Nachtleben auf Sylt : Nachtclub Eve’s zieht in die Ortsmitte um – Anwohner empört

Das Haus an der Norderstraße sieht ihr von außen zu schmuddelig aus, sagt Eve Gablenz, Betreiberin des Eve’s. Deshalb will sie mit ihrem Betrieb nun umziehen.
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Das Haus an der Norderstraße sieht ihr von außen zu schmuddelig aus, sagt Eve Gablenz, Betreiberin des Eve’s. Deshalb will sie mit ihrem Betrieb nun umziehen.

Auf einen Nachtklub direkt neben dem Rathaus reagieren die Anwohner kritisch. Bürgermeister Häckel will einen Bordellbetrieb in der Innenstadt ganz verhindern.

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23. Juli 2015, 05:30 Uhr

Schon eine ganze Weile wird das Haus Ankerlicht in der Stephanstraße 8 umgebaut – sehr zum Ärger von Carsten Büttcher, der in dem Gebäude mehrere Ferienwohnungen besitzt. Doch nun hat Büttcher von einer weiteren Entwicklung erfahren, die ihm gar nicht gefällt: „Jetzt entsteht unter dem Baugerüst ein Bordell!“ Dass künftig der Eve’s-Club in dem Wohn- und Ferienhaus residieren soll, hält er für unpassend. „Generell habe ich nichts gegen ein Bordell – aber an so einer prominenten Stelle in Westerland muss es ja nicht sein.“

Dass Bewohner mit den neuen Nachbarn eventuell nicht ganz glücklich sind, kann Sven Paulsen verstehen. Gemeinsam mit Öger Akün gehören ihm die Räumlichkeiten, in die das Eve’s demnächst einziehen soll. „Aber man muss klar sagen: Das ist einfach nur ein Nachtclub, den es schon über dreißig Jahre auf der Insel gibt und der umzieht“, sagt Paulsen, „das ist eigentlich nichts Besonderes.“

Offiziell darf in den neuen Räumlichkeiten des Eve’s kein Bordellbetrieb stattfinden, heißt es vom Bauamt der Gemeinde Sylt: „Genehmigt ist dort nur eine Schank- und Speisewirtschaft“, so Bauamtsleiter Martin Seemann. Bürgermeister Nikolas Häckel, an den sich Büttcher mit seinen Befürchtungen auch gewandt hatte, schreibt auf seiner Homepage: „Seien Sie versichert, dass die Gemeinde Sylt erneut alles unternehmen wird, um einen Bordellbetrieb in der Innenstadt öffentlich-rechtlich zu verhindern.“ Zum jetzigen Zeitpunkt allerdings kann die Gemeinde kaum etwas unternehmen: „Die derzeit genehmigte Nutzung bietet jedoch aktuell keinen Anlass zum behördlichen Einschreiten“, schreibt der Bürgermeister. Doch die Gemeindeverwaltung werde die Nutzung „gut im Auge behalten“. Außerdem spricht Häckel wieder das Thema „Sperrbezirksverordnung“ an – eine Maßnahme, mit der die Gemeinde vor gut eineinhalb Jahren versuchte, das geplante „Edel-Bordell“ in der Westerländer Strandstraße zu verhindern. So eine Verordnung müsste allerdings von Kreis und Land abgesegnet werden.

Eve Gablenz, seit 33 Jahren Betreiberin des Eve’s, kann die Aufregung nicht ganz verstehen: Schließlich wäre das neue Eve’s deutlich diskreter gelegen als am derzeitigen Standpunkt an der Norderstraße. „Wir sitzen dort dann doch hinter der Hecke, das fällt kaum auf.“ Ihr Betrieb würde umziehen, weil ihr bisheriges angemietetes Haus an der Norderstraße von außen zu schmuddelig und nicht gerade einladend wirken würde. Auch Gablenz betont, nur eine Schankwirtschaft zu betreiben – allerdings inklusive der freiberuflich arbeitenden „Mädels“, wie sie sagt. „Die gehen mit den Männern dann gegebenenfalls raus, alles andere spielt sich woanders ab“, erklärt die 67-Jährige. Wohin die Frauen gehen, das führt sie nicht weiter aus.

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