Hauptstraße wurde Richtfest für die neue Post gefeiert. Das reetgedeckte, von dem Keitumer Architekten Werner Mangelsen konzipierte Gebäude wird nach Fertigstellung eine Schalterhalle, die Posträume sowie eine Wohnung für den Postverwalter beherbergen.

Insgesamt, so ein anwesender Oberpostbaurat aus Kiel, investiere das Unternehmen auf Sylt derzeit etwa 30 Millionen Mark in Neubauten.

„Sylt würde im Ernstfall neutralisiert werden“, lautete die etwas rätselhafte Überschrift eines anderen Zeitungsberichts. Hintergrund: Im Inselsüden probte die Bundeswehr den Krisenfall. Dann würden in der Hörnumer Kaserne fünf Lazarette mit tausend Betten zur Aufnahme verwundeter Soldaten aus ganz Schleswig-Holstein eingerichtet. Sogar der stellvertretende Inspekteur des Heeres machte sich von der Übung ein Bild.

Und warum sollte Sylt eigentlich neutralisiert werden? „Als so genannte Lazarettinsel würde Sylt im Kriegsfall unter das Genfer Abkommen gestellt und wäre somit neutral“, klärte die Sylter Rundschau die Intention der Überschrift auf.

Sie hatten sich mehr erhofft – doch letztlich reichte es für das Sylter Team bei der Endausscheidung der populären Fernsehserie „Spiel ohne Grenzen“ in Lausanne unter sieben internationalen Mannschaften nur zu Platz sechs. Hundert Millionen Zuschauer erlebten an ihren Fernsehgeräten mit, wie die Sylter als Repräsentanten Deutschlands bei Schubkarren-Rennen, Seil-Hangeln, Kokosnuss-Suche und anderen Spielen ihr Bestes gaben.

Das taten auch 150 Sylter Kinder, die an einer großen Radrallye der DLRG-Ortsgruppe teilnahmen. Dabei galt es unterwegs, verschiedene knifflige Aufgaben zu lösen und möglichst schnell den Zielpunkt am Westerländer Hofbräuhaus – das heutige Schützenhaus – zu erreichen.

Novum in Wenningstedt: Erstmals wurden dort Urlauber für 50-jährige Treue mit der Ehrenkurgastkarte geehrt. Kurdirektor Heinz Koppelt dankte dem Ehepaar von Brescius und wünschte „noch viele Jahre in Gesundheit und viele weitere Urlaube bei uns“. Willy von Brescius, der seine spätere Frau 1922 beim Baden am Wenningstedter Strand kennen gelernt hatte, erinnerte sich noch gut an die erste Anreise – diese führte per Schiff von Hamburg via Helgoland nach Sylt, denn der Hindenburgdamm war noch nicht existent.

Schülerbetreuung nach der Schulzeit ist heute selbstredend – ganz im Gegensatz zu 1972. Damals regte der Direktor der Westerländer Nicolai-Grundschule mit Blick auf die vielen berufstätigen Mütter eine Selbsthilfe-Aktion an: Während die Schule nachmittags Räumlichkeiten und eine Küche zur Verfügung stellen würde, sollen Mütter die Aufsicht übernehmen. Die Idee fiel bei der Elternschaft auf fruchtbaren Boden: Geplant wurden zwei Gruppen mit je zehn Kindern, die montags bis freitags von 14 bis 16 Uhr bei Hausaufgaben und Spielen betreut werden.

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