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Naturschutz auf Sylt : Neue Arten am Sylter Außenriff

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach Angaben von Greenpeace sorgen die 2008 vor Sylt versenkte Felsbrocken sorgen für Artenvielfalt.

shz.de von
erstellt am 02.Jun.2016 | 05:05 Uhr

Die von Greenpeace vor knapp acht Jahren in der Nordsee versenkten Felsbrocken haben nach Angaben der Umweltschutzorganisation die Artenvielfalt im Schutzgebiet Sylter Außenriff gefördert. Aufnahmen von Tauchern belegten, dass sich an den tonnenschweren Natursteinen Weichkorallen, Seenelken, Krebse und Fische angesiedelt hätten. „Die Unterwasserbilder zeigen, dass die Meeresbewohner Bereiche brauchen, in denen sie sich selbst überlassen bleiben“, sagte Meeresbiologin Sandra Schöttner.


Greenpeace fordert fischereifreie Zonen


Greenpeace hatte im Sommer 2008 mehr als 300 Felsbrocken ins Meer geworfen. Damit sollten in dem Natura-2000-Schutzgebiet die Grund- und Schleppnetzfischerei sowie der Sand- und Kiesabbau verhindert werden. Das Landgericht Hamburg und die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord hatten die Aktion schließlich untersagt.

Jetzt forderte Greenpeace erneut, der auch für Fischerei zuständige Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) müsse sich für große fischereifreie Zonen in der Nordsee einsetzen, damit sich das Meer erholen könne.

Zusammen mit Unterwasserfotografen und -filmern von Submaris hatte die Umweltschutzorganisation in den vergangenen Wochen die Steine im deutschen „Natura-2000-Schutzgebiet Sylter Außenriff“ dokumentiert. Die exemplarischen Aufnahmen vom Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“belegen, dass die Steine mittlerweile ein Teil des Riffs und Lebensraum für vielfältige Arten wie Muscheln, Seesterne oder Würmer geworden sind. Obwohl das Sylter Außenriff bereits seit 2007 zusammen mit über einem Drittel der deutschen Nord- und Ostsee unter Schutz gestellt ist, gibt es bis heute keinerlei Beschränkungen der menschlichen Zerstörung dort. „Es ist ein Skandal, dass immer noch tonnenschwere Netze den Meeresboden pflügen dürfen, Sand und Kies großflächig abgebaut und militärische Manöver durchgeführt werden“, sagt Schöttner.


Im Bereich der Steine wurde nicht gefischt


Lediglich im Bereich der von den Greenpeace-Aktivisten versenkten Steine fand keine Fischerei mehr statt; dieser umfasst fast 150 Quadratkilometer. Greenpeace fordert deshalb eine konsequente Unterschutzstellung der aktuell nur auf dem Papier existierenden Meeresschutzgebiete.

Ursprünglich für den Schutz von seltenen Steinriffen und Sandbänken mit zahlreichen Fischarten sowie seltenen oder bedrohten Meeressäugern und Seevögeln eingerichtet, sind die Nord- und Ostseeschutzgebiete Teil des Netzwerks der Natura-2000-Schutzgebiete.

„Gerade die Fischer sind auf eine gesunde Meeresnatur angewiesen, da nur dort gesunde Fischbestände heranwachsen können“, so Schöttner.

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