Ferienkorridor : Neue Ferienregelung ist ungünstig für Sylt

Sylter Idylle - nicht überlaufen: Das wünschen sich viele Menschen von ihrem Urlaub auf der Insel. Douven sieht dieses Ideal durch den engen Ferienkorridor in Gefahr.
Sylter Idylle - nicht überlaufen: Das wünschen sich viele Menschen von ihrem Urlaub auf der Insel. Douven sieht dieses Ideal durch den engen Ferienkorridor in Gefahr.

Tourismuschef Peter Douven ärgert sich über den ausgehandelten Kompromiss, dass die Sommerferien statt 90 nun 84,6 Tage sein soll. Er sieht keine Verbesserung in der neuen Regelung der Kultusminister.

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14. Juni 2014, 05:43 Uhr

Während die Landesregierung in Kiel die neue Ferienregelung als Erfolg verkaufen will, zeigt sich Peter Douven, Tourismusdirektor der Gemeinde Sylt, mit dem ausgehandelten Ergebnis ausgesprochen unzufrieden. Vorgestern hatte sich die Konferenz der Kultusminister darauf geeinigt, den Zeitraum, in den die Bundesländer ihre Sommerferien legen dürfen, von 81,6 Tagen auf durchschnittlich 84,6 Tage zu verlängern (wir berichteten). „Das ist kein Erfolg. Denn damit ist das eigentliche Ziel nicht erreicht“, stellte Douven fest. Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Waltraud Wende sei mit dem Auftrag zu den Verhandlungen aufgebrochen, sich dafür einzusetzen, dass der Ferienkorridor auf 90 Tage festgelegt wird. Dass sie dies nicht durchgesetzt habe, sei „nicht nachvollziehbar. Es hieß doch vorher, dass sie von der Landesregierung den Auftrag hat, ein klares Veto einzureichen“, so Douven weiter, „90 Tage sind dabei nicht revolutionär - das gab es auch früher schon.“ Bei einer durchschnittlichen Länge des Ferienkorridors von 84,6 Tagen geht Douven davon aus, dass er in einigen Jahren lediglich 75 Tage lang sein wird.

Zu stark geballte Ferienzeiten sind aus Douvens Sicht für niemanden gut: Der Tourismus leide, weil der Gästeansturm sich nur auf wenige Wochen verteilt. Und Familien, die in den Urlaub fahren, würden unter hohen Preisen, überfüllten Quartieren und noch volleren Straßen leiden. Momentan stimme sich die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein darüber ab, wie sie auf den Korridor-Kompromiss reagieren werde.

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