zur Navigation springen

Keitum auf Sylt : Namensstreit um „Severin*s“ beigelegt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Evangelische Kirchengemeinde und Hotelbetreiber Zech beenden ihren Rechtsstreit. Kirchengemeinderat verzichtet auf Rechtsanspruch

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2017 | 00:46 Uhr

Der seit drei Jahren geführte Rechtsstreit um den Namen des Hotels „Severin*s Resort und Spa“ in Keitum ist außergerichtlich beigelegt worden. Darauf einigten sich jetzt die evangelische Kirchengemeinde St. Severin und die in Bremen ansässige Zech Group als Betreiber des Keitumer Hotels „nach ausführlichen Gesprächen“, wie Pastorin Susanne Zingel am Dienstag mitteilte.

Der Kirchengemeinderat habe am Montag beschlossen, „auf die Durchsetzung des Rechtsanspruches einer Namensänderung zu verzichten“. Im Klartext heißt dies: Das Keitumer Hotel darf seinen Namen behalten. Beide Seiten hätten ihr gemeinsames Interesse erklärt, den Konflikt auf diesem Weg versöhnlich zu beenden, sagte Pastorin Zingel weiter.

Am 29. September 2016 hatte das Oberlandesgericht Schleswig geurteilt, die Zech Group habe eine Namensrechtsverletzung begangen habe, indem sie den Namen der historischen Kirche St. Severin in Abwandlung für ihr Hotel verwandt hätte. Im Ort Keitum sei dadurch eine „Zuordnungsverwirrung“ entstanden und das Hotel müsse umbenannt werden, entschied das Gericht im vergangenen Jahr.

Gegen dieses Urteil hatte die Zech Group eine „Nichtzulassungsbeschwerde“ beim Bundesgerichtshof (BGH) eingereicht. Bevor sich der BGH mit der Beschwerde befasst, haben sich nun beide Parteien geeinigt. Unternehmer und Hotelbesitzer Kurt Zech verwies darauf, Gespräche mit der Kirchengemeinde hätten ihn dazu bewogen, das Schleswiger Urteil anzunehmen und seine Beschwerde beim Bundesgerichtshof zurückzuziehen. Die Zech Group übernehme sämtliche Kosten des Verfahrens.

In einer persönlichen Erklärung des Hotelbesitzers Zech an den Kirchengemeinderat heißt es unter anderem: „Wir hätten viel früher das Gesprächsangebot der Kirchengemeinde annehmen sollen. In eingehenden Gesprächen haben mir Frau Pastorin Susannen Zingel und Herr Pastor Ingo Pohl das berechtigte Anliegen der Kirchengemeinde, die religiöse, kulturelle, soziale und emotional einmalige Bedeutung von St. Severin zu schützen, dargelegt. Ich entschuldige mich dafür, die religiösen Empfindungen der Kirchengemeinde und der Gäste von St. Severin verletzt zu haben.“

Nach den Worten von Pastorin Zingel bedeute dieses Erklärung von Kurt Zech „uns als Kirchengemeinde viel“. Zwar sei die vom Gericht erkannte „Zuordnungsverwirrung“ dadurch nicht aufgehoben. Aber die rechtliche Klärung habe deutlich gemacht, „dass es um ein legitimes Anliegen der Kirchengemeinde geht“.

Die Zech-Group unterhält auf der Insel Sylt auch das Hotel „Landhaus Severin*s Morsum Kliff“. Das Gebäude auf Morsumer Gebiet hätte seinen Namen jedoch ohnehin behalten dürfen, weil der Rechtsstreit nur das Keitumer Gebiet betraf.

Die St. Severin-Kirche steht auf dem höchsten Punkt des Sylter Geestkernes. In früherer Zeit wurden hier germanische Götter verehrt. Der Legende nach soll der Dänenkönig Knut der Große (995-1035) Geld und Steine zum Bau einer Kirche in Keitum gegeben haben. Gesichert ist die erste urkundliche Erwähnung der Kirche im Jahre 1240. Die Kirchengemeinde von St. Severin hat 2100 Kirchenmitglieder.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen