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Wohnraum auf Sylt : Neue Heimat auf der Osterwiese

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Gemeinde Wenningstedt-Braderup plant Wohnraum für Sylter mit Erstwohnsitz auf der Insel. Gemeinderat erhöht Strandgebühr für Tagesgäste.

Wohnraum für Sylter – seit Jahren ein Projekt, das auf der ganzen Insel mit viel Energie umgesetzt wird. Jetzt gab die Gemeinde Wenningstedt-Braderup grünes Licht für ihren kommunalen Wohnungsbau, mit dem Dauerwohnraum für Insulaner geschaffen werden soll. Auf der ehemaligen Pferdewiese am Osterweg entstehen fünf Doppelhäuser sowie 47 Wohnungen, die zur Vermietung anstehen.

„Wir haben alle dafür hart gearbeitet, dass wir heute ein Ergebnis präsentieren können“, erklärte Bürgermeisterin Katrin Fifeik unter dem Applaus der anwesenden Bürger. Beide Fraktionen in der Gemeindevertretung hätten sich das Thema auf die Fahnen geschrieben. Mit elf Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung votierte das Gemeindeparlament am Donnerstag Abend in nichtöffentlicher Sitzung für eine Auftragsvergabe an die Bietergemeinschaft Höft Bau Sylt, Höft Bauunternehmen Flensburg und BCS GmbH Rendsburg. Im Haushalt der Gemeinden seien in den kommenden Jahren dafür insgesamt 14 Millionen Euro reserviert worden, erläuterte Katrin Fifeik. Nach Informationen unserer Zeitung hatte die Firma Aug. Prien, Hamburg, ein teureres Angebot vorgelegt und war damit unterlegen.

„Wir sind einen ganz großen Schritt in die richtige Richtung weiter,“ freute sich die Bürgermeisterin. „Es ist das erste kommunale Bauvorhaben, das die Gemeinden Wenningstedt und Braderup für ihre eigenen Bürger bauen.“ Bisher habe man sich auf Genossenschaften und auf Stiftungen verlassen müssen. „Jetzt übernehmen wir selber die Verantwortung. Wir bleiben Bauherr und wir bleiben Vermieter.“ Schließlich bedankte sich Katrin Fifeik für die Geduld der Interessenten. Bis gestern, erläuterte sie, lägen der Gemeinde bereits rund 380 Bewerbungen um Wohnungen vor.

Das Grundstück, auf dem die zweigeschossigen Häuser entstehen sollen, hat die Gemeinde 2010 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gekauft – mit der Maßgabe, auf der Pferdewiese Wohnraum entstehen zu lassen. Mit der Planung wurde 2012 begonnen. Mittlerweile seien alle Einsprüche gegen das Projekt abgearbeitet, nun konnte das Ausschreibungsverfahren abgeschlossen werden. Sobald die Bauanträge genehmigt und die Unterschriften unter die Verträge mit den Bauunternehmen gesetzt sind, könne die Planung in die Tat umgesetzt werden. „Ich hoffe, dass es im Frühjahr losgeht“, sagte Katrin Fifeik.

Über die Größe der Mietwohnungen und der zehn Doppelhaushälften und die voraussichtlichen Mieten wollte die Bürgermeisterin noch keine Details verraten. „Das erfahren unsere Bürger aus erster Hand bei einer offiziellen Informationsveranstaltung.“ Diese öffentliche Veranstaltung ist für Montag, den 23. Januar 2017, geplant. Um 16 Uhr beginnt die Infoveranstaltung im Wenningstedter Kursaal³, die Gemeindevertretung tagt dann um 18 Uhr.

Mit „Nein“ hatte nur Brigitte Führ gestimmt. Die fraktionslose Gemeindevertreterin hatte bereits bei früheren Sitzungen Kritik an der Planung geäußert. Vor allem befürchtet sie ein Parkplatzchaos im Osterweg, wenn nicht mehr Stellplätze auf dem Grundstück und in Tiefgaragen geschaffen werden.

Bei den weiteren Themen des Abends ging es unter anderem um das Programm „Zukunft Insel Sylt 2030“, nach dem der Sylt Marketing GmbH zweieinhalb Millionen Euro für das insulare Marketing bereitgestellt werden sollen. Die Gemeinde Sylt hatte sich dann auf eine Summe von 1,25 Millionen Euro einigen können – einen Schritt, den auch die Gemeinde Kampen mitgehen will. Einhellige Zustimmung kam nun ebenfalls von den Wenningstedter Gemeindevertretern. „Es wäre gut, wenn wir schon 2017 in die Förderung einsteigen könnten“, erklärte Katrin Fifeik. Die Themen Verkehrsanbindung und das Buchungs- und Urlaubsverhalten der Gäste verlangten nach einem stärkeren Marketing für die Insel. Die Gemeindevertreter unterstützten ihre Forderung, schon 2017 Geld bereitzustellen.

Einstimmig wurde auch eine Erhöhung der Abwassergebühren beschlossen. Die Anhebung beläuft sich laut Beschlussvorlage auf rund 9,9 Prozent. Die Abwassergebühren seien zuletzt am 1. Januar 2014 erhöht worden, also belaufe sich die Anhebung im Jahresschnitt auf 3,3 Prozent.

Zum 1. Januar steigt auch die Strandgebühr in Wenningstedt. Tagesgäste müssen künftig 3,50 Euro statt bisher drei Euro berappen, um an den Strand zu kommen oder Kur- und Erholungseinrichtungen nutzen zu können. Außerhalb der Saison vom 1. Mai bis zum 30. September gilt der halbe Satz von 1,75 Euro. Mit der Erhöhung soll 2017 eine inselweit einheitliche Regelung des Nutzungsentgeltes inkrafttreten. Für die Vermieter ändert sich nichts: Tageskurkarten kosten auch künftig drei Euro bzw. 1,50 Euro in der Nebensaison.

Rund um den Dorfteich sollen im nächsten Jahr zehn neue Sitzbänke aufgestellt werden. Ein Prototyp dieser Bänke steht seit Anfang Oktober an der Promenade vor dem „Haus am Kliff“. Davon verspricht sich der Wegeausschuss eine einheitliche Gestaltung der Sitzbänke und ein schöneres Erscheinungsbild im Dorf – ein Vorhaben, das durch den Brand der Strandkorbhalle und den Verlust der Werkstatt dort zunächst verschoben werden musste. Bei den neuen Bänken wurde die Rückenlehne verkürzt, der Sockel besteht aus weitgehend rostfreiem Edelstahl, erläuterte Gemeindevertreter Detlef Görke. Die alten Bänke würden an anderer Stelle wiederaufgestellt. Im Haushalt wurden für die zehn Bänke 18  000 Euro bereitgestellt.

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erstellt am 10.Dez.2016 | 03:30 Uhr

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