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Feuerwehr auf Sylt : Neue Heimat für Tinnumer Wache

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Gemeinde Sylt verabschiedet sich von Wohnungsbauplänen am Tinnumer Kampende und will dort nun ein Feuerwehr-Gerätehaus errichten.

Die Feuerwache Tinnum ist ein Auslaufmodell – mitten in der Boy-Nielsen-Straße gelegen, umgeben von Wohnhäusern, ohne ausreichend Parkplätze. Keine günstige Voraussetzung, wenn’s brennt. Schon seit vier Jahren fordert die Gemeindewehr einen Neubau an anderer Stelle. Nun kommt Bewegung in die Sache.

Dabei hat Tinnum genaugenommen schon eine neue Feuerwache – die vor zwei Jahren errichtete „Feuerwache Westerland“ gegenüber dem Flughafen liegt auf Tinnumer Grund. Ein bisschen absurd: Für Einsätze im Westerländer Süden ist der Weg zu weit, da sollen die Tinnumer Feuerwehrleute künftig schneller vor Ort sein.

Im Jahr 1995  wurde das Gebäude um einen Anbau für ein drittes Fahrzeug (links) erweitert.
Im Jahr 1995 wurde das Gebäude um einen Anbau für ein drittes Fahrzeug (links) erweitert. Foto: Henningsen

Bereits im Dezember 2011 hatte die Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse (HFUK Nord) die alte Tinnumer Wache besichtigt und anschließend einen detaillierten Mängelbericht angefertigt. Schon damals hatten die Tinnumer eine Wiese neben der Boy-Lornsen-Schule am Kampende für ihren Neubau ins Auge gefasst. Doch bislang plante die Gemeinde dort 14 Reihenhäuser. Das Grundstück gehört dem Land, die Hausscheiben sollten vorrangig an Landesbedienstete „im mittleren Einkommenssegment“ vemietet werden. Die Planung steckt aber fest, seit sich herausgestellt hat, dass auf dem Gelände „ein Biotop in Form von Wertgrünland“ vorhanden ist. Nun sollen andere Gemeindegrundstücke mit Priorität bebaut werden.

Bei einem Gespräch mit der Landesplanung beim Kreis Nordfriesland haben Bürgermeister Nikolas Häckel und Stadtplanerin Imke Schneider in Erfahrung gebracht, wie trotz Naturschutz eine Bebauung möglich wäre – wenn die Gemeinde nachweisen kann, dass es keine Alternative gibt und ein „überwiegend öffentlicher Belang“ vorliegt. Für den Wohnungsbau gäbe es Alternativen, aber nicht für den Bau einer Feuerwache, erläuterte Häckel dem Feuerschutzausschuss. „Damit die Feuerwache die richtige Größe bekommen kann, müssten wir noch eine südlich angrenzende Teilfläche von privat dazukaufen.“ Der Nachbar habe bereits sein Einverständnis signalisiert.

Damit wäre das selbstgesteckte Ziel der Gemeindevertretung erfüllt – das Kommunalparlament wollte in dieser Legislaturperiode ein geeignetes Grundstück aussuchen. Über die Bebauung soll das nächste Parlament entscheiden, das am 6. Mai 2018 gewählt wird. Der Wohnungsbau für die Landesbediensteten soll vom KLM anderenorts erledigt werden.

Christian Thiessen (Piraten) befürchtete, dass das Land beim Grundstücksverkauf für die Feuerwache richtig zulangen könnte: „Das Land hat in der Vergangenheit schon relativ abenteuerliche Vorstellungen vom Wert solcher Grundstücke gehabt.“ Häckels Antwort: „Ich bin mir sicher, dass Herr Kopplin und das KLM gute Verhandlungen führen werden.“

„Wir müssen jetzt endlich in die Hufe kommen“, forderte Peter Erichsen (SSW) eine zügige Umsetzung des Tinnumer Bauprojekts für die freiwillige Feuerwehr – „nach so vielen Jahren.“ Dagegen stellte das SPD-Ausschussmitglied Norbert Scheuermann den Neubau grundsätzlich infrage: „Müssen wir denn unbedingt eine neue Feuerwache haben?“ Ein „toller Neubau“ sei ja schon vorhanden, ein weiterer Neubau gehöre besser in den Süden Westerlands. Scheuermann riet dazu, Fahrzeuge der Tinnumer Wehr in die Westerländer Wache zu verlegen und das alte Tinnumer Gerätehaus für die Kameraden aufzuwerten, zum Beispiel durch neue Sanitärräume. „Das müssen wir hier gar nicht diskutieren“, wehrte Frank Zahel (CDU) ab – „dazu haben wir schon einen Grundsatzbeschluss gefasst.“

 

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