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Netto kommt nach Sylt : Neue Konkurrenz für Insel-Supermärkte

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Mit Netto kommt der dritte Discounter auf die Insel Sylt. Die Supermarkt-Betreiber entwickeln unterschiedliche Strategien gegen die Konkurrenz.

Sylt | Lebensmittel-Preiskampf im Tinnumer Gewerbegebiet? In der Nähe von Aldi und Lidl wird im Kiarwai nun auch noch eine Netto-Filiale errichtet: Ab Mai sind die drei umsatzstärksten Einkaufs-Discounter in Deutschland auf der Insel vertreten. Bei den kleineren Sylter Supermärkten sorgt das nicht gerade für Begeisterung.

Der neue Netto Marken-Discount soll eine Verkaufsfläche von 1 000 Quadratmetern erhalten, inklusive einer Backstation. Auch wenn Netto zu Edeka gehört – die Sylter Edeka-Betreiber hätten auf den dritten Discounter gerne verzichten können: „Den hätten wir nicht gebraucht“, findet beispielsweise Axel Petersen vom gleichnamigen Edeka in List. Schon jetzt würden die Bewohner des Inselnordens gerade in der ruhigen Jahreszeit häufig bei Discountern in Westerland einkaufen.

Der wachsenden Konkurrenz will er unter anderem mit dem geplanten Umzug seines Marktes auf die ehemalige Fahrbereitschaft begegnen – durch größere Verkaufs- und Parkflächen verspreche er sich dann auch Kundschaft aus dem Westerländer Norden.

Elisabeth Gehrke, die mit ihrem Mann Edeka-Filialen in Wenningstedt und Westerland betreibt, blickt ein wenig wehmütig auf eine der Nachbarinseln: „Auf Amrum gibt’s nur Edeka – die haben dort sämtliche verfügbaren Standorte belegt.“ Sie investiert in ihren Markt in Westerland Ende des Jahres und tüftelt durchgehend an der besten Verkaufsstrategie: Vor allem könnten die Nicht-Discounter durch eine größere Produktauswahl und Frische punkten. „Wir müssen am mittel- und hochpreisigen Segment arbeiten, und austesten, ob wir unsere Kundenklientel mitnehmen können. Es hilft ja nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Man muss auch an sich selbst arbeiten.“ Außerdem glaubt sie, dass der neue Netto eher die anderen beiden Discounter treffe, die sich dann einen Preiskampf liefern werden. „Auf der Insel hat sich schon vieles von selbst reguliert.“ Ihre Filiale in Kampen geben die Gehrkes übrigens auf, dort übernimmt ab April ein anderer Pächter den Lebensmittelmarkt.

„Noch ein Discounter tut der Insel nicht gut“, sagt Heiner Johannsen, der den Edeka-Markt in Keitum betreibt. Ohnehin sei es auf der Insel als Lebensmittelhändler nicht leicht: „Im Sommer kann man überleben, im Winter wird es immer schwieriger. Und das wird nicht besser – es gibt ja auch immer weniger Sylter, die ja im Winter neben den Handwerkern den allergrößten Teil der Kundschaft stellen. Für die machen wir ja jetzt schon Aktionen wie den Mittagstisch.“ Auch wenn die Gemeinde Sylt den Bau des Discounters wohl nicht hätte verhindern können, passe das nicht ganz zur gemeindlichen Förderung des Edeka, der ins Muasem-Hüs einziehen wird, damit Morsum wieder einen Nahversorger bekommt. Dieser Markt wird dann auch von Johannsen betrieben, die Eröffnung ist für den April geplant.

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erstellt am 31.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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