Westerland : Neue Baupläne für die Inselmetropole

Dicht bebaut mit unterschiedlichen Nutzungsarten: das Gebiet um den Bahnhof Westerland.
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Dicht bebaut mit unterschiedlichen Nutzungsarten: das Gebiet um den Bahnhof Westerland.

Neue B-Pläne: In Westerland soll unkontrollierte Verdichtung vermieden, weitere Hotels jedoch erlaubt werden.

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23. Juni 2015, 05:06 Uhr

Die Aufstellung neuer Baupläne für ausgewählte Areale in der Gemeinde Sylt schreitet weiter voran. Im Fokus einer Überplanung der Westerländer Innenstadt stehen die Bereiche nördlich und westlich des Bahnhofs – sie sollen in fünf Sondergebiete eingeteilt werden. Erlaubt seien in dem extrem vermischten Teil der Inselmetropole künftig Gebäude zum Dauerwohnen, als Fremdenbeherbergung in Hotels und Ferienwohnungen, für den Gemeinbedarf und Infrastrukturen sowie der Bereich Bahnhof/ZOB mit Läden, Gaststätten und Personalwohnungen. Auch in diesen Gebieten soll die 40-Prozent-Regelung gegen eine weitere Verbreitung von Zweitwohnsitzen angewendet werden, erläuterte Nikolas Häckel. Aber natürlich gelte auch dabei der Bestandsschutz, sagte der Sylter Bürgermeister als Moderator auf einer öffentlichen Veranstaltung des Bauamtes.

Langfristiges Ziel der neuen Pläne sei es, der Gefahr einer „unkontrollierten Verdichtung“ in Westerland entgegen zu wirken, sagte Häckel. Bisher seien dort keinerlei Steuerungsmechanismen von Dauer- und Ferienwohnraum möglich oder gar zulässig gewesen. „Wir arbeiten bei der Überplanung stets mit doppelt gehäkelten Netzen und verknüpfen immer mehrere baurechtliche Instrumentarien, abgestimmt mit den Vorgaben des Landes“, betonte der Bürgermeister.

Ausdrücklich erlaubt sind in den neuen Entwürfen weitere Hotel-Neubauten in der Innenstadt. Auch auf dem Gelände der Esso-Tankstelle könnte künftig, falls die politischen Gremien der Überplanung zustimmen, ein neues Hotel gebaut werden. Anfang 2014 war bekannt geworden, dass die auf individuelle Designhotels spezialisierte 25hours Company aus Hamburg dort einen 16 Meter hohen, massiven Baukörper errichten möchte. Das Vorhaben hatte für einigen Wirbel in Politik und Bevölkerung gesorgt: Kritisiert wurde einerseits die Ansiedlung eines weiteren Großhotels, „das auf der Insel keiner mehr braucht“ – andererseits gab es Ärger unter den Gemeindevertretern, weil die Wählergemeinschaft Insel-Liste zukunft.sylt dazu Baupläne aus einer vertraulichen Sitzung des Ausschusses auf Facebook veröffentlicht hatte.

Aber schon vergangenes Jahr seien die Hotelpläne der 25hours-Company weniger konkret gewesen als vermutet, erklärte Christoph Hoffmann, der CEO des Unternehmens, auf Nachfrage der Sylter Rundschau. „Wir wurden vor einiger Zeit von einem Hamburger Entwickler recht unverbindlich darauf angesprochen und haben mal kurz nachgedacht. Nicht mehr, nicht weniger.“ Der Developer, die Hamburger Adolf Weber Unternehmens-Gruppe, habe dann das Grundstück nicht gekauft, so Hoffmann. „Insofern liegt das Vorhaben bei uns nicht auf Eis, sondern derzeit und auf absehbare Zeit gibt es keine Pläne, auf Sylt ein 25hours-Hotel zu realisieren“. Laut Auskunft des Bauamtes gibt es aber doch Vorverträge zwischen der Weber-Gruppe und dem Westerländer Eigentümers des Grundstücks, auf dem sich außer der Tankstelle derzeit eine Fahrradvermietung, eine Werkstatt sowie ein Gebäude mit einem Haar- und Kosmetikstudio befinden. Ob überhaupt, und falls ja, was und wann auf dem attraktiven Innenstadt-Grundstück unter den neuen baulichen Voraussetzungen errichtet werden könnte, dazu will sich der Hamburger Investor derzeit allerdings nicht äußern.

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