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Sylter Werkstätten an neuem Standort : Neue Heimat nach langer Odyssee

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Das neue Gebäude der Sylter Werkstätten am Flughafengelände wurde gestern feierlich eröffnet

„Der Weg hierher war kein leichter“, sagte Susanne Zingel bei der gestrigen Eröffnung der Sylter Werkstätten in den neuen Gebäuden gegenüber dem Alten Tower am Flughafengelände. „Doch der Weg ist gelungen. Ihr seid angekommen, endlich heimgekehrt.“ Die Pastorin der Kirchengemeinde St. Severin erinnerte damit an die wechselvolle Geschichte in den vergangenen vier Jahren, als nach der Räumung des Fliegerhorstes eine neuer Standort für insgesamt 58 Mitarbeiter und Betreute mit körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen gefunden werden musste.

Bürgervorsteher Peter Schnittgard sprach in seiner Begrüßungsrede sogar von einer „regelrechten Odyssee der Sylter Werkstätten über die Insel“, bis sie ausgerechnet wieder in Tinnum ihre endgültige Heimat gefunden hätten. Dabei, so Susanne Zingel, haben auch Engel geholfen: als Lichtgestalten Gottes, die behüten auf der Suche nach dem vorbestimmten Weg, aber auch in den ganz realen Personen von Angela Ehlers und Michael Pade, den guten Seelen der Sylter Werkstätten. „Es ist sicher kein Zufall, dass in Eurer beider Namen Bezüge zu Engeln enthalten sind“, sagte die Pastorin. Erdnäher, bodenständiger formulierte es Bürgervorsteher Schnittgard: „Jede gute Sache braucht einen Motor – einen, der alles voranbringt und am Laufen hält.“ Betriebsleiter Pade sei solch ein Motor, „da haben wir alle einfach Glück gehabt.“

Übereinstimmend lobten sämtliche Redner die architektonischen Gestaltungsideen von Birte und Tim Volquardsen: Alles sei offen, transparent, lade zum Betreten, zum Verweilen ein. Jan-Henrik Schmidt vom Dachverband Schleswiger Werkstätten gefällt besonders die geradezu „charismatische Fassadengestaltung“, und er ist sich darin mit Bürgervorsteher Schnittgard einig, der dem neuen Gebäude „Seele und Charme“ zusprach ... und eben viel Charisma.

Von dieser besonderen Ausstrahlung der neuen Sylter Werkstätten konnten sich die geladenen Gäste der Eröffnungsfeier und die Besucher des anschließenden Tags der Offenen Werkstatt überzeugen. Die Verwendung heller Farben und Hölzer sowie die breite, bis zum Boden verglaste Fensterfront Richtung Straße stehen symbolisch für den offenen, vorurteilsfreien Umgang einer modernen Gesellschaft mit Menschen, die zwar behindert genannt werden, aber doch so viele Fähigkeiten und Talente zeigen wie zum Beispiel in der Kerzenproduktion, der neuen Müsli-Manufaktur oder der Pflege des Gartens der Begegnung, der noch hinter dem Gebäude entsteht.„Ihr werdet in diesem Haus noch Erstaunliches erleben“, sagte Susanne Zingel beim Segnen der Sylter Werkstätten. „Liebe, Wärme und Herzlichkeit sind hier zuhause – in einem Himmelreich auf Erden, das mitten auf unserer Insel entstanden ist.“

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erstellt am 29.Aug.2014 | 15:26 Uhr

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