Ehemalige Kasernenanlage auf Sylt : Neue Eigentümer für Lister Top-Areal

Auf dem ehemaligen Gelände der Marineversorgungsschule (Bildmitte) sollen Wohnungen für Insulaner und Ferienhäuser entstehen.
Auf dem ehemaligen Gelände der Marineversorgungsschule (Bildmitte) sollen Wohnungen für Insulaner und Ferienhäuser entstehen.

Bürgermeister Ronald Benck erwartet nun neuen Schwung für den Umbau der Marineversorgungsschule zu Wohnungen

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23. Januar 2018, 05:12 Uhr

Nächstes Kapitel in der endlosen Geschichte von der Neubebauung der Lister Marineversorgungsschule (MVS). Das 18 Hektar große Gelände ist von der PRE-Gruppe an die DSK-BIG-Gruppe verkauft worden. Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? „Der Verkauf muss nicht schlecht sein – die DSK-BIG-Gruppe muss sich ja eins zu eins an alle vertraglichen Vereinbarungen halten“, sagt Bürgermeister Benck. „Zudem ist sie in Norddeutschland bestens vernetzt.“

In der Pressemitteilung der DSK-BIG-Gruppe aus Kronshagen bei Kiel wimmelt es von Abkürzungen. Demnach handelt es sich bei dem Käufer um die LEG Entwicklung GmbH, ein Unternehmen der DSK-BIG-Gruppe. Die Verkäufer hatten die ehemalige Marineversorgungsschule vor acht Jahren für 2,2 Millionen Euro von der BImA gekauft, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Dort wollte die NCS (Nordsee College Sylt) Betriebsgesellschaft ein Internat errichten, doch die Pläne scheiterten im Jahr 2012. Anschließend stritten sich NCS und die Gemeinde List bis Ende 2013 vor Gericht, ob die Besitzgesellschaft auf dem Gelände stattdessen über 300 freifinanzierte Wohnungen bauen darf. Die Gemeinde behielt mit ihrem Widerspruch Recht, daraus wurde nichts.

Vor drei Jahren gab es dann wiederum Pläne, nach denen das Gelände dreigeteilt werden sollte. Auf einem Drittel wollte die Gemeinde List Dauerwohnraum für Insulaner schaffen, das Drittel mit den MVS-Sportanlagen sollte in kommunaler Hand bleiben, und auf dem letzten Drittel wollte die NCS-Besitzgesellschaft Ferienwohnungen errichten. Ein offener Punkt waren aber stets millionenteure Nachforderungen auf den Kaufpreis, die die BImA verlangen würde, wenn dort kein Internat entsteht. Der bisherige Investor Willi A. Fallot-Burghardt begründet den Verkauf mit einer Vielzahl großer Entwicklungsprojekte im Raum Karlsruhe, auf den sich seine Unternehmensgruppe PRE nun konzentrieren möchte.

Und sagt weiter: „Ich bin zuversichtlich, dass die bundesweit tätige und deutlich größere, konversionserfahrene DSK-BIG-Gruppe unser Konzept erfolgreich umsetzen wird.“ Davon ist auch Dr. Marc Weinstock überzeugt, DSK-BIG-Gesellschafter: „Wir zeigen derzeit bei der Konversion des Pioneer-Parks in Hanau, dass wir gemeinsam mit der öffentlichen Hand sehr erfolgreich bezahlbares Wohnen im Bestand realisieren können. Das wollen wir auf Sylt fortsetzen.“ Der Pioneer-Park war bis vor zehn Jahren eine US-Kaserne. Dort sollen nun Wohnungen für 5000 Menschen entstehen.

Ronald Benck zeigte sich pragmatisch: „An dem vorliegenden Konzept haben wir lange gearbeitet. Mit konversionserfahrenen, seriösen Investoren, die dieses Konzept zeitnah im Sinne der Gemeinde umsetzen wollen, werden wir gerne zielorientierte Gespräche führen.“

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