zur Navigation springen

Küstenschutz auf Sylt : Neuer Platz für alte Wellenbrecher

vom

Küstenschutz-Direktor ordnet Sturmflutschäden ein und präsentiert Stiftungsmitgliedern geplante Küstenschutzmaßnahmen.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Obwohl die beiden Orkane Christian und Xaver der Insel Anfang des Winters kräftig zugesetzt haben, bekommt Sylt in diesem Jahr nicht mehr frischen Sand als in den Jahren zuvor. Zusätzliche Maßnahmen zum Schutz der Küste wird es allerdings an der Südspitze geben.

Orkan Xaver bescherte Sylt am 5. und 6. Dezember gleich drei Sturmfluten hintereinander – ein außergewöhnliches Ereignis, so die Einschätzung von Dr. Johannes Oelerich, Direktor des Landesbetriebs Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), auf der jüngsten Sitzung der Stiftung Küstenschutz Sylt.  Die Windrichtung Nord-Nordwest sei ein Glück gewesen, genauso wie die Tatsache, dass keine Springtide die Kraft des Meeres verstärkte. Die signifikanten Wellenhöhen, die am Messpfahl vor Westerland registriert wurden, lagen bei bis zu sechs Metern. Einige Wellen müssen dann mit einer Höhe von bis zu zehn Metern durchgelaufen sein. „Das war der höchste je gemessene Seegang vor Sylt“, ordnete Oelerich die Zahlen ein.

 Er betonte auch, dass Randdünen-Abbrüche die Schäden seien, die den Küstenschützern Sorgen bereiten. Die Verluste im Bereich der Vordünen würden lediglich registriert, da diese aus den Sandvorspülungen entstanden seien – als Puffer vor den Randdünen. Letztere bilden die Küstenlinie, die versucht wird, zu halten.

„Die Ortslage Hörnum zu schützen, das  ist unser Auftrag“, betonte der Küstenschützer in Hinblick auf die Kritik aus der Gemeinde. Dort sieht man  in der Aufgabe der Odde durch das LKN langfristig die Gefahr, dass das Wasser sich von Süden her einen Weg nach Hörnum bahnt. Das Tetrapoden-Längswerk, das als Wellenbrecher fungiert, wird 2014 weiter nach Süden fortgeführt. Dadurch wandere der Erosionspunkt weiter Richtung Odde, was der Sicherheit der Wohnsiedlung diene, die Odde aber mehr Sand koste, räumt Johannes Oelerich ein. Dazu sollen die Tetrapoden vor der Nordseeklinik von Westerland in den Inselsüden versetzt werden. Das Ausbuddeln der Wellenbrecher aus dem Sand im Norden Westerlands sei kostengünstiger, als neue Tetrapoden herstellen zu lassen, erklärte er die geplanten, aufwendigen Arbeiten. Zirka 1,2 Millionen Euro werde allein die Maßnahme im Süden der Insel kosten. Die Sandvorspülung von etwa einer Million Kubikmeter Sand verteilt auf die übrigen Gemeinden, je nach Bedarf, werde ungefähr 6 bis 6,5 Millionen Euro verschlingen. Wo genau aufgespült wird, werde erst Ende März feststehen, so der Direktor des LKN. Vorher steht noch die jährlich stattfindene Strandbereisung mit Bürgermeistern und Kurdirektoren statt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen