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Fliegerhorst auf Sylt : Neuer Antrag soll Abrisse ermöglichen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach dem Widerspruch von Bürgermeisterin Reiber haben SWG, SPD, SSW und Grüne ihren Beschlussvorschlag überarbeitet

Die Abrissarbeiten auf dem Fliegerhorstgelände sollen dieses Jahr auf jeden Fall fortgesetzt werden. Trotz des Widerspruchs von Petra Reiber (wir berichteten) stehen die Fraktionen von SWG, SPD, SSW und Bündnis 90/Grüne zu ihrem Beschluss zum Abbruch sämtlicher Hallen und Gebäude bis Frühjahr 2018. Diese so genannte Nulllösung soll aber erst umgesetzt werden, wenn der insulare Katastrophenschutz sichergestellt ist. Mit dieser geänderten Formulierung in dem geänderten Antrag soll der Widerspruch von Bürgermeisterin Petra Reiber entkräftet werden. Sie hatte den alten Beschluss für rechtswidrig erklärt, weil im Falle eines Abrisses der Halle 28 ihre Verpflichtung zur Gefahrenabwehr nicht erhalten werden könnte.

Nach wie vor fordern die Antragsteller, im ersten Nachtrag für das laufende Haushaltsjahr 500  000 Euro zum Abriss des Englischen Kinos, der Kfz-Halle 44 sowie der zugehörigen befestigten Außenflächen zur Verfügung zu stellen. Die vier Parteien verweisen ausdrücklich darauf, dass diese Gebäude und Flächen nicht denkmalgeschützt wären. Das sieht die Untere Denkmalschutzbehörde (UNB) des Kreises Nordfriesland im Grundsatz ähnlich. „Zwar ist das englische Kino denkmalgeschützt“, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung. „Wenn ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude aber abgängig und keine realistische Nutzungsmöglichkeit mehr ersichtlich ist, kann auch für solche Gebäude eine Abrissgenehmigung beantragt und erteilt werden“, erklärt Pressesprecher Hans-Martin Slopianka.

Auch für einen Erhalt der Hallen 25 und 28 gibt es schlechte Nachrichten vom Kreis. Sie seien in ihrer damaligen Eigenschaft als militärische Gebäude unter Denkmalschutz gestellt worden. „Das Problem ist, dass es für die Hallen keine Baugenehmigung gibt und diese dort im Außenbereich auch nicht nachträglich erteilt werden kann. Deshalb müssen die Hallen abgerissen werden“, lautet die eindeutige Aussage der UNB.

Darüber hinaus weisen die Denkmalschützer darauf hin, in dem Kaufvertrag mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) sei 2008 festgelegt worden, dass alle ehemals militärischen Gebäude auf dem Gelände, die nicht genehmigungsfähig sind, zurückgebaut werden. „Geschieht dies nicht, hat die BIMA laut Vertrag einen Anspruch auf Nachzahlung.“

SWG, SPD, SSW und Bündnis 90/Grüne bestehen in ihrem Antrag darauf, dieses Jahr die begonnenen Renaturierungsmaßnahmen sach- und fachgerecht fortzusetzen. Entsprechende Konzepte wie die Schaffung einer „wilden Weide“ oder ein Fahrradwegekonzept sollen zeitnah und unter Federführung des Umweltausschusses realisiert werden.

Falls die veränderte Vorlage eine Mehrheit findet, wird die Verwaltung beauftragt, auch für die Folgejahre alle notwendigen Finanzmittel einzuplanen, damit der Beschluss vom September 2009 zur Nulllösung und Renaturierung umgesetzt werden kann. Ein Erhalt und eine weitere Nutzung der Halle 28 wären damit wohl endgültig ausgeschlossen. Denn die Verwaltung muss auch Vorschläge für einen neuen Standort erarbeiten sowie die Kosten für sinnvolle und wirtschaftliche Alternativen zur Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des insularen Katastrophenschutzes ermitteln.

Über den Widerspruch der Bürgermeisterin und den neuen Antrag der vier Fraktionen soll in der nächsten öffentlichen Gemeindevertretersitzung am 19. März beraten und beschlossen werden. Bereits im Vorfeld deutet sich an, dass diesmal eine Einigung erzielt werden kann, denn die Antragsteller sind allen inhaltlichen Empfehlungen der Bürgermeisterin gefolgt. Sollte es jedoch anders kommen, bliebe den Gemeindevertretern nur noch die Möglichkeit einer Klage vor dem zuständigen Verwaltungsgericht.

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erstellt am 10.Mär.2015 | 06:00 Uhr

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