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Bundes-Objekte auf Sylt : Neue Debatten um Hörnums Hafen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Gemeinde Hörnum könnte ihren Hafen für wenig Geld vom Bund kaufen - doch von diesem Deal rät das Land Schleswig-Holstein ab.

von
erstellt am 19.Mär.2015 | 15:20 Uhr

Sylt | Hörnum verhandelt wieder über den Kauf des Hörnumer Hafens. Das bestätigte Bürgermeister Rolf Speth auf Nachfrage der Sylter Rundschau. Die Gemeinde überlegt seit Jahren, den Hafen dem Bund abzukaufen – eventuell gemeinsam mit anderen Interessenten wie der Adler-Reederei oder den Muschelfischern in Form einer Betreibergesellschaft. Doch sämtliche Verhandlungen sind bisher am maroden Zustand des Hafens gescheitert. Nach bisherigen Schätzungen würde es bis zu zehn Millionen Euro kosten, die rostigen Molen und andere Schäden auszubessern.

Ende Februar haben sich Vertreter der Gemeinde nun zu einem neuen Gespräch mit der Bundesanstalt für Immobilenaufgaben (BImA), der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und Vertretern des Wirtschaftsministeriums zusammengesetzt. Klar ist nun, dass die Gemeinde den Hafen zunächst alleine übernehmen müsste – aus rechtlichen Gründen könnten weitere Interessenten erst später in den Betrieb einsteigen.

Und es kristallisierten sich offenbar zwei Möglichkeiten heraus, wie die Gemeinde an den Hafen kommen könnte: Entweder überträgt die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung den Hafen und die Wasserflächen an das Land, das das Gesamtpaket dann an die Gemeinde weitergeben kann. Ob sich Schleswig-Holstein auf so einen Deal einlassen würde, ist allerdings fraglich – schließlich müsste sie sich dann erst einmal um die kostenintensive Immobilie kümmern. Die zweite Variante wäre, dass die Gemeinde den Hafen vom Bund erwirbt und vom Land Schleswig-Holstein die Wasserflächen übertragen bekommt. Würde es zur Kauf-Variante vom Bund kommen, glaubt Bürgermeister Speth, müsste die Gemeinde für den Hafen fast nichts zahlen – allerdings bliebe sie auch auf den Sanierungskosten in Millionenhöhe sitzen. Aus dem Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein heißt es dazu: Der Bund „hat der Gemeinde angeboten, eine geringe Ablösezahlung im oberen fünfstelligen Bereich im Gegenzug zu einem dauerhaft kostenlosen Liegerecht für Behördenschiffe zu zahlen.“

Von diesem Deal allerdings rät das Land der Gemeinde ab: „Das derzeitige Angebot des Bundes kann aus unserer Sicht nur den Ausgangspunkt für weitere Verhandlungen darstellen“, so ein Ministeriumssprecher. Man halte es im Wirtschaftsministerium zwar für sinnvoll, dass die Gemeinde Hörnum den Hafen übernimmt – die Voraussetzung dafür sei aber, „dass ein fairer Ausgleich der mit einem Hafenbetrieb verbundenen Lasten erfolgt.“ Man erwartet also offensichtlich vom Bund, in irgendeiner Form selbst noch Geld in den Hafen zu investieren, damit der Kauf für die Gemeinde überhaupt reizvoll ist.

Aus Sicht des Landes sollte die Gemeinde nun erst einmal von einem unabhängigen Sachverständigenbüro prüfen lassen, wie viel die weitere Unterhaltung des Hafens künftig realistisch kosten würde.

Dass Hörnum grundsätzlich weiterhin ein Interesse an einer wie auch immer gearteten Übernahme des Hafens haben sollte, begründet sich aus Sicht von Bürgermeister Speth unter anderem darin, dass ansonsten die beiden Molen, die unter anderem von der Adler-Reederei genutzt werden, demnächst so marode seien, dass dort keine Schiffe mehr anliegen können.

Wie es um den Hafen steht, soll auf Antrag der CDU-Fraktion Thema auf der Sitzung der Gemeindevertreter am kommenden Dienstag sein. Die Opposition fühlt sich von Bürgermeister Speth nicht genug über die laufenden Gespräche informiert. Zudem weist die CDU darauf hin, dass die Gemeinde schon seit vergangenem Juni ein Konzept für eine mögliche Übernahme des Hafens habe erarbeiten sollen – bisher sei davon aber nichts zu sehen gewesen.

„Da werden Dinge hinter den Kulissen geregelt, von denen man nichts erfahren soll“, mutmaßt Ingo Dehn (CDU). „Wir wollen nun offiziell wissen, was los ist. Denn irgendwann sollten wir uns wirklich ernsthaft Gedanken machen, wie eine Übernahme des Hafens überhaupt funktionieren kann.“

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