Tier aus aller Welt auf Sylt : Nachwuchs im Tinnumer Tierpark

Mein lieber Schwan: Der Nachwuchs schwimmt schon munter mit.
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Mein lieber Schwan: Der Nachwuchs schwimmt schon munter mit.

Alpaka-Fohlen „Schneeflocke“ ist der Publikumsliebling. Tiere aus Vietnam, Afrika, Grönland und Australien können die Besucher sehen.

shz.de von
18. Juni 2014, 06:00 Uhr

Ein verführerischer Augenaufschlag, gepaart mit scheuer Distanz, die Nase etwas hoch getragen und von mehreren Bodyguards umringt – der heimliche Star des Tinnumer Tierparks benimmt sich auch wie einer. „Schneeflocke“ kann es sich leisten, denn der jungen Dame fliegen die Herzen aller Besucher zu: Vor kaum einem Monat kam in Tinnum das Alpaka-Fohlen zur Welt, dessen Vorfahren eigentlich im südamerikanischen Hochland beheimatet sind.

Das kleine, wollige Kamel – immer unter der Obhut von der Mutter und dem Rest der Herde – ist nicht der einzige Nachwuchs, der im Tierpark derzeit vor allem die Kinder in Verzücken versetzt. Auch die kleinen Ziegen, Enten- und Schwanenküken sind Publikumslieblinge. Eigentlich sollte sich auch die Störchin über Nachwuchs freuen – „aber da haben leider Möwen das Nest geplündert“, bedauert Martha Christiansen.

43 Jahre ist es mittlerweile her, dass Martha und Andreas Christiansen den Privatzoo angelegt haben – zunächst lediglich mit ein paar Rehen, Füchsen und anderen heimischen Tieren. Seitdem gedieh das 30 000 Quadratmeter große Areal prächtig und ist heute nicht nur ein Tierparadies, sondern auch eine üppige Flora-Oase.

Hinter dem familiengeführten Unternehmen, das sich ohne etwaige Zuschüsse selbst finanzieren muss, verbirgt sich ein enormer Arbeitsaufwand. Zusammen mit ihren Kindern Sabine und Hauke sowie zwei Mitarbeitern ist das Ehepaar Christiansen im Dauereinsatz. Füttern, Säubern, Gießen, Reparieren – „das funktioniert nicht ohne eine Sieben-Tage-Woche“, sagt Hauke Christiansen, der selten vor 21 Uhr nach Hause kommt.

Dennoch: Die Besucher danken es. So wie Carina und Jens Knechtel aus Gießen, die den Tinnumer Tierpark mit ihren beiden Sprösslingen gerade das erste Mal besuchen. „Es ist alles schön gepflegt und toll, dass man einige Tiere auch streicheln kann.“ Vreni Müller aus Lörrach ist ebenso angetan: „Man merkt, dass hier viel Liebe drin steckt.“

In den Tinnumer Wiesen ist die Welt zu Gast. Sie kommen aus Vietnam und aus Afrika, aus Grönland und Australien, aus der Tundra und der Mongolei. Sie grunzen und schnauben, sie zwitschern und blöken. Eine große Familie von rund 300 Tieren lebt hier friedlich beieinander.

Lautstark begrüßen farbenprächtige Papageien die Besucher hinter dem Eingang. Ein Stück weiter lassen sich Esel willig kraulen. Plüschige Seidenhühner picken im Gras, Stachelschweine dösen im Sonnenschein. Aufmerksam reckt ein Emu seinen Hals übers Gatter, während die Flamingos im Laufschritt synchron trippeln.

Und zwischen den Tieren: Viel, viel Grün. Unterschiedliche Baumarten säumen die Wege, in Wassergräben entfalten Seerosen, unter denen Goldfische ihre Kreise ziehen, ihre Blüten. Hoch reckt sich der Fingerhut, in satten Farbtönen leuchten die Rosen, die Iris wiegt sich im Wind. Zwei Teiche mit Tretbooten, ein Spielplatz mit Karussell und Hüpfburg komplettieren die Anlage. Täglich von 10 bis 19 Uhr verspricht diese ein tierisches Vergnügen für die ganze Familie.

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