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Autozug zwischen Niebüll und Westerland : Neue Unklarheiten in Sachen Syltshuttle

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zu viele Zugverbindungen: Beim Vergabeverfahren um den Syltshuttle ist nun die Bundesnetzagentur eingeschritten. Wie ein künftiger Fahrplan aussehen kann, ist unklar.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2015 | 18:28 Uhr

Die DB Netz muss die Rahmenverträge für die Eisenbahnstrecke Niebüll-Westerland neu verhandeln. Das teilte die Bundesnetzagentur gestern mit. Das heißt: Es ist noch nicht klar, wie der Fahrplan, der die Verbindungen des Autozugbetreibers, der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) und der Intercitys der Deutschen Bahn beinhaltet, ab Ende diesen Jahres aussehen wird. Die Bundesnetzagentur hat die bisherigen Pläne, die unter anderem halbstündige Autozugfahrten der Railroad Developement Corporation (RDC) beinhalteten, abgelehnt. Die Begründung: Insgesamt seien zu viele Zugverbindungen für die Strecke eingeplant.

Nun ist offen, wie auf dieser Strecke künftig ein sinnvoller Fahrplan zustande kommen kann. Pro Stunde gibt es vier Fahrmöglichkeiten je Richtung – davon dürfen nach dem Einschreiten der Bundesnetzagentur nur noch zwei an Betreiber mit so genannten Rahmenverträgen für zehn Jahre fest vergeben werden, die anderen zwei müssen jährlich neu ausgehandelt werden.

RDC ist sicher, acht bis zwölf Autozug-Verbindungen am Tag zu erhalten, die anderen Verbindungen müssten nach ihrem Kenntnisstand an die NOB gehen. Die zwei stündlichen Verbindungen, die jährlich neu ausgehandelt werden, müssten nach Einschätzung von RDC an den Höchstbietenden vergeben werden. Das Unternehmen gab sich gestern weiterhin zuversichtlich, den Autozugbetrieb ab Ende diesen Jahres aufnehmen zu können. Das Land Schleswig-Holstein, das die Nahverkehrsverbindungen zwischen Hamburg und Sylt über die Nord-Ostsee-Bahn anbietet, wollte sich auf Nachfrage der Sylter Rundschau nicht zu der neuen Entwicklung äußern.

Gegen das Land erhebt RDC in einer Pressemitteilung indirekt den Vorwurf, mitschuldig an der jetzigen Situation zu sein: Während des Koordinierungsverfahrens seien Land und DB Netz nicht bereit gewesen, Kompromisse zu erarbeiten, die sowohl dem Autozug als auch dem Nah- und Fernverkehr zugute gekommen wären. Jetzt aber stünden eventuell langjährige Verbindungen wie einige Pendlerzüge, die Intercitys aus Köln und Frankfurt und Autozüge zu den Hauptabfuhrzeiten auf der Kippe, weil sie beim jährlichen Bieterverfahren den Kürzeren ziehen könnten.

„Gewinner könnte dabei die DB Netz AG sein“, heißt es weiter von RDC – denn diese würde durch die Vergabe an den Höchstbietenden zusätzlich Geld einnehmen. „Mehrausgaben für Trassen führen dazu, dass dieses Geld insbesondere für geplante Angebotsverbesserungen im Nahverkehr fehlt“, so RDC abschließend.

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