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Sylter Unternehmer : Neue Kooperationsmodelle für mehr Personalwohnungen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Damit es auf Sylt mehr Personalwohnungen gibt, werden nun Gespräche geführt.

Damit künftig mehr der auf der Insel dringend benötigten Personalwohnungen gebaut werden können, soll das Kommunale Liegenschafts-Management (KLM) mit Beginn des kommenden Jahres „mit den Sylter Unternehmen weitere Gespräche führen und Möglichkeiten der Kooperation erörtern“. Das hat Anfang dieser Woche der Wohnungsbauausschuss der Gemeinde Sylt beschlossen – und zwar einstimmig. Noch im Juni hatte ein Antrag der Fraktion Insulaner/Piraten in dem Gremium für heftigen Streit und sogar zu Vorwürfen in Richtung des Vereins Sylter Unternehmer geführt.

„In unserem Antrag ging es darum, dass die Gemeinde Sylter Unternehmen ein Gelände beispielsweise auf Erbpachtrecht zur Verfügung stellt, auf dem diese dann Personalwohnraum für ganzjährig wie auch saisonal beschäftigte Mitarbeiter sowie möglicherweise auch eine Art Wohnheim für Auszubildende auf eigene Kosten erstellen“, erläutert Bürgervertreter Markus Gieppner (Insulaner/Piraten). „Dafür sollte die Gemeinde mit eben diesen Unternehmen in Gespräche eintreten und die rechtlichen Möglichkeiten und gegebenenfalls Modalitäten ausloten.“ Solche ersten Gespräche mit verschiedenen Personen, Unternehmen und Verbänden hätten bereits stattgefunden, sagte Marcus Kopplin zu Beginn der Ausschuss-Sitzung. Namentlich nannte der KLM-Betriebsleiter den Verein Sylter Unternehmer (SU), die Dehoga und Sylt Marketing (SMG). Weitere Angaben zu Gesprächspartnern und Inhalten könne er jedoch nur im nicht-öffentlichen Teil machen.

Dort habe dann eine „sehr spannende und konstruktive Diskussion“ stattgefunden, betonte Markus Gieppner von den Insulaners/Piraten. Dies sei besonders deshalb bemerkenswert, weil es im Vorfeld einigen Widerstand vor allem von Seiten der SPD und Grünen, aber auch vom KLM und sogar vom eigenem Fraktionspartner, dem Piraten Christian Thiessen, gegeben habe. Alle hätten in der Vergangenheit vorgeschlagen, den „klassischen“ kommunalen Wohnungsbau vorzuziehen. „Auch für die Insulaner ist weiterer kommunalen Wohnungsbau eines unser politischen Hauptziele. Allerdings sehen wir angesichts der akuten Personalknappheit, der nach wie vor schwierigen Wohnraumsituation für Sylter wie auch aus finanziellen Aspekten eine Notwendigkeit und Dringlichkeit, zusätzliche Alternativlösungen in Betracht zu ziehen“, so Gieppner. „Vor allem, wenn diese die Liquidität der Gemeinde nicht zusätzlich belasten und die Unternehmen selbst in die Pflicht nehmen.“ Auch der Vorsitzende Mario Pennino (SWG) begrüßt ausdrücklich den einstimmigen Beschluss des Wohnungsbauausschusses: „Jetzt gilt es, alle interessierten Institutionen einzubinden und die Ergebnisse der Gespräche dann im Ausschuss auszuwerten.“ Wichtig sei es, sämtliche Kooperationsmöglichkeiten auszuloten und vor allem, keine Gruppe zu bevorzugen. Viele Einzelheiten gelte es noch im Detail genau abzuklären, eine der wesentliche Frage dabei wäre zum Beispiel: „Wer wird Eigentümer des Grundstücks?“ Aber vor allem müssten die gewählten Modelle und die konkrete Vorgehensweise juristisch wasserdicht sein. Das europäische Recht beispielsweise verbiete ausdrücklich eine Vergabe an einen Verein wie die Sylter Unternehmer, so Pennino.

Ronald Glauth, Geschäftsstellenleiter der Sylter Unternehmer, sagte auf Anfrage der Sylter Rundschau, es sei „gut, dass die Politik jetzt auf uns zukommt und dass die Tür offen ist für weitere Gespräche.“ Er betonte, der Verein habe seit Anfang der 1990er Jahre erfolgreich fünf größere Projekte auf den Weg gebracht und damit Personalwohnungen für Mitarbeiter unterschiedlichster Betriebe der Insel geschaffen. Der SU habe die Bauten aber nicht selbst errichtet, sondern nur verschiedene Bauherrenmodelle begleitet. Eigentümer seien stets einzelne Sylter Unternehmen. Glauth trat auch den immer wieder geäußerten Vorwürfen entgegen, die Gebäude würden nach Ablauf vereinbarte Fristen von zehn bis 15 Jahren als Zweitwohnsitze verkauft. „Alles ist noch in erster oder zweiter Hand, als Miet- oder Eigentumswohnung. Und ebenso wichtig: Die Sozialbindung blieb immer erhalten.“

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erstellt am 25.Nov.2015 | 18:18 Uhr

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