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Kriminalität auf Sylt : Neue Masche der Telefonbetrüger

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Kriminelle Anrufer melden sich mit Rufnummern und Namen der Sylter Polizisten. Inselbewohner wurde um mehrere Tausend Euro betrogen.

Die Tricks der Telefonbetrüger, die arglose Rentner um ihr Erspartes bringen, werden immer ausgeklügelter. Nun warnt die Kripo Sylt vor einer neuen kriminellen Masche: Auf dem Telefondisplay erscheint die Telefonnummer der Westerländer Polizeistation und der Anrufer meldet sich sogar mit dem Namen eines Sylter Polizisten. Einmal ist den Tätern der Betrug mit dieser Masche bereits gelungen: In dieser Woche ist von einem Sylter Bürger ein „hoher vierstelliger Betrag“ ergaunert worden.

Am Donnerstag kamen einer Dame Zweifel, ob bei dem Anruf alles mit rechten Dingen zuging. Sie rief die Polizei an – und konnte noch rechtzeitig vor den Telefonbetrügern gewarnt werden.

Mit der Rufnummer der Sylter Polizei (04651−70470) im Display und dem vorgeschützten Namen eines Sylter Polizisten läuft der Betrug folgendermaßen ab: In mehreren Anrufen wird dem Opfer weisgemacht, sein Bankkonto sei von Tätern aus dem Ausland geplündert worden, zum Beispiel aus der Türkei. Die Polizei habe das Geld aber glücklicherweise sicherstellen können. Die Rückerstattung sei aber mit hohen Kosten verbunden, die das Opfer nun erstmal vorschießen müsse. Dazu solle es zum Postamt gehen und einen Geldtransfer anweisen, zum Beispiel via Western Union. Gefordert wird ein Betrag von mehreren Tausend Euro. Die Masche geht sogar so weit, dass der Anrufer seinem Opfer noch den Weg zum nächsten Geldautomaten und zur Postfiliale erklärt. Auf dem Postamt erhält der Einzahler dann eine Transfernummer, die die Täter bei einem weiteren Anruf abfragen. Die gehen daraufhin zu einer x-beliebigen Western-Union-Filiale und lassen sich das Geld auszahlen. Tatsächlich wurde das Bankkonto des Opfers nie geplündert, aber nun ist der Geldbetrag für die angebliche Rückerstattung verloren. Von den Tätern fehlt jede Spur, Geldtransferdienste wie Western Union machen eine anonyme Auszahlung irgendwo in der Welt möglich. Die Ermittlungsbehörden haben praktisch keine Chance, der Täter habhaft zu werden.

Die Täter müssen auch nicht mal über Ortskenntnisse verfügen oder Zugang zu den Telefonen der Westerländer Polizei haben. Die Rufnummer lässt sich im Internet ermitteln und als Anrufnummer vorgaukeln, Namen von Polizisten sind auch im Internet zu finden und für die Wegführung zu Geldautomaten und Postfilialen gibt es im World Wide Web Angebote wie Google Maps.

Für die Beamten der Sylter Polizei ist diese neue Masche besonders perfide: „Wenn unter unserer Telefonnummer und unter unserem Namen betrügerische Taten begangen werden, dann ist das nicht gut für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.“ Ihr Appell an Bürger, die einen ungewöhnlichen Anruf dieser Art erhalten: Am besten zurückrufen unter der bekannten Nummer, nicht auf die Absenderkennung des Anrufers vertrauen. Das Abfangen dieses Rückrufs wäre für die Täter nur mit großem Aufwand machbar – wer die Polizei unter den bekannten Nummern anruft, kann ziemlich sicher sein, dass auch die Polizei dran ist.

Zudem würden die Beamten niemals Kontodaten, Passwörter oder Pins abfragen, warnt die Kriminalpolizei. Persönliche Daten dieser Art sollten auch nicht gegenüber anderen am Telefon genannt werden.

Wer Fragen zum Thema Telefonbetrug hat oder vielleicht selber einen Anruf dieser Art erhalten hat, sollte zum Telefonhörer greifen und die Polizei anrufen. Die Rufnummer 04651-70470 ist rund um die Uhr besetzt.

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