zur Navigation springen

Gemeinde Sylt : Neuer Standort für Inselverwaltung gesucht

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Architektenwettbewerb für Zentralisierung auf dem Rathaus-Areal geplant / Gemeinde prüft auch Umzug in Westerländer Telekom-Gebäude

Die Inselverwaltung hat ein Platzproblem: Auf dem alten StOV-Gelände am Bahnweg sollen 250 Mietwohnungen entstehen, das letzte Gebäude der Bundeswehr wird dann der Abrissbirne zum Opfer fallen. Doch dort ist bislang der Bürgerservice der Gemeinde untergebracht, in dem Behördenangelegenheiten vom Reisepass bis zum Fischereischein erledigt werden können. Wohin also mit der Inselverwaltung?

Im Herbst 2015 hat sich die Gemeindevertretung für die Zentralisierung im Rathaus Westerland entschieden. Dort könnte das Dachgeschoss ausgebaut werden, der Anbau an der Norderstraße mit der alten Feuerwache könnte einem Neubau weichen, das Bauamtsgebäude am Hebbelweg erweitert werden. Und dann sind da noch die vermieteten Flächen im Rathaus – die Spielbank und die Hof Galerie, die einige Gemeindevertreter lieber für die Verwaltung räumen möchten.

Konkrete Ideen für das Rathausareal soll ein Architektenwettbewerb ergeben, mit dem die Gemeinde die Hamburger Firma D&K Drost Consult beauftragt hat. Derzeit läuft das Bewerbungsverfahren, Ende September wird über die Teilnehmer entschieden. Wenn alles wie geplant verläuft, könnten die Architekten bis Dezember ihre Wettbewerbsbeiträge einreichen und das Preisgericht im Januar 2018 einen Sieger küren. Einschließlich Vergabeverfahren hätten die Gemeindevertreter dann Ende März 2018 einen Vorentwurf auf dem Tisch. Die Zentralisierung der Inselverwaltung im Rathaus Westerland ist laut Bürgermeister Nikolas Häckel „das beschlossene Wettbewerbsziel“ – aber „wie so oft im Leben gibt es neue Aspekte, über die es zumindest nachzudenken gilt.“

Ein neuer Aspekt – das könnte das Telekom-Gebäude an der Stephanstraße sein, das die Bonner Telefongesellschaft dem Vernehmen nach verkaufen möchte. Es entstand 1976 zeitgleich mit dem angeschlossenen Funkturm und liegt nur einen Steinwurf vom Westerländer Rathaus entfernt. Der an drei Seiten mit rotem Klinker verblendete Quader hat den gleichen Stil wie alle Telekom-Gebäude, die nach der Privatisierung der Deutschen Bundespost errichtet wurden – und ist für heutige Telekom-Bedürfnisse viel zu groß. Der Kundendienst und die Verwaltung wurden ausgelagert, die Technik digitalisiert und damit miniaturisiert. Wo hinter schweren Eisentüren früher die Relais ratterten, surren heute nur noch die Lüfter einiger weniger Serverschränke. Die Technik für Festnetz, Mobilfunk und Seekabel, die heute im Erdgeschoss und im dritten Stock verteilt sind, könnte auf weniger Raum zusammengelegt werden. Das Gebäude ist flexibel aufgebaut, ließe sich also fast beliebig umbauen. Allerdings sind da noch drei Mieter – eine Anwaltskanzlei, ein Steuerberater und ein IT-Service.

Die Deutsche Telekom AG Immobilien hat noch nicht bestätigt, dass sie sich von der Immobilie trennen will. „Ob das Objekt veräußert werden soll, wird aktuell geprüft und ist daher noch nicht final entschieden“, erklärte Martina Brügger von der Pressestelle der „Corpus Sireo Real Estate GmbH“, die die Eigentümerin vertritt. Doch die Inselverwaltung hat den Bürokomplex als Alternative durchaus im Blick: „Ob das Telekom-Gebäude räumlich geeignet wäre, die Inselverwaltung aufzunehmen, prüfen wir derzeit“, erklärte gestern Bürgermeister Nikolas Häckel auf Anfrage unserer Zeitung. „Leider stehen die Räumlichkeiten aber erst ab 2022 zur Verfügung und müssten dann umgebaut und saniert werden.“ Ob also Umzug oder Neubau – die Mitarbeiter der Inselverwaltung werden noch länger zusammenrücken müssen.

zur Startseite

von
erstellt am 10.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen