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Zusammenlegung der Sylter Verwaltung : Neue Bürger-Zentrale?

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Mehrheit der Politik fordert: In drei Jahren sollen alle Dienststellen der Inselverwaltung ins Rathaus Westerland umziehen.

„Wir brauchen eine klare Ansage, für unsere Bürger und für die Mitarbeiter der Verwaltung“ – mit diesem Appell begründete der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerd Nielsen einen gemeinsamen Antrag von SSW, SWG, Grünen und seiner Partei zur Verwaltungszusammenlegung am Standort Rathaus Westerland. „Uns geht es darum, dass jetzt endlich angefangen wird“, sagte Nielsen am vergangenen Donnerstag in der Gemeindevertretersitzung. „Diskutieren darüber tun wir ja schon seit zehn Jahren. Doch leider ohne Ergebnis.“

Trotz unterschiedlicher Auffassungen in Detailfragen, besonders zum Verbleib oder Auszug des Kasinos, sei die Zusammenführung der Verwaltung das erklärte Ziel aller Fraktionen, so die Antragsteller. Die Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Standortverwaltung (StOV) der Bundeswehr am Bahnweg seien als Arbeitsstätte für die zirka 70 Mitarbeiter, aber auch als Anlaufstelle für die Bürger unzumutbar. „Das ist doch alles nur noch einen Abriss wert. Außerdem soll auf dem StOV-Gelände ja ein weiteres wichtiges Wohnungsbauvorhaben der Gemeinde realisiert werden. Vielleicht sogar mit Genossenschaftswohnungen wie aktuell auf dem Bastianplatz“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Die vier Parteien fordern in ihrem Antrag, dass für die Zentralisierung der Verwaltung das Westerländer Rathaus, möglicherweise inklusive Ausbau des Dachgeschosses, genutzt wird. Die alte Feuerwache soll abgerissen, dort ein Neubau errichtet und eventuell auch das Gebäude des Bauamts im Hebbelweg erweitert werden. Außerdem sollen verpachtete Flächen im Rathaus – also die Räume des Kasinos, aber auch der Hof-Galerie – sowie in der Alten Post für Büros der Mitarbeiter und als Bürgerservice-Zentrum genutzt werden. Vorstellbar seien auch eine Integration des Sozialzentrums und der Abteilung Touristische Abgaben.

Genau diese „bereits viel zu sehr konkreten Pläne“ kritisierte Wolfgang Jensen (CDU) und begründete damit für seine Fraktion die Ablehnung des Antrags. „Wir haben vor allem eine andere Auffassung zum Kasinostandort – der muss im Rathaus bleiben.“ Grundsätzlich befürworte seine Partei zwar die Aufstellung eines Projektteams aus Verwaltung und KLM sowie die Einschaltung eines externen Fachplaners für die Zentralisierung, aber alles müsse ergebnisoffen diskutiert werden können. Außerdem rechne die CDU mit erhebliche Problemen bei der Finanzierung der Planungsarbeiten, gefordert seien 100  000 Euro: „Doch dafür müssen wir erstmal die Haushaltslage abwarten“, sagte Jensen. „Auch in Hinsicht auf die steigenden Flüchtlingszahlen und den damit verbundenen Kosten.“ Auch Gemeindevertreter wie Christian Thiessen und Lars Schmidt kritisierten die Zentralisierungspläne und sprachen sich für Bürgerbüros in jedem Ortsteil, erweiterte Onlineangebote oder mehr Heimarbeitsplätze aus.

Am Ende der Diskussion jedoch setzten sich die Antragsteller mit 18 gegen 12 Stimmen durch. Bis Ende März 2016 soll die Verwaltung den Gemeindevertretern die überarbeiteten Planungen sowie detaillierte Finanzierungsvorschläge vorlegen und spätestens im 2. Quartal soll ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. Mit den Umzügen aller Verwaltungsmitarbeiter und der Eröffnung des neuen Bürgerzentrums am Rathausplatz sei dann für Ende 2018, Anfang 2019 zu rechnen, sagte SPD-Fraktionschef Gerd Nielsen.

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erstellt am 21.Sep.2015 | 05:30 Uhr

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