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Sylter Spielbank : Neues Casino: Mehr als nur Zocken

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Auf der Sitzung des Hauptausschusses stellten die Betreiber ihr neues Konzept für die Spielbank vor. Ein neues Klientel soll fortan angesprochen werden.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2014 | 06:01 Uhr

Dem Betreiber der Sylter Spielbank bleibt nicht mehr viel Zeit, bis der Pachtvertrag mit der Gemeinde im Juni nächsten Jahres ausläuft. Deshalb nutzten der Geschäftsführer Matthias Hein und der Casino-Direktor Knut Pauker die Gelegenheit, den Mitgliedern auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses ihr neues Konzept vorzustellen.

Im Mittelpunkt dieses Plans steht der Bar- und Loungebereich, der extra umgebaut wurde. Hier findet man nun ein erhöhtes Podest mit Clubsesseln und einem Piano – regelmäßige Livemusik stehe nun auf der Tagesordnung. Mit diesem „Clubsino“-Konzept will die Spielbank SH GmbH ein neues Klientel ansprechen. Und das seien nicht die klassischen Zocker, sondern alle möglichen Menschen, die das Casino als Treffpunkt nutzen, dort einen Drink einnehmen und sich mit Geschäftspartnern austauschen, beschreibt Pauker die Idee.

Der Imagewechsel sei jedoch nicht nur ein Versuch, etwas Neues auszuprobieren, so Pauker. In Lübeck beispielsweise wurde dieses Konzept bereits umgesetzt, in einem etwas größeren Umfang, als es auf Sylt geplant ist. Die Casino-Betreiber seien aufgrund der Konkurrenz im Internet gezwungen, sich anderweitig zu orientieren. Spielbanken haben es in Zeiten von Online-Poker nicht mehr so leicht. Daher wollen Pauker und Hein ihren Gästen, zwischen 20 000 und 23 000 im Jahr, etwas mehr als nur eine Spielhalle bieten.

Um diese Pläne umsetzen zu können, müsste der Pachtvertrag mit der Gemeinde Sylt verlängert werden. Die Konzession des Landes wurde bereits auf zwölf Jahre verlängert, so Pauker.

Die Gemeindevertreter kennen nun das neue Konzept der Spielbank und werden sich jeweils in ihren Fraktionen zu diesem Thema beraten.

Die Stimmung lässt den Casino-Direktor jedoch auf nichts Gutes hoffen: „Ich habe das Gefühl, dass nur die CDU für eine Vertragsverlängerung von zwölf Jahren stimmen wird.“ Die Fraktionsmitglieder der CDU hätten in der Sitzung des Hauptausschusses bereits angedeutet, dass sie das Casino dort erhalten wollen, wo es bereits seit 1965 ist. Außerdem sei es ein attraktives Event und man wolle die 25 Arbeitsplätze sichern. Darüber hinaus verdiene die Gemeinde erheblich an den Abgaben. Laut Pauker seien dies im letzten Jahr rund 260 000 Euro gewesen, hinzu kommt die Miete von bis zu 80 000 Euro – diese orientiert sich an dem Ertrag des Casinos.

Diese Zahlen will sich die SPD-Fraktion beispielsweise noch einmal genauer ansehen, um in Erfahrung zu bringen, wie viel die Gemeinde am Casino verdient. Schließlich stehe noch immer die Zentralisierung des Rathauses im Raum. Gerd Nielsen, Fraktionsvorsitzender der SPD: „Das Entscheidende ist, was die Gemeinde im Rahmen der Zentralisierung mit den Räumen der Spielbank machen könnte, das ist ja immer noch unklar.“ Die Fraktion wolle sich dieses Thema offenhalten und werde daher nur einer Vertragsverlängerung von zwei bis drei Jahren zustimmen.

Ähnlich sieht dies auch die SWG. „Wir glauben nicht, dass die Spielbank noch den gleichen Stellenwert hat, wie vor einigen Jahren“, sagt Erik Kennel, Fraktionsvorsitzender der SWG. Auch er und seine Fraktionsmitglieder wollen erst wissen, ob und wie die Gemeinde die Räume nutzen könnte. „Daher würden wir einer Verlängerung auch nur für einen kurzen Zeitraum zustimmen, ein bis zwei Jahre maximal“, so Kennel.

Eine endgültige Entscheidung wird frühestens Ende Mai bei der nächsten Sitzung des Hauptausschusses fallen. Die Betreiber hoffen auf ein positives Ergebnis, denn ein neues Casino an einem anderen Ort auf Sylt könne die Spielbank SH GmbH nicht errichten.

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