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Inselschreiber : Neuer Inselschreiber für Sylt

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„Der Berühmtheit Sylt begegnen“: Uwe Kolbe wird Inselschreiber 2016. Er überzeugte die Jury mit einem Prosatext und einem Gedicht zum Thema „Das Meer in uns“

Das 16. Literaturstipendium Sylter Inselschreiber erhält der 1957 in Ost-Berlin geborene Schriftsteller Uwe Kolbe. Er gewann den Wettbewerb mit einer Prosaskizze und einem Gedicht über das Thema „Das Meer in uns“.

„Sylt als Inselschreiber zu betreten, beflügelt die Phantasie. Ich freue mich darauf“, sagte Kolbe, nachdem er von der Auszeichnung erfuhr. „Der Berühmtheit Sylt als Inselschreiber zu begegnen, ist eine sehr literarische Vorstellung. Da heißt es vorsichtig sein.“

„Uwe Kolbe hat dem Thema Das Meer in uns in einer meisterhaften Prosaskizze und einem eindrucksvollen Gedicht gänzlich neue Facetten abgewonnen,“ begründete die Jury ihre Entscheidung, „in einem assoziationsreichen Erzählfluss ergründet er dessen literarische und humane Dimension, befragt Kafkas Bemerkung zu der Literatur als Axt für das gefrorene Meer in uns auf ihre poetische Abgründigkeit und lässt sich ein auf die Fragwürdigkeiten der inneren und äußeren Welt.“

 Kolbe wird der erste Inselschreiber sein, der in den Genuss einer Neuerung kommt:  Dank einer Kooperation der Sylt Foundation mit dem Literaturhaus La Marelle in Marseille und dem Goethe-Institut darf er zusätzlich zu dem zweimonatigen Aufenthaltsstipendium auf Sylt noch für einen weiteren Monat nach Marseille reisen. Vice versa wird ein französischer Autor zeitgleich mit Uwe Kolbe für einen Monat Gast der Sylt Foundation auf der Insel sein.

Uwe Kolbe  veröffentlichte seinen ersten Gedichtband 1980. In der ein Jahr später herausgegebenen Anthologie „Bestandsaufnahme 2. Debütanten 1976 – 1980“ befindet sich ein Text Kolbes mit dem Titel „Kern meines Romans“, der ein Akrostichon ist, also eine versteckte Botschaft in den Zeilenanfängen enthält. So ergibt sich aus den Versanfangsbuchstaben der ersten Strophe der Satze „Eure Maße sind Elend“. Nachdem eine Leserin dies in dem von Literaturpropagandisten empfohlene Buch entdeckt und gemeldet hatte, musste die Anthologie aus den Buchhandlungen entfernt werden und in Bibliotheken unter Verschluss gehalten werden.

1988 siedelte der Schriftsteller  nach Hamburg über, von 1997 bis 2004 war er Leiter des Studio Literatur und Theater der Universität Tübingen. Er wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, darunter unter anderem dem Friedrich-Hölderlin-Preis Tübingen 1993, Heinrich-Mann-Preis 2012 sowie dem Lyrikpreis Meran 2012. Zuletzt erschienen der Roman „Die Lüge“, die Prosa „Mein Usedom“  sowie der Gedichtband „Gegenreden“. „Mit Uwe Kolbe hat sich die Jury für einen wunderbaren Autor für dieses Projekt entschieden“, freut sich Indra Wussow, „wir sind auf jeden Fall sehr gespannt.“ sr

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erstellt am 17.Sep.2015 | 00:00 Uhr

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